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So
11 Uhr Großer Saal
Werke von Arvo Pärt, Antonín Dvořák, George Rochberg, Jean Sibelius
Bitte beachten Sie die Besetzungsänderung.
EINLÄUTEN Dreimal schlägt die Glocke, bevor die Streicher hinzustoßen. Glockenschläge begleiten durch die Elegie auf den 1976 verstorbenen Benjamin Britten. Arvo Pärt, der mit diesen fast 50 Jahre…
Grosse Concerte
Eröffnung der 245. Saison | Fokus: Gewandhauskomponist Arvo Pärt
Isabelle Faust Violine
Arvo Pärt — Cantus in memoriam Benjamin Britten
Antonín Dvořák — Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53
Zugabe: George Rochberg — Fantasy – Nr. 50 aus »Caprice Variations«
Pause
Jean Sibelius — 2. Sinfonie D-Dur op. 43
Bitte beachten Sie die Besetzungsänderungen
Aufgrund einer länger anhaltenden Verletzung musste Hilary Hahn leider absagen. Für sie wird dankenswerterweise Isabelle Faust einspringen.
Preise: 80/61/49/37/23/6 EUR Flexpreise: 88/67/54/41/25/7 EUR Ermäßigung für Berechtigte Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht I
Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig
EINLÄUTEN Dreimal schlägt die Glocke, bevor die Streicher hinzustoßen. Glockenschläge begleiten durch die Elegie auf den 1976 verstorbenen Benjamin Britten. Arvo Pärt, der mit diesen fast 50 Jahre alten Klängen seinen Einstand als Gewandhauskomponist gibt, hatte dessen Musik eben erst für sich entdeckt. Persönlich begegnet war er dem britischen Kollegen nie. Ruhige Glockenschläge und absteigende Moll-Tonleitern, tröstlich einmündend in Harmonie – einfachste Mittel genügen dem Balten für seine mit Klarheit überwältigende Kunst. Scheinbar Vertrautes erschließt neue Ausdruckswelten, lehrt neues Hören, Empfinden und Staunen. Es ist die fassliche Schönheit der Ordnung, die wir alle bewusst oder unbewusst wahrnehmen, die in uns widerhallt, sinniert Pärt: Ist das nicht das Geheimnis aller Arten von Musik?
STAR(T)HILFEWollen Sie mir ein Violinkonzert schreiben? Recht originell, kantilenenreich und für gute Geiger? Die Anfrage seines Verlegers kam Dvořák gelegen, auch wenn der avisierte gute Geiger kein einfacher Kunde war. Schon Max Bruch und Johannes Brahms hatte die Zusammenarbeit mit dem legendären Joseph Joachim einige Nerven gekostet – am Ende jedoch rauschende Erfolge eingebracht. Das Violinkonzert, das Dvořák mühsam all den Extrawünschen Joachims gefügig machte, führte der alternde Jahrhundertgeiger, nachdem er die Fertigstellung vier Jahre hinausgezögert hatte, kein einziges Mal öffentlich auf. Doch das Werk eroberte auch ohne Star-Starthilfe unter überwältigenden Beifallsstürmen die Konzertsäle.
SOMMERREISENWaren Sie wie Sibelius im Sommer an der Amalfi-Küste, idealerweise auf Kosten eines generösen Gönners? Haben Sie Florenz besichtigt und an lauen Abenden Dantes Göttliche Komödie gelesen? Dann wird Ihnen vermutlich in den nächsten Tagen ein weltberühmtes Orchesterwerk aus der Feder fließen. Doch Vorsicht, die neue große Symphonie in fünf Sätzen, inspiriert von Italien und vom Mittelmeer, voller Sonnenschein, Himmelsbläue und überschwänglicher Glückseligkeit könnte erschreckend düster geraten. Und legen Sie Wert auf den feinen Unterschied zwischen poetischer Instrumentierung und politischer Instrumentalisierung.
Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy
MDR-Rundfunkchor, Nikola Hillebrand Sopran, Catriona Morison Alt, Werner Güra Tenor, Matthias Goerne Bariton, Alexander Grassauer Bass
Felix Mendelssohn Bartholdy — Erde, Hölle und Himmel ("Christus") MWV A 26
Felix Mendelssohn Bartholdy — Der 42. Psalm "Wie der Hirsch schreit" op. 42 MWV A 15
Felix Mendelssohn Bartholdy — Die erste Walpurgisnacht op. 60 MWV D 3
Im Rahmen des Themenjahres »Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026« widmet sich dieses Konzert ganz dem Werk Felix Mendelssohn Bartholdys. Der Enkel des berühmten jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn wurde zwar christlich erzogen, blieb aber zeitlebens eine symbolische Brücke zwischen jüdisch-deutschen Realitäten. In Leipzig prägte er als Gründer des Konservatoriums und Kapellmeister des Gewandhausorchesters das Musikleben entscheidend und ebnete damit auch jüdischen Musikerinnen und Musikern den Weg in die bürgerliche Kunstwelt. Sein Wirken steht exemplarisch für die kulturelle Integration und zugleich die Ambivalenz jüdischer Identität im 19. Jahrhundert.
Anton Bruckner — 4. Sinfonie Es-Dur WAB 104 ("Romantische")
ZYKLISCHES GESTALTEN Im 19. Jahrhundert wird thematische Zyklusbildung in mehrteiligen Werken ausgehend von der Musik der Wiener Klassiker zur wichtigen Maxime. Das kaum wahrnehmbare Detail kann…
Preise: 80/61/49/37/23/6 EUR Flexpreise: 88/67/54/41/25/7 EUR Ermäßigung für Berechtigte Abos: Sonntags-Anrecht I
ZYKLISCHES GESTALTEN Im 19. Jahrhundert wird thematische Zyklusbildung in mehrteiligen Werken ausgehend von der Musik der Wiener Klassiker zur wichtigen Maxime. Das kaum wahrnehmbare Detail kann ebenso zum Zusammenhalt beitragen, wie große architektonische Konzepte. Bruckners klar fassliche Themen aus naturgegebenen Intervallen und markanten Rhythmen, eingebunden in verlässliche Formkonzepte, dramaturgische Stringenz und planvolle harmonische Abläufe stiften Einheit im Einzelwerk und verleihen der gesamten Werkgruppe Konsistenz. Seine Hauptthemen, Gesangsperioden und Schlussgruppen tragen in allen Sinfonien vergleichbare Wesensmerkmale. Und doch wahrt jedes seine Einmaligkeit und ist wiederum nur im Kontext der jeweiligen Sinfonie stimmig. Die Kopf-, Adagio-, Scherzo- und Finalsätze folgen ebenfalls verbindenden Maximen – und sind zugleich höchst individuell in ihrer Ausprägung. Starke Gemeinschaft und individuelle Freiheit widersprechen sich nicht, sondern befördern einander. ZYKLISCHES DASEINVorbild für menschengemachte Zyklen sind die großen Kreisläufe der Natur – Tages- und Jahreszeiten, Sonnen- und Mond-Zyklen. Ihnen folgen die Festkreise der Kulturen und Religionen, ihr Modell prägt profane und sakrale Feste. An liturgischen Zyklen, die musikalisch ausgestaltet werden, formen sich ästhetische Maximen, die später Lieder und Quartette, Charakterstücke und Sonaten, Sinfonien und Opern zu Paaren, Tetralogien, Sechser- und Zwölfergruppen oder noch größeren Sammlungen bündeln. Gerade Bruckners Vierte, die er selbst seine »Romantische« nannte, offenbart die Bedeutung von Naturphänomenen und menschlichen Lebenswelten für sein schöpferisches Wirken. Sein umfassendes musikalisches Weltbild, das Sinfonik als Gottesdienst begreift und Messen sinfonisch denkt, verleiht der musikalisch-zyklischen Idee neue geistig-geistliche Tragweite.
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