Sonntagsserie II

Vier große Sinfonien an drei Vormittagen: Haydns letzte Londoner, Schumanns Rheinische, Dvořáks Siebte unter Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons und Bruckners Sechste mit dem Ehrendirigenten Herbert Blomstedt, der am Spielzeitende seinen 100. Geburtstag feiern wird. Zudem ist Zeit für Rachmaninoff-Virtuosität mit Mao Fujita und die Schuke-Orgel darf sich dank Francis Poulenc einen virtuosen Schlagabtausch mit der Orchesterpauke liefern.

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Konzerte der Sonntagsserie II

11 Uhr
Großer Saal

Werke von Sergej Rachmaninoff, Antonín Dvořák

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Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3.…

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Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert stellt einen ungekrönten Rekord auf. Kein anderes Konzert verlangt dem Solisten so viele Noten pro Sekunde ab. Für den Pianisten Mao Fujita wird das Vorzeichenlesen hier zum mentalen Navigieren durch die Struktur des Stücks, in dem jede Sekunde präzise Orientierung verlangt – harmonisch, rhythmisch und klanglich. Bei Dvořáks 7. Sinfonie bedeutet das Vorzeichenlesen, die feinen harmonischen Wendungen und die unterschwellige Dramatik der Partitur zu antizipieren, um die persönlichen und politischen Spannungen, die Dvořák beim Komponieren umgaben, widerzuspiegeln.

11 Uhr
Großer Saal

Werke von Gabriel Fauré, Francis Poulenc, Robert Schumann

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Zwischen Schweigen und Jubel  Gabriel Faurés Suite zu »Pelléas et Mélisande« eröffnet den Abend mit schimmernden, fast schwebenden Klangbildern voller Geheimnisse, Zwischentönen und leiser…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Zwischen Schweigen und Jubel 

Gabriel Faurés Suite zu »Pelléas et Mélisande« eröffnet den Abend mit schimmernden, fast schwebenden Klangbildern voller Geheimnisse, Zwischentönen und leiser Melancholie. Die Musik entstand ursprünglich für ein Schauspiel nach Maurice Maeterlinck, dessen Figuren oft mehr verschweigen als aussprechen. Auch Francis Poulencs Orgelkonzert lebt von starken Stimmungen und überraschenden Wendungen. Nach dem Tod eines engen Freundes wandte sich Poulenc wieder stärker geistlichen Themen zu und schuf eine Hommage an die großen religiösen Orgelwerke der Barockzeit. Gemeinsam mit Gewandhausorganist Michael Schönheit bringen Marek Janowski und das Gewandhausorchester diese vielschichtige Musik zum Leuchten. Schumanns euphorische »Rheinische« Sinfonie knüpft daran an: Inspiriert von seiner neuen Heimat Düsseldorf schrieb er eine Musik voller Aufbruch und Lebensfreude.

11 Uhr
Großer Saal

Werke von Joseph Haydn, Anton Bruckner

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FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEITNüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEIT
Nüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.

GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGT
Nicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.

DURCH SELTSAMKEIT FESSELND
Erstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann