Freitagsserie III

Semyon Bychkov, Franz Welser-Möst, Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons, Joana Mallwitz und Marek Janowski prägen Serie III. Auf dem Programm stehen unter anderem Smetanas »Moldau«, Mussorgskis »Bilder einer Ausstellung«, Dvořák, Brahms, Mozart, Schubert und Poulenc.

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Konzerte der Freitagsserie III

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Bedřich Smetana, Detlev Glanert, Modest Mussorgski

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In Bedřich Smetanas Werk »Die Moldau« wird der Verlauf des Flusses durch Böhmen zur musikalischen Gestaltungsidee. Smetana nutzt Themen, Motive und Orchesterfarben, um Landschaften, Wasserbewegungen,…

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In Bedřich Smetanas Werk »Die Moldau« wird der Verlauf des Flusses durch Böhmen zur musikalischen Gestaltungsidee. Smetana nutzt Themen, Motive und Orchesterfarben, um Landschaften, Wasserbewegungen, die Natur und menschliche Aktivitäten hörbar zu machen. Ein ähnliches Prinzip verfolgt Modest Mussorgski in seinem Zyklus »Bilder einer Ausstellung«. Hier wird eine Sammlung von Bildern eines verstorbenen Künstlers musikalisch nachgezeichnet. Jedes Stück repräsentiert ein bestimmtes Bild, eine bestimmte Stimmung oder Szene. Die immer wiederkehrende musikalische Promenade, die den Hörer von Bild zu Bild führt, bindet die Stücke zu einem Ganzen. Beide Werke sind klassische Beispiele für Programmmusik mit außermusikalischem Bezug. Ob das auch auf das Uraufführungswerk des zeitgenössischen Komponisten Detlev Glanert zutrifft?

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Antonín Dvořák, Johannes Brahms

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Gautier Capuçon lässt sein Cello in Antonín Dvořáks Cellokonzert mit menschlicher Stimme erzählen: Mal zart und sehnsüchtig, mal kraftvoll und spielerisch. Das Orchester begleitet wie ein…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie III

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Gautier Capuçon lässt sein Cello in Antonín Dvořáks Cellokonzert mit menschlicher Stimme erzählen: Mal zart und sehnsüchtig, mal kraftvoll und spielerisch. Das Orchester begleitet wie ein farbenreiches Bühnenbild, das jede Wendung des Soloinstruments lebendig macht. Im warmen Streicherklang und Anklängen an böhmische Volksmusik findet auch die Sehnsucht Dvořáks nach seiner Heimat während der Entstehungszeit in Amerika Eingang in diese Musik. »Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann? Hätte ich es gewusst, hätte ich schon vor langer Zeit eines geschrieben!«, bewunderte Johannes Brahms dieses Werk. Aber auch seine 1. Sinfonie kann sich hören lassen: Dichte Streicher, kraftvolle Bläser und markante Pauken entfalten eine dramatische Spannung, die mitreißend zwischen strenger Form und emotionalem Reichtum balanciert.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Gabriel Fauré, Francis Poulenc, Robert Schumann

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Zwischen Schweigen und Jubel  Gabriel Faurés Suite zu »Pelléas et Mélisande« eröffnet den Abend mit schimmernden, fast schwebenden Klangbildern voller Geheimnisse, Zwischentönen und leiser…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie III

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Zwischen Schweigen und Jubel 

Gabriel Faurés Suite zu »Pelléas et Mélisande« eröffnet den Abend mit schimmernden, fast schwebenden Klangbildern voller Geheimnisse, Zwischentönen und leiser Melancholie. Die Musik entstand ursprünglich für ein Schauspiel nach Maurice Maeterlinck, dessen Figuren oft mehr verschweigen als aussprechen. Auch Francis Poulencs Orgelkonzert lebt von starken Stimmungen und überraschenden Wendungen. Nach dem Tod eines engen Freundes wandte sich Poulenc wieder stärker geistlichen Themen zu und schuf eine Hommage an die großen religiösen Orgelwerke der Barockzeit. Gemeinsam mit Gewandhausorganist Michael Schönheit bringen Marek Janowski und das Gewandhausorchester diese vielschichtige Musik zum Leuchten. Schumanns euphorische »Rheinische« Sinfonie knüpft daran an: Inspiriert von seiner neuen Heimat Düsseldorf schrieb er eine Musik voller Aufbruch und Lebensfreude.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Arvo Pärt, Wolfgang Amadeus Mozart, Peter Tschaikowski

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KLARE LINIEDas Fagott mischt mit – vom Barock bis zur Gegenwart. Es zeichnet Basslinien oder singt ohne jedes Helden-Gebaren im Tenor. Sein Ausdrucksspektrum reicht von ergreifender Melancholie bis…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie III

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

KLARE LINIE
Das Fagott mischt mit – vom Barock bis zur Gegenwart. Es zeichnet Basslinien oder singt ohne jedes Helden-Gebaren im Tenor. Sein Ausdrucksspektrum reicht von ergreifender Melancholie bis zum urkomischen Spaßvogelstaccato. Es tritt solistisch auf – Tschaikowski beschenkt es besonders reich –, zieht jedoch sinfonische oder kammermusikalische Einbettung virtuosen Alleingängen vor, wiewohl ihm allein Vivaldi über 30 Konzerte widmete. Mozarts Schüler Hummel, der bläserbeglückende Weber sowie Stamitz, Rosetti, Berwald, Ferdinand David und viele mehr trugen zum konzertanten Fagottrepertoire bei. Doch selbst das bekannteste dieser Werke, das Fagottkonzert des 18-jährigen Mozart, ist nur viermal mit dem Gewandhausorchester erklungen: gleich 1805, dann 1908 unter Nikisch mit Koussevitzky als Kontrabass-Solist, 1981 in der Kongresshalle dank Masurs Mozart- Zyklus und vor 20 Jahren ein erstes und letztes Mal im Neuen Gewandhaus.

LEBENSLINIE
Mozart-Bewunderer Tschaikowski war Intimfreund des Fagotts und legt dem Instrument auch in der 4. Sinfonie unwiderstehliche Liebesbeweise zu Füßen. Pate standen neben Mozart vornehmlich Mendelssohn und Schumann sowie Beethoven, dessen Schicksalssinfonie Tschaikowski als Vorbild seiner Vierten auswies. Er war so zufrieden mit dem Werk, dass er lange vor einer Fünften zurückschreckte – aus Sorge, nicht wieder dieses Niveau zu erreichen. Keine einzige Note fände sich in seiner 4. Sinfonie, die nicht tief empfunden und Widerhall innerster Regungen sei.

SCHLANKE LINIE
Pärts drittes Werk, das den Titel »Sinfonie« trägt, ist zugleich eines der ersten, mit denen er sein Schweigen brach und den neuen Stil erprobte. Weit gespannte Bläsermelodien, farblich fein abgemischt,ranken durch den 20-Minüter. Selbst wo das Orchester geschlossen auftritt, bestimmen Linien das Geschehen. Altes prägt zwar modellhaft Satzmuster und Klanglichkeit, doch das Tamtam wühlt den Wohlklang furchteinflößend auf, die Pauke poltert als Antipode der funkelnden Celesta, und im tiefen Blech rumort Strawinsky. Im zeitübergreifenden Zug sah Pärt die größte Errungenschaft seiner 3. Sinfonie, die am 21. September 1972 in Tallinn unter Widmungsträger Neeme Järvi erstmals erklang: Immer zahlreichere Zellen breiten sich aus, berühren und vereinen sich. Auch der harmonische Verlauf entwickelt sich aus kurzen Kadenzen. Daraus erwächst die polyphone Komplexität. Es war mir gelungen, eine Brücke zwischen einem Gestern, das mehrere Jahrhunderte alt ist, und dem Heute zu schlagen.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert

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HALS UND KOPFEs musste mal wieder schnell gehen: Mozart hatte beim Zwischenstop in Linz für ein Konzert am 4. November 1783 keine Sinfonie bei der Hand. Da schüttelte er einfach eine aus dem Ärmel.…

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HALS UND KOPF
Es musste mal wieder schnell gehen: Mozart hatte beim Zwischenstop in Linz für ein Konzert am 4. November 1783 keine Sinfonie bei der Hand. Da schüttelte er einfach eine aus dem Ärmel. Weil ich keine einzige Simphonie bey mir habe, so schreibe ich über hals und kopf an einer Neuen, erfuhr sein Vater. Und was für eine. Wenige Tage genügten für eine halbe Stunde Musik für die Ewigkeit. Ich kann jeden verstehen, dem die Höhe der Kunst unter solchen Bedingungen nicht ganz geheuer ist. Mozart macht keinen Hehl daraus, welche Heroen er verehrte – Händel etwa – und überwältigt zugleich mit Klängen, die himmelweit hinter sich lassen, was die Musikwelt bis dato gehört hat. Allein schon die Einleitung rechtfertigt, dass Sinfonik alsbald prädestiniert für den Ausdruck des Großen, des Feyerlichen und Erhabenen vorzüglich geschikt erschien, wie Lexikograph Sulzer in Leipzig konstatierte, wo Mozarts Musik früh auf fruchtbaren Boden fiel.

HAND UND FUSS
Die »Linzer« ist die letzte vor jenen vier allerletzten Sinfonien, die gut drei Jahre später von der »Prager« eröffnet werden. Eine Wiener Akademie im Advent 1786 mag den Anlass für die Komposition gegeben haben. Den Namen erhielt die Sinfonie jedoch von ihrer Darbietung am 19. Januar 1787 in Prag. Dort durfte sich Mozart kurz vor dem 31. Geburtstag dank des Figaro seines größten Erfolges zu Lebzeiten freuen. Die Gestalten seiner Opern sind auch in den Sinfonien heimisch: Kündigt nicht die »Linzer« schon die Zauberflöte an? Schreitet nicht Don Giovanni dem Kopfsatz der »Prager« voran und springt nicht Cherubino im Finale aus dem Fenster? Dazwischen nur ein Mittelsatz – vielleicht weil das Werk auch so schon alle Längen-, Tiefen- und Ausdrucks-Dimensionen sprengt – vier Jahre vor Haydns Londoner, 13 Jahre vor Beethovens Erster und 30 Jahre vor der Großen C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert, der viele Lieder davon singen kann, dass künstlerische Reife keine Frage des Alters sein muss und die wahre Größe manchmal erst aus zeitlicher Distanz fasslich wird. Schubert starb im Alter von 31, Mozart mit 35 Jahren.

Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Zoltán Kodály, Bohuslav Martinů, Franz Schubert

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VORAUSEILENDER RUFSchubert habe besondere Bedeutung für sie, bekennt Joana Mallwitz beharrlich in Interviews. Dass sie seine längste und leipzigste Sinfonie für ihr Debüt beim Gewandhausorchester…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie III

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Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

VORAUSEILENDER RUF
Schubert habe besondere Bedeutung für sie, bekennt Joana Mallwitz beharrlich in Interviews. Dass sie seine längste und leipzigste Sinfonie für ihr Debüt beim Gewandhausorchester wählt, kommt nicht von ungefähr und ist nicht ungefährlich. Seit Mendelssohn den Schatz im Gewandhaus gehoben hat, dirigierten sämtliche Kapellmeister – darunter Gade, Reinecke, Nikisch, Walter und Furtwängler – dieses Werk, und die Einspielungen unter Masur und Blomstedt genießen Referenz-Status. Schuberts Große C-Dur zählt zum Tafelsilber des Orchesters, das die Chefs nur erlesenen Gästen wie Busch, Klemperer und Welser-Möst anvertrauen. Einer Debütantin wird diese Ehre nur zuteil, wenn sie dazu Bedeutsames zu sagen hat. Das soll für Mallwitz im wörtlichen wie musikalischen Sinne gelten. Es lohnt sich, genau hinzuhören, wenn die Hörner Schuberts Ruf erschallen lassen, der das Orchester bis zum gewaltigen Schlussappell lenkt.

KEIN VERGLEICH
Frei von Konkurrenzdruck können sich »die Jussens« in Martinůs Musik stürzen. Sein Konzert für zwei Klaviere blieb bislang im Gewandhaus unangetastet. Der Komponist war vor den Nationalsozialisten in die USA geflüchtet und hatte dort dank Koussevitzky rasch Fuß gefasst. Sinfonien und Konzerte flossen ihm förmlich aus der Feder und machten ihn rasch berühmt und beliebt in der Neuen Welt, wo sein verspielt nostalgischer Tonfall gut ankam. In seiner neuen Wahlheimat New York brachte Martinů 1943 das zweiklavierige Konzert binnen eines Monats zu Papier und widmete es dem russisch-französischen Duo Luboshutz & Nemenoff. Die Form ist frei an ein barockes Concerto grosso angelehnt, spricht der Schöpfer. Es verlangt virtuose Klaviertechnik, und die Farbe von zwei Klavieren ruft neue Klangwirkungen hervor. Die Musik lotet kontrapunktische Potenziale aus, man hat ihr Einflüsse böhmisch-mährischer Volkslieder abgelauscht, und ihre draufgängerische Energetik ist wie geschaffen fürs Tastentemperament der niederländischen Pianistenbrüder.

Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann