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Do
19.30 Uhr Großer Saal
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Werke von Arvo Pärt, Dmitri Schostakowitsch, Johannes Brahms
HAT SEINEN PREISAls Festmusik zur Verleihung des renommierten Léonie Sonning Music Prize 2008 in Kopenhagen gab die dänische Sonning Music Foundation beim Preisträger Arvo Pärt ein Werk in Auftrag,…
Grosse Concerte
Fokus: Gewandhauskomponist Arvo Pärt
Gewandhausorchester, Petr Popelka Dirigent, Sol Gabetta Violoncello
Arvo Pärt — These Words … für Streichorchester und Schlagzeug
Dmitri Schostakowitsch — 2. Konzert für Violoncello und Orchester op. 126
Pause
Johannes Brahms — 4. Sinfonie e-Moll op. 98
Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR Ermäßigung für Berechtigte Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026. Abos: Serie II
Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig
HAT SEINEN PREISAls Festmusik zur Verleihung des renommierten Léonie Sonning Music Prize 2008 in Kopenhagen gab die dänische Sonning Music Foundation beim Preisträger Arvo Pärt ein Werk in Auftrag, das Dänemark mit einem Hamlet-Zitat im Titel huldigt. Gertrude heißt ihren Sohn Hamlet im 3. Akt schweigen: These words, like daggers, enter in mine ears – Wie Dolche dringen diese Worte in meine Ohren. Furchteinflößend rumort die Große Trommel in diesem ungewohnt dramatisch-theatralischen Orchesterstück des Gewandhauskomponisten. Verzweifelt stammeln die Streicher ein Gebet und rufen mit den Perkussionisten wortlos einen russisch-orthodoxen Schutzengel an.HAT SEINE HÖHEN UND TIEFENEin trockener Fortissimo-Schlag der Großen Trommel fährt mit verstörender Wucht mitten in Schostakowitschs 2. Violoncellokonzert. Jäh verstummt das Orchester. Beängstigende Abgründe tun sich auf und verleiten dazu, Erklärungen jenseits der Musik zu suchen. Ebenso das Zitat eines Gassenhauers, von dem Schostakowitsch behauptet, er könne sich nicht erklären, wie es hineingeraten sei. Schostakowitschs Exegeten wissen wie immer mehr und spekulieren wild. Wenig Deutungsspielraum lässt das Ende. Die Musik verwandelt sich wie in der 4. und 15. Sinfonie in ein Uhrwerk, das die Zählzeiten mechanischherunterticken lässt, bis die Batterie keine Energie mehr hat.HAT SEINEN HELDENAuch Schostakowitsch ließ sich zu diesen Klängen einen Preis umhängen. Die zentrale Feier zu seinem 60. Geburtstag am 25. September 1966 in Moskau verband sich mit der Uraufführung des 2. Violoncellokonzerts. Nachdem das Jubeljahr dem Künstler bereits hymnische Aufsätze, ein Filmportrait, Festivals und Konzerte zu seinen Ehren sowie etliche Preise – darunter ein Lenin-Orden und eine Hammer-und-Sichel-Medaille – eingetragen hatte, dekorierte man ihn am Premierenabend mit einem Titel, der nie zuvor an einen Musiker vergeben worden war. Der von einem Schlaganfall gezeichnete »Held der sozialistischen Arbeit« musste allerdings bangen, ob seine angegriffene Gesundheit überhaupt den Besuch des Konzerts zulassen würde, zumal solche Ereignisse den notorisch nervösen Komponisten enorm erregten.
Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann
Fr
Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven
DAS A UND OEine leuchtende Dur-Tonart, vitale Rhythmen zwischen Beschwingtheit und Obsession, feuriges Temperament zwischen Lebensfreude und Rausch, Vivace als unaufhaltsames, durchgehend nervös…
Fokus: »Tacheles« – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026
Gewandhausorchester, Daniel Barenboim Dirigent
Felix Mendelssohn Bartholdy — 4. Sinfonie A-Dur MWV N 16 ("Italienische")
Ludwig van Beethoven — 7. Sinfonie A-Dur op. 92
DAS A UND OEine leuchtende Dur-Tonart, vitale Rhythmen zwischen Beschwingtheit und Obsession, feuriges Temperament zwischen Lebensfreude und Rausch, Vivace als unaufhaltsames, durchgehend nervös vibrierendes Grundtempo, unterbrochen und aufs Schärfste kontrastiert durch intensive Zeitstauung im dunklen Trauermarsch- und Romanzen-Moll, das am Ende Zerfall zelebriert: Die Rede ist von – Beethovens Siebter? Mendelssohns Italienischer? Von dem, was beide verbindet? Von Universalien der Musik, die das Wesen dieser Werke bestimmen?
VON A BIS ZDer unvermittelte Sprung in den reißenden Strom pulsierender Bewegung – oder eine riesenhafte langsame Einleitung mit behutsamem Übergang ins rasche Tempo? Rhapsodischer Gesang – oder episodischer Gang durch Doppelvariationen? Ein galant-tänzerischer Gegenakzent in der lichten Grundtonart – oder die impulsiv-resolute Antithese im provokant fernen F-Dur? Das erst in letzter Sekunde verhinderte Versiegen im Pianissimo – oder eine Sforzato-Fortissimo-Orgie zum Beschluss? Die Rede ist immer noch von den beiden Werken, im Abstand von 20 Jahren in London und Wien uraufgeführt, die verwandter und unterschiedlicher kaum sein könnten – verbunden und getrennt durch komplementäre Extreme und fundamentale Gemeinsamkeiten. Was auch immer wir in Musik suchen, was auch immer Musik mit uns zu tun haben mag: Hier ist es wirkmächtig und sinnhaft präsent.
Präsentiert von ((LOGO Sparkasse))
Werke von Carl Maria von Weber, Wolfgang Amadeus Mozart, Richard Strauss
SACHSENDERBY: ELBFLORENZ & K LEINPARISIm jahrhundertealten Wettstreit der sächsischen Musikmetropolen um die bedeutendsten Meister der Tonkunst werden Weber und Strauss meist Elbflorenz zugeschlagen.…
Rudolf Buchbinder zum 80. Geburtstag
Gewandhausorchester, Fabio Luisi Dirigent, Rudolf Buchbinder Klavier
Carl Maria von Weber — Ouvertüre zur Oper "Oberon" J 306
Wolfgang Amadeus Mozart — Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 595
Richard Strauss — Ein Heldenleben – Tondichtung für großes Orchester op. 40
Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR Ermäßigung für Berechtigte Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026. Abos: VARIO, Serie II
SACHSENDERBY: ELBFLORENZ & K LEINPARISIm jahrhundertealten Wettstreit der sächsischen Musikmetropolen um die bedeutendsten Meister der Tonkunst werden Weber und Strauss meist Elbflorenz zugeschlagen. Dabei kann auch Kleinparis mit deren Besuchen und frühen Darbietungen ihrer Werke punkten. Oberon etwa, die Feenoper auf ein »romantisches Heldengedicht« Christoph Martin Wielands, gelangte vor genau 200 Jahren, am 23. Dezember 1826, in Leipzig zur deutschen Erstaufführung. Da lebte freilich der Dresdner Hofkapellmeister bereits nicht mehr: Seine angeschlagene Gesundheit verzieh ihm die Strapazen der Reise zur Premiere nach London nicht.GEMISCHTES DOPPEL: OBERON & TITANIA VS. RICHARD & PAULINEElfenkönig Oberon und seine streitlustige Gattin Titania machen den Zauberhorn-bewehrten Hüon und dessen Klarinetten-Liebschaft zum Spielball ihres Zwists, was die Ouvertüre mit herrlichen Bläser-Soli und hinreißenden Melodien spoilert. Gleich acht Hörner huldigen dem Helden des Heldenleben – Alter Ego seines Schöpfers Strauss, der als Sohn eines bedeutenden Hornisten innige Liebe zu diesem Instrument hegte. Gemahlin Pauline, der eine Solo-Violine kapriziöse Züge verleiht, steht im Kampf gegen beckmesserische Widersacher bei. Die Siegesfeier gibt Anlass zur großen Richard-Retrospektive: »Des Helden Friedenswerke« zitieren sein bisheriges Schaffen herbei. Auch Strauss hatte Leipzig übrigens mit seiner f-Moll-Sinfonie längst erobert, als Ernst von Schuch 1899 in Dresden mit dem Heldenleben die goldene StraussÄra einläutete, die in Uraufführungen von Feuersnot, Salome, Elektra und Rosenkavalier gipfelte.KEIN AUSWÄRTSERFOLG: WINTERWEHMUT & FRÜHLINGSSEHNENFür Mozart waren Dresden und Leipzig 1789 nur Durchgangsstationen auf dem Weg zum Preußischen Hof in Berlin. Er besuchte Gesellschaften und Sehenswürdigkeiten, knüpfte Kontakte, bestritt musikalische Wettkämpfe und gab ein Gewandhaus- Konzert – ohne nennenswerte Einnahmen oder attraktive Aufträge zu verbuchen. Kurz vor seinem 35. Geburtstag im Januar 1791 trug Mozart sein sanftmütig-tiefgründiges letztes Klavierkonzert ins Werkverzeichnis ein. Ob er das innige, bläserselige, äußerer Brillanz entsagende Konzert je öffentlich spielte, ist unklar. Wenige Tage nach der Vollendung entsprang dem Thema des Finalsatzes das Lied Sehnsucht nach dem Frühling. Der winterliche Kinderwunsch: Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün offenbart mit Mozarts Musik in träumerisch verspielter Leichtigkeit ein unstillbares, existenzielles Bedürfnis.Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann
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