Freitagsserie II

Sol Gabetta, Daniel Barenboim, Rudolf Buchbinder, Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons und Ehrendirigent Herbert Blomstedt: Serie II versammelt große Künstlerpersönlichkeiten und viel Repertoireliebe – von Mozart und Mendelssohn über Beethoven und Brahms bis zu Schnittkes 3. Sinfonie.

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Konzerte der Freitagsserie II

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Arvo Pärt, Dmitri Schostakowitsch, Johannes Brahms

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»These words…« des Gewandhauskomponisten Arvo Pärt ist vom kirchenslawischen »Kanon an den heiligen Schutzengel« inspiriert, einer eindringlichen Fürbitte gegen menschliche Schwächen, die sich in…

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Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

»These words…« des Gewandhauskomponisten Arvo Pärt ist vom kirchenslawischen »Kanon an den heiligen Schutzengel« inspiriert, einer eindringlichen Fürbitte gegen menschliche Schwächen, die sich in spannungsvollen, teils dissonanten Klängen widerspiegeln. Der Titel verweist auf Hamlet und beschreibt die erschütternde Kraft von Worten, die auch Pärt beim Komponieren tief bewegten. Ebenso eindringlich entfaltet sich das 2. Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch – ein spätes Werk, entstanden 1966, in dem sich persönliche Erfahrung und leise Ironie, Aufbegehren und Rückzug verschränken. Mit Brahms letzter Sinfonie endet der Abend ähnlich existenziell, aber ohne theologische Erlösung oder triumphalen Abschluss. Der Schluss wird oft als »zwischenmenschliche Tragödie« interpretiert, die trotz intensiver, kämpferischer Energie eine resignative Haltung einnimmt.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven

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Mendelssohn schrieb seine »Italienische« 1830 als junger Mann unter dem Eindruck seiner Südreise. Ein Werk, das die Wärme des Mittelmeers, den Übermut römischer Karnevalsnächte und das Leuchten einer…

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Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie II

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Mendelssohn schrieb seine »Italienische« 1830 als junger Mann unter dem Eindruck seiner Südreise. Ein Werk, das die Wärme des Mittelmeers, den Übermut römischer Karnevalsnächte und das Leuchten einer Welt voller Schönheit in Musik verwandelt. Wer könnte das authentischer dirigieren als Daniel Barenboim, der mit Mendelssohn eine besondere Verbindung teilt: Als jüdischer Künstler steht er in direkter Nachfolge eines Komponisten, dem das Gewandhaus zur zweiten Heimat wurde. Nach der Pause erklingt Beethovens Siebte. Die Sinfonie, die Richard Wagner einmal als »Apotheose des Tanzes« bezeichnete, ist ein rhythmisches Naturereignis, das über vier Sätze hinweg einen eigenständigen Spannungsbogen erzeugt. Zusammen bieten die beiden Werke einen Einblick in unterschiedliche Herangehensweisen an Form, Dynamik und Orchestrierung im frühen 19. Jahrhundert, vom heiteren, klar gegliederten Klang Mendelssohns bis zur kraftvollen, treibenden Energie Beethovens.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Carl Maria von Weber, Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Strauss

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SACHSENDERBY: ELBFLORENZ & K LEINPARISIm jahrhundertealten Wettstreit der sächsischen Musikmetropolen um die bedeutendsten Meister der Tonkunst werden Weber und Strauss meist Elbflorenz zugeschlagen.…

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SACHSENDERBY: ELBFLORENZ & K LEINPARIS
Im jahrhundertealten Wettstreit der sächsischen Musikmetropolen um die bedeutendsten Meister der Tonkunst werden Weber und Strauss meist Elbflorenz zugeschlagen. Dabei kann auch Kleinparis mit deren Besuchen und frühen Darbietungen ihrer Werke punkten. Oberon etwa, die Feenoper auf ein »romantisches Heldengedicht« Christoph Martin Wielands, gelangte vor genau 200 Jahren, am 23. Dezember 1826, in Leipzig zur deutschen Erstaufführung. Da lebte freilich der Dresdner Hofkapellmeister bereits nicht mehr: Seine angeschlagene Gesundheit verzieh ihm die Strapazen der Reise zur Premiere nach London nicht.

GEMISCHTES DOPPEL: OBERON & TITANIA VS. RICHARD & PAULINE
Elfenkönig Oberon und seine streitlustige Gattin Titania machen den Zauberhorn-bewehrten Hüon und dessen Klarinetten-Liebschaft zum Spielball ihres Zwists, was die Ouvertüre mit herrlichen Bläser-Soli und hinreißenden Melodien spoilert. Gleich acht Hörner huldigen dem Helden des Heldenleben – Alter Ego seines Schöpfers Strauss, der als Sohn eines bedeutenden Hornisten innige Liebe zu diesem Instrument hegte. Gemahlin Pauline, der eine Solo-Violine kapriziöse Züge verleiht, steht im Kampf gegen beckmesserische Widersacher bei. Die Siegesfeier gibt Anlass zur großen Richard-Retrospektive: »Des Helden Friedenswerke« zitieren sein bisheriges Schaffen herbei. Auch Strauss hatte Leipzig übrigens mit seiner f-Moll-Sinfonie längst erobert, als Ernst von Schuch 1899 in Dresden mit dem Heldenleben die goldene StraussÄra einläutete, die in Uraufführungen von Feuersnot, Salome, Elektra und Rosenkavalier gipfelte.

KEIN AUSWÄRTSERFOLG: WINTERWEHMUT & FRÜHLINGSSEHNEN
Für Mozart waren Dresden und Leipzig 1789 nur Durchgangsstationen auf dem Weg zum Preußischen Hof in Berlin. Er besuchte Gesellschaften und Sehenswürdigkeiten, knüpfte Kontakte, bestritt musikalische Wettkämpfe und gab ein Gewandhaus- Konzert – ohne nennenswerte Einnahmen oder attraktive Aufträge zu verbuchen. Kurz vor seinem 35. Geburtstag im Januar 1791 trug Mozart sein sanftmütig-tiefgründiges letztes Klavierkonzert ins Werkverzeichnis ein. Ob er das innige, bläserselige, äußerer Brillanz entsagende Konzert je öffentlich spielte, ist unklar. Wenige Tage nach der Vollendung entsprang dem Thema des Finalsatzes das Lied Sehnsucht nach dem Frühling. Der winterliche Kinderwunsch: Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün offenbart mit Mozarts Musik in träumerisch verspielter Leichtigkeit ein unstillbares, existenzielles Bedürfnis.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Alfred Schnittke

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BESTE GELINGENSCHANCENIm Juli 1837 warf der Gatte geschwind in groben Zügen sein 2. Klavierkonzert aufs Papier, dann brach das frisch vermählte Paar zur Hochzeitsreise auf. Von dort ging es direkt zum…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
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Abos: VARIO, Serie II

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Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

BESTE GELINGENSCHANCEN
Im Juli 1837 warf der Gatte geschwind in groben Zügen sein 2. Klavierkonzert aufs Papier, dann brach das frisch vermählte Paar zur Hochzeitsreise auf. Von dort ging es direkt zum Musikfest in Birmingham, dessen gigantische, bis zum letzten Platz gefüllte Town Hall eine stattliche Kulisse für die Premiere abgab. Während Mendelssohn noch fieberhaft am Konzert feilte, erfuhr seine Schwester Fanny von der wahren Hetze auf dem Musikfest, 4 Tage dauert es, und bis jetzt habe ich nicht weniger zu thun als den ersten Tag Orgel zu spielen, den 2ten Paulus zu dirigiren, den 3ten Clavier zu spielen, und den 4ten zum Schluß wieder Orgel zu spielen. [...] Außerdem noch in jedem Concerte eine Symphonie und eine Ouvertüre. Gottsschock! Es dauert bis zum 22sten September und den 30sten soll ich in Leipzig Probe halten, und den 1sten Oct. ist das erste Abonnement Concert. Das ist kein Spas. Kaum war die Gewandhaus- Saison eröffnet, stellte Mendelssohn sein überarbeitetes Opus 40 in Leipzig vor. Es klingt nachdenklicher, radikaler, introvertierter, gebrochener und pianistisch noch avancierter als das sechs Jahre ältere g-Moll-Pendant. Die Versuchung ist groß, biographische Gründe für das Unergründliche zu unterstellen: Während sich im 1. Klavierkonzert jugendliche Schwärmerei theatralisch Luft macht, lauscht das zweite dem stillen Glück des frisch vermählten Paares und gibt sich im Finale schierer Lebensfreude hin, die selbst mit Virtuosenfingern kaum zu fassen ist.

AUSSICHTSLOS SICHER
Mit der Jubiläumsspielzeit 1981, die auf 200 Jahre Gewandhaus-Konzerte zurückblickte, verband sich die Eröffnung des Neuen Gewandhauses. Den doppelten Feiereifer nahm der amtierende Nachfolger Mendelssohns, Kurt Masur, zum Anlass, Werke bei bedeutenden Komponisten in Auftrag zu geben. Am 5. November lotete Alfred Schnittke mit seiner 3. Sinfonie die akustischen Möglichkeiten des neuen Saals aus. Motivisches Material aus Monogrammen etlicher Komponisten fand ebenso in die Partitur wie deren barocker, klassischer und romantischer Tonfall. Utopisch schön fügt sich Schnittkes selbst so genannte Polystilistik zur kaleidoskopischen Collage: Ich möchte erwähnen, dass alle Antiquitäten in meinen Stücken von mir nicht gestohlen, sondern gefälscht wurden. Unter den 111 Musikern prägen auch Orchester-Exoten wie E-Gitarre und Cembalo das unaufhörlich changierende Klangbild. Richtige Zitate kommen fast nicht vor, aber die Musik weckt ständig Erinnerungen, betonte Schnittke und räumte ein, auch harte Tritonüsse zum Knacken zu geben: Unmögliches hat in der Kunst Gelingenschancen, das Sichere ist immer trügerisch und aussichtslos.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Maurice Ravel, Paul Hindemith, Igor Strawinsky

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AN COUPERIN GEDACHTAls der eigensinnige Dandy Maurice Ravel das tönende Grabmal komponierte, hatte er einiges in seinem Leben begraben: die Pianistenlaufbahn, das zweimal begonnene und nie vollendete…

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AN COUPERIN GEDACHT
Als der eigensinnige Dandy Maurice Ravel das tönende Grabmal komponierte, hatte er einiges in seinem Leben begraben: die Pianistenlaufbahn, das zweimal begonnene und nie vollendete Studium am Konservatorium, den nach mehreren Anläufen geradezu mutwillig nicht errungenen Rom-Preis, die Illusion soldatischen Heldentums im 1. Weltkrieg und schließlich die eigene Mutter. All dies sublimiert die zwischen 1914 und 1917 entstandene Klaviersuite, die zwar Couperin als barocken Gewährsmann im Titel herbeizitiert, aber viel umfassender verlorene, zu Grabe getragene Schönheit besingt. Vier Teile der sechssätzigen Klaviersuite griff Ravel 1919 in veränderter Reihenfolge zur Orchestrierung auf.

AUF BEETHOVEN GEPOCHT
Die Pauke pocht gleich zu Beginn auf Beethoven. Dessen Violinkonzert spielte Hindemith bereits als Jugendlicher. Dann lässt er die Violine betörend zirpen, singen und spielfreudig ihre Wendigkeit unter Beweis stellen. Sein Konzert will durch Wohlklang gewinnen. Und doch schwingen Dissonanzen mit, die erahnen lassen, wie Hindemith die Entstehungszeit Ende 1939 im Schweizer Exil erlebte. In Deutschland war seine Musik von den Spielplänen verbannt. So hob Konzertmeister Ferdinand Helmann das Konzert am 14. März 1940 mit dem Concertgebouworkest unter Willem Mengelberg in Amsterdam aus der Taufe – wenige Monate bevor deutsche Truppen auch in die Niederlande einmarschierten. Der Komponist hatte aufgrund der Kriegswirren keine Chance, der Premiere beizuwohnen, und suchte Zuflucht in den USA. Dort erlebte er einen Monat später die amerikanische Erstaufführung durch das Boston Symphony Orchestra. Anständig hieß Hindemith sein Konzert, das nun erstmals auf den Pulten des Gewandhausorchesters liegt. Es sei mit gutem Gewissen überall vorzeigbar.

IN DIE PUPPEN GETANZT
Strawinskys Petruschka war für die Pariser Balletsrusses-Saison 1911 in kongenialer Zusammenarbeit mit dem Choreographen Michail Fokine und dem Bühnenbildner Alexandre Benois entstanden. Mehrere Suiten wurden für den Konzertgebrauch zusammengestellt. Wir erleben die revidierte vollständige Ballettmusik. Das russische Jahrmarkttreiben zur Karnevalszeit mit Schaustellern und ihren Attraktionen – Zauberkunststücken, tanzenden Bären, Commedia-dell’Arte-Pantomime und Musik – verbindet sich mit Puppentheater um Petruschka, dessen Widersacher und die geliebte Ballerina. Ein Gaukler erweckt die drei Puppen mit magischen Kräften zum Leben. Schon bald sind Spiel und Ernst, Fantasie und Wirklichkeit nicht mehr zu trennen …

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Joseph Haydn, Anton Bruckner

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FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEITNüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger…

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Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEIT
Nüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.

GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGT
Nicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.

DURCH SELTSAMKEIT FESSELND
Erstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann