Freitagsserie IV

Hier trifft die Kernkompetenz des Gewandhausorchesters auf spannende Gäste: Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons dirigiert Mendelssohn und Schumann, Ivan Repušić gibt sein Gewandhaus-Debüt. Dazu: Sibelius, Tschaikowski, Dukas’ »Zauberlehrling« und Mozarts »Jupiter«-Sinfonie. 

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Konzerte der Freitagsserie IV

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Jean Sibelius, César Franck

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Sibelius’ Violinkonzert entstand in einer Phase persönlicher Unsicherheit und zeichnet sich durch dichte motivische Arbeit sowie präzise instrumentale Dialoge aus. Die Solovioline wird in jedem Satz…

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Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Sibelius’ Violinkonzert entstand in einer Phase persönlicher Unsicherheit und zeichnet sich durch dichte motivische Arbeit sowie präzise instrumentale Dialoge aus. Die Solovioline wird in jedem Satz vor neue technische und expressive Herausforderungen gestellt und tritt mit den orchestralen Strukturen in Beziehung, die mit dramatischen Spannungsbögen eine bisweilen filmische Wirkung entfalten. Der Solist Nikolaj Szeps-Znaider zeichnet sich dabei durch seinen bemerkenswerten Umgang mit der Balance zwischen Detail und dramatischem Bogen aus. Francks Sinfonie wiederum spannt ein organisches Motivnetz über vier Sätze hinweg, in dem Themen wieder aufgegriffen, verdichtet und transformiert werden. Beide Werke teilen die Tonart d-Moll als tragenden Rahmen. Sie erkunden darin mit packender Wucht und musikalischem Sog Konflikt, innere Spannung und den Weg zu Auflösung.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann

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Was für ein Konzertprogramm: ein Violinkonzert mit dem Weltstar Augustin Hadelich sowie eine halbe und eine ganze Sinfonie! Das 1845 mit dem Gewandhausorchester in Leipzig uraufgeführte Konzert für…

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Was für ein Konzertprogramm: ein Violinkonzert mit dem Weltstar Augustin Hadelich sowie eine halbe und eine ganze Sinfonie! Das 1845 mit dem Gewandhausorchester in Leipzig uraufgeführte Konzert für Violine und Orchester von Felix Mendelssohn Bartholdy perlt mit seinen wunderschönen Läufen und ineinander übergehenden Sätzen nur so vor sich hin. Auch Schumanns 4. Sinfonie strömt über die Satzgrenzen hinweg, sodass sich alle vier Sätze zu einem einzigen sinfonischen Fluss vereinen. Aufhorchen lassen sollte uns die deutsche Erstaufführung der vom finnischen Komponisten Luukas Hiltunen vervollständigten Fragmente des ersten und zweiten Satzes der 6. Sinfonie von Mendelssohn, die dieser noch in seinem Todesjahr 1847 in Leipzig konzipierte. Das Konzert ist einer der Höhepunkte der diesjährigen Mendelssohn-Festtage, die im Zeichen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen stehen.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Modest Mussorgski, Peter Tschaikowski, Béla Bartók

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SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY ENDEuphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23.…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY END
Euphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23. Juni [1867], dem Vorabend des Johannistages, wurde mit Gottes Hilfe die »Johannisnacht auf dem Kahlen Berge« beendet – ein musikalisches Bild folgenden Inhalts: 1. Versammlung der Hexen, ihr Klatsch und Tratsch, 2. Der Zug des Satans, 3. Heidnische Verherrlichung des Satans und 4. Hexensabbat. Die Partitur ist ohne Skizzen direkt ins Reine geschrieben und Mili Balakirew zugeeignet. Ausgerechnet der vorgesehene Widmungsträger, Mussorgskis Mentor, reagierte mit Ablehnung. Rimski-Korsakow hingegen wurde nach Mussorgskis frühem Tod zum Retter. Seine Bearbeitung verhalf der Tondichtung zum Durchbruch, griff jedoch tief in die Werksubstanz ein. Von Mussorgskis Wurf blieb weder Form noch Instrumentierung, weder Tonartenfolge noch Dramaturgie. Harmonische Härten wurden ausgebügelt, mit denen Mussorgski bewusst provoziert hatte: Dafür würde man mich aus dem Konservatorium jagen! Erhalten blieb, worauf Mussorgski besonders stolz gewesen war: feuriger Charakter ohne Längen.

TASTENDONNER MIT SONNIGEN AUSSICHTEN
Tschaikowskis 1. Klavierkonzert – heute eines der beliebtesten Klavierkonzerte überhaupt – traf ein ähnliches Schicksal. Nachdem es innerhalb weniger November- und Dezemberwochen des Jahres 1874 komponiert und in den Folgemonaten instrumentiert worden war, machte niederschmetternde Kritik von unerwarteter Seite die Freude des Komponisten über seinen Geniestreich zunichte. Wieder kam sie vom vorgesehenen Widmungsträger, hier dem Pianisten und Leiter des Moskauer Konservatoriums Nikolai Rubinstein. Der Solopart sei unspielbar, etliche Passagen abgedroschen und ungeschickt, die Musik insgesamt trivial. Tatsächlich beruhen viele der einprägsamen Themen auf Volksliedern und trugen letztlich zum Erfolg bei. Entscheidend war wiederum ein Retter: Tschaikowski erkor Hans von Bülow zum neuen Widmungsträger, der die Komposition im Zuge seiner unmittelbar bevorstehenden Amerika-Tournee in Boston – 70 Jahre später Premierenschauplatz von Bartóks Konzert für Orchester – zur Uraufführung brachte. Umjubelte Darbietungen in den USA und Europa folgten.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Steffen Schleiermacher, Sergej Prokofjew, Maurice Ravel, Paul Dukas

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MIT DER TÜR INS HAUSIm Mai 1985 führte Kurt Masur mit dem Gewandhausorchester mein Stück »Musik für Pauken und Orchester« auf, berichtet Steffen Schleiermacher. Wie es eigentlich dazu kam, weiß ich…

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MIT DER TÜR INS HAUS
Im Mai 1985 führte Kurt Masur mit dem Gewandhausorchester mein Stück »Musik für Pauken und Orchester« auf, berichtet Steffen Schleiermacher. Wie es eigentlich dazu kam, weiß ich nicht mehr, schließlich war es nicht alltäglich, dass das Prüfungsstück eines Kompositionsstudenten vom Gewandhausorchester uraufgeführt wurde. Aus diesem ersten Zusammentreffen entwickelte sich ein langjähriges freundliches Miteinander. Das Stück »Zerronnenes Licht« – komponiert zum Gedenken an Masur – nimmt einige Elemente dieses 40 Jahre alten Stückes (etwas ironisch) wieder auf, zum Beispiel fällt die Pauke zu Beginn gleich »mit der Tür ins Haus«.

MIT DEM BESEN INS BAD
Die Blechbläser halten die Luft an, die Pauken sind gespannt und die Streicher etwas verstimmt ob des bläserseligen Paradestücks, das Kurt Masur so gerne und oft dirigiert hat. Dann hebt sich auch schon der Zauberstab und zeigt den Auftakt zur tönenden Parabel vom übermütigen Gesellen, der seinem Meister nacheifert, ohne die eigenen Grenzen zu kennen und die Folgen seines Tuns abschätzen zu können. Goethe steuerte die Ballade in freundschaftlichem Dichterwettstreit zu Schillers »Musen-Almanach für das Jahr 1798« bei. Zu jeder Zeit hallt sie wider aus den Wirrungen der Wissen- und Wirtschaft, der Politik und Poesie. Auch privat hat gewiss jeder schon einmal gestöhnt: Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los! Und vielleicht zog Dukas dieses Fazit, als schon zu Lebzeiten sein gesamtes übriges Schaffen in den Fluten des unbeherrschbar erfolgreichen Zauberlehrlings versank. Genau 100 Jahre lag die Entstehung der Ballade zurück, als er die französische Übersetzung für sein Scherzo L’apprenti sorcier aufgriff.

MIT DEM FAGOTT INS VERDERBEN
Nach einer viel zu kurzen Viertelstunde ist der Spuk vorüber: In die Ecke! Besen, Besen, seid’s gewesen! befiehlt der Hexenmeister von seinem Pult, und schon wird das großspurige Thema kleinlaut, die magischen Fagotte verwandeln sich glucksend zurück in grobe Holzklötze mit störrischer Mechanik, und eine Solo-Bratsche seufzt etwas von der Moral der Geschicht’, bis mit energischer Geste Märchenbuch und Partitur wieder zugeschlagen werden.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Richard Strauss, Sergej Prokofjew

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ORGANISCH STATT ORGIASTISCHMein Lebenswerk ist beendet, und die Noten, die ich als Handgelenksübungen jetzt noch für den Nachlaß zusammenschmiere, haben keinerlei musikgeschichtliche Bedeutung, sprach…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

ORGANISCH STATT ORGIASTISCH
Mein Lebenswerk ist beendet, und die Noten, die ich als Handgelenksübungen jetzt noch für den Nachlaß zusammenschmiere, haben keinerlei musikgeschichtliche Bedeutung, sprach Strauss 79-jährig im Oktober 1943. Und schmierte in sechs verbleibenden Lebensjahren Wesentliches wie die Metamorphosen zusammen. Der Titel verweist weniger auf Ovid als auf Goethe, dessen Schriften Strauss zum zweiten Mal vollständig gelesen hatte, wie er dem Auftraggeber und Premieren-Dirigent Paul Sacher bekannte. Trösteten inmitten von Vernichtung und Krieg Goethes Gedanken zur ewigen Erneuerung der Natur? Als Strauss die Arbeit an den Metamorphosen aufnahm, lagen seine Wirkungsstätten in Schutt und Asche oder wurden auf Geheiß von Goebbels geschlossen.

PLASTISCH STATT PLAKATIV
Ungewöhnlich lange brütete Strauss über der Partitur. Am 12. April 1945, 26 Tage vor der deutschen Kapitulation, war sie vollendet. Mittlerweile hatte er beschlossen, das Spätwerk »der breiteren Öffentlichkeit vorzuenthalten« – zumindest bis zu seinem Ableben. Doch ihm war vergönnt, am Aufschwung nach Kriegsende teilzuhaben und versöhnlich Abschied von den Bühnen der Welt zu nehmen. Am 25. Januar 1946 gelangten die Metamorphosen in der Schweiz, wo Strauss vier Jahre Zuflucht fand, zur Uraufführung. Farbenfreude – sonst charakteristisches Merkmal seines Orchesters – ist monochromer Grisaille gewichen, plastisch und fein schattiert. Über den fahl verglimmenden letzten Tönen prangt IN MEMORIAM, und in der Tiefe kriecht der Trauermarsch aus Beethovens Eroica. Die Deutung fällt nicht schwer.

HADERND STATT HEROISCH
Im Januar 1946 war auch Prokofjews 5. Sinfonie in die Welt getreten. Gefeiert und mit Preisen dekoriert skizzierte ihr Schöpfer schon bald eine Sechste. Auch sie fand offene Ohren, als sie am 11. Oktober 1947 in Leningrad erstmals erklang. Doch das Blatt wandte sich im In- und Ausland. Den Sittenhütern des Sowjetregimes war sie zu dunkel und schroff. Tatsächlich taumelt selbst das gut gelaunte Finale in einen Abgrund, der giftige Es-Dur-Schwefeldämpfe speit und jener Helden spottet, die sich sonst in der Eroica-Tonart sonnen. Flammt nicht vielmehr im katastrophischen Kopfsatz Beethovens letzte Klaviersonate auf? Deren Opuszahl 111 ziert, als Zeuge einer zeitweilig angedachten Zueignung an Beethoven, die Sechste seines Verehrers Prokofjew.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Arvo Pärt

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SONNTAGS BACHIch gehe alle Sonntage um 12 uhr zum Baron von Suiten – und da wird nichts gespiellt als Händl und Bach. ich mach mir eben eine Collection von den Bachischen fugen. Als Mozart mit Studien…

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SONNTAGS BACH
Ich gehe alle Sonntage um 12 uhr zum Baron von Suiten – und da wird nichts gespiellt als Händl und Bach. ich mach mir eben eine Collection von den Bachischen fugen. Als Mozart mit Studien beim Wiener Adel seinen Vater beschwichtigte, der den Sohn bei rauschenden Bällen wähnte, war Bach noch keine 32 Jahre unter der Erde. Leopold las gewiss mit Genugtuung, dass Wolfgang sich in bachbeflissenen Kreisen ernsthaft mit ernster, ja sehr ernster Musik befasste und sogar Geld damit verdiente. Vielleicht verdanken wir dem Bach-Nerd Gottfried van Swieten auch die Baron-Salongerechte Einrichtung der c-Moll-Fuge, welche ich schon lange für 2 klaviere geschrieben habe, samt Erweiterung um ein kurzes Adagio à 2 violini, viola, e Baßo. Dann reiste Mozart nach Leipzig und brachte seine jüngste Sinfonie zur Uraufführung, die zunächst nicht Jupiter, sondern mit der Schlussfuge hieß und auf ihre Weise im Bach gründelt. Der Gewandhaus-Auftritt bot wenig Anlass zur Freude; dafür entlockten Bach-singende Thomaner Mozart den Ausruf: Das ist doch einmal etwas, woraus sich was lernen lässt!

TEMPORÄR TROMPETE
Für viel Trara sorgte hingegen der kaiserlich-königliche Hoftrompeter Hr. Weidinger aus Wien, als er 1802 in Leipzig das Konzert zum Besten gab, das Haydn 1796 für ihn und seine Klappentrompete komponiert hatte. Das Gewandhaus-Publikum staunte, dass Weidinger alle halben Töne, die im Umfang des Instruments liegen, beherrscht, und zwar so, dass er Läufer durch dieselben macht. Die chromatische Wendigkeit des sonst an Naturtöne gebundenen Instruments war teuer erkauft, indem dies Instrument dadurch pompösen Charakter verloren habe. In Mendelssohns feinem Ohr klang die verfluchte Klappentrompete wie ein Trompetencastrat, so matt und unnatürlich. Als mit der Ventiltrompete ein Instrument Verbreitung fand, das tatsächlich großen Tonvorrat und hohe Klangqualität vereinte, war das Schicksal der organisirten Trompete mit Klappen besiegelt. Sie klapperte noch einige Zeit in Militärkapellen und verschwand dann in den Fußnoten zum klassisch-virtuosen Konzertrepertoire, das wir Weidinger verdanken.

PERMANENT PÄRT
Als Pärt vor 33 Jahren mit seinem Latein am Ende war, kam er aufs Italienische zurück und gab seiner B-A-C-H-Collage den neuen Namen Concerto piccolo. Sonst musste er am 30 Jahre alten, 10-tönigen 10-Minüter nicht viel ändern, um 1994 den Auftrag Håkan Hardenbergers und Neeme Järvis für das Göteborger Sinfonieorchester zu erfüllen. Längst war die Trompete mit allen avantgardistischen und jazzidiomatischen Wassern gewaschen und trillert in Hardenbergers Händen mühelos anstelle der Oboe Bachs Sarabande aus Lentolahmen Zehntonclustern heraus. Während sich die Dreiklänge über B-A-C-H stapeln, verleiht sie dem Concerto als Stargast verkaufsfördernden Glamour und gedenkt ihrer Clarinblas-Höhenflüge zur Bachzeit.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann