Spielplan des Gewandhauses

Do

22. Sep 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von HK Gruber , Igor Strawinsky

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WALZER SCHÜTZT VOR WAHRHEIT NICHT Die Kurzgeschichten aus dem Wiener Wald des 2. Gewandhauskomponisten HK Gruber – sinfonisches Extrakt seiner Horváth-Oper – stecken seit 2020 im pandemischen…

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WALZER SCHÜTZT VOR WAHRHEIT NICHT

Die Kurzgeschichten aus dem Wiener Wald des 2. Gewandhauskomponisten HK Gruber – sinfonisches Extrakt seiner Horváth-Oper – stecken seit 2020 im pandemischen Uraufführungsstau fest. Die Luft wird schlechter, der Atem kürzer, der Schlaf unruhiger, der Wind kälter, die Miete höher, die Nachbarn lauter und die Nächte einsamer. So harmlos beginnt das Crescendo der Grausamkeiten. Alfred entreißt Marianne den Fängen des Fleischhauer-Gatten, zwingt sie zum Abtreibungsversuch und ver- bzw. entsorgt das gleichwohl geborene Kind bei der Großmutter in der Wachau. Der Kinderwagen wird in die frische Luft gestellt und eine Lungenentzündung löst das »Problem« des unehelichen Kindes. Es fließt kein Blut in dieser Oper, obwohl es immerfort um die (Blut-)Wurst geht, gemetzgert und geschlachtet wird und reichlich Wiener Blut wallt und hallt. Jeder trällert das Lied von der Wachau auf Zeilen von Erwin Weill, der nach Lagerhaft und Deportation 1941 ermordet wurde. Die Dissonanz zwischen idyllischer Landschafts- und Klang-Kulisse und abgrundtiefer Grausamkeit ist schwer zu ertragen. Nur eines bleibt uns erspart – das wäre zu zynisch: ein Ausklang in Harmonie.

VERSEHENTLICH MODERN

Dagegen ist Strawinsky Seelenbalsam. Als die Mäzenin Natalie Koussevitzky 1942 verstarb, weihte er die Ode ihrem Andenken. Das Boston Symphony Orchestra brachte sie 1943 unter Leitung des Witwers zur Uraufführung. Allerdings transponierte ein Trompeter falsch und spielte fortwährend in einer anderen Tonart. Die Kakophonie des eigentlich gefälligen Zehnminutenstücks muss ungeheuerlich gewesen sein – »Darmstadt-reif«, befand Strawinsky. Koussevitzky störte das in keiner Weise. Wir verzichten gleichwohl auf historisch gerechte Wiedergabe. Auch für die erste Einspielung der Konzertsuite aus dem Ballett Petruschka, deren Wiener-Walzer-Persiflagen und Straßenmusik-Kollagen den Kurzgeschichten in nichts nachstehen, engagierte sich Koussevitzky. Als er gefragt wurde, warum Strawinsky nie öffentlich seine Dankbarkeit bekundete, erklärte der legendäre BSO-Chef: Ich habe so viel für ihn getan, dass ihm die Worte fehlen.

Fr

23. Sep 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von HK Gruber , Igor Strawinsky

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WALZER SCHÜTZT VOR WAHRHEIT NICHT Die Kurzgeschichten aus dem Wiener Wald des 2. Gewandhauskomponisten HK Gruber – sinfonisches Extrakt seiner Horváth-Oper – stecken seit 2020 im pandemischen…

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WALZER SCHÜTZT VOR WAHRHEIT NICHT

Die Kurzgeschichten aus dem Wiener Wald des 2. Gewandhauskomponisten HK Gruber – sinfonisches Extrakt seiner Horváth-Oper – stecken seit 2020 im pandemischen Uraufführungsstau fest. Die Luft wird schlechter, der Atem kürzer, der Schlaf unruhiger, der Wind kälter, die Miete höher, die Nachbarn lauter und die Nächte einsamer. So harmlos beginnt das Crescendo der Grausamkeiten. Alfred entreißt Marianne den Fängen des Fleischhauer-Gatten, zwingt sie zum Abtreibungsversuch und ver- bzw. entsorgt das gleichwohl geborene Kind bei der Großmutter in der Wachau. Der Kinderwagen wird in die frische Luft gestellt und eine Lungenentzündung löst das »Problem« des unehelichen Kindes. Es fließt kein Blut in dieser Oper, obwohl es immerfort um die (Blut-)Wurst geht, gemetzgert und geschlachtet wird und reichlich Wiener Blut wallt und hallt. Jeder trällert das Lied von der Wachau auf Zeilen von Erwin Weill, der nach Lagerhaft und Deportation 1941 ermordet wurde. Die Dissonanz zwischen idyllischer Landschafts- und Klang-Kulisse und abgrundtiefer Grausamkeit ist schwer zu ertragen. Nur eines bleibt uns erspart – das wäre zu zynisch: ein Ausklang in Harmonie.

VERSEHENTLICH MODERN

Dagegen ist Strawinsky Seelenbalsam. Als die Mäzenin Natalie Koussevitzky 1942 verstarb, weihte er die Ode ihrem Andenken. Das Boston Symphony Orchestra brachte sie 1943 unter Leitung des Witwers zur Uraufführung. Allerdings transponierte ein Trompeter falsch und spielte fortwährend in einer anderen Tonart. Die Kakophonie des eigentlich gefälligen Zehnminutenstücks muss ungeheuerlich gewesen sein – »Darmstadt-reif«, befand Strawinsky. Koussevitzky störte das in keiner Weise. Wir verzichten gleichwohl auf historisch gerechte Wiedergabe. Auch für die erste Einspielung der Konzertsuite aus dem Ballett Petruschka, deren Wiener-Walzer-Persiflagen und Straßenmusik-Kollagen den Kurzgeschichten in nichts nachstehen, engagierte sich Koussevitzky. Als er gefragt wurde, warum Strawinsky nie öffentlich seine Dankbarkeit bekundete, erklärte der legendäre BSO-Chef: Ich habe so viel für ihn getan, dass ihm die Worte fehlen.

Sa

24. Sep 2022

16 Uhr
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Empfohlen ab 6 Jahren

Igor Strawinsky — Petruschka – Burleske in vier Szenen (Fassung von 1947)

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Musik, Musik, Musik … wohin das Ohr hört. Wir holen uns das bunte Treiben eines russischen Volksfestes ins Gewandhaus und tanzen mit einer der berühmtesten Marionetten der klassischen Musikszene und…

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Musik entdecken

Was für ein Zirkus – Bühne frei für das Gewandhausorchester!

Gewandhausorchester, Cristian Măcelaru Dirigent

Malte Arkona Moderation

Igor Strawinsky — Petruschka – Burleske in vier Szenen (Fassung von 1947)

Wir laden ein zu unseren moderierten Konzerten für Groß und Klein. Malte Arkona führt galant und witzig durch das Programm, erforscht gemeinsam mit Publikum sowie Künstlerinnen und Künstlern faszinierende Werke oder erzählt eine spannende Geschichte. Ob mit dem Gewandhausorchester, der großen Gewandhausorgel oder den Gewandhauschören – für alle ab sechs Jahren gibt es beim Familienkonzert viel Neues und Einzigartiges zu entdecken.

Wer besonders neugierig ist, kommt schon eine Stunde vor Konzertbeginn zur Instrumentenstraße. Hier kann man Musikerinnen und Musiker des Gewandhausorchesters persönlich kennenlernen, Instrumente ausprobieren oder selbst kreativ werden.

Die ersten 200 Kinder erhalten kostenfreien Eintritt dank der Leipziger Stadtbau AG.

Preise: 20 EUR
Flexpreise: 22 EUR
Ermäßigung für Berechtigte, Kinder bis 12 Jahre 11 EUR
Empfohlen ab 6 Jahren

Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Leipzig und der Leipziger Stadtbau AG

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Musik, Musik, Musik … wohin das Ohr hört. Wir holen uns das bunte Treiben eines russischen Volksfestes ins Gewandhaus und tanzen mit einer der berühmtesten Marionetten der klassischen Musikszene und ihren Mitspielern musikalisch um die Wette. Petruschka, das russische Pendant zum Kasper, ist die Puppe eines Gauklers, die in Igor Strawinskys Komposition auf geheimnisvolle Weise zum Leben erwacht. Ob es die teuflischen Sprünge Petruschkas schaffen, die Geduld des Orchesters und unseres Moderators Malte Arkona zu erschöpfen?