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So
11 Uhr Großer Saal
Werke von Sergej Rachmaninoff, Antonín Dvořák
Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3.…
Grosse Concerte
Eröffnung der 246. Saison
Gewandhausorchester, Andris Nelsons Dirigent, Mao Fujita Klavier
Sergej Rachmaninoff — 3. Konzert für Klavier und Orchester d-Moll op. 30
Pause
Antonín Dvořák — 7. Sinfonie d-Moll op. 70
Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR Ermäßigung für Berechtigte Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II
Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig
Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert stellt einen ungekrönten Rekord auf. Kein anderes Konzert verlangt dem Solisten so viele Noten pro Sekunde ab. Für den Pianisten Mao Fujita wird das Vorzeichenlesen hier zum mentalen Navigieren durch die Struktur des Stücks, in dem jede Sekunde präzise Orientierung verlangt – harmonisch, rhythmisch und klanglich. Bei Dvořáks 7. Sinfonie bedeutet das Vorzeichenlesen, die feinen harmonischen Wendungen und die unterschwellige Dramatik der Partitur zu antizipieren, um die persönlichen und politischen Spannungen, die Dvořák beim Komponieren umgaben, widerzuspiegeln.
Werke von Gabriel Fauré, Francis Poulenc, Robert Schumann
DIE NÄHMASCHINENFABRIKANTENTOCHTER. . .... Winnaretta Singer war 15 Jahre alt, als sie 1880 dem unnachahmlichen Schumann-Spiel eines 20 Jahre älteren Pianisten und Komponisten verfiel: Gabriel Fauré…
Gewandhausorchester, Marek Janowski Dirigent, Michael Schönheit Orgel
Gabriel Fauré — Suite aus der Bühnenmusik zu "Pelléas et Mélisande" op. 80
Francis Poulenc — Konzert für Orgel, Streichorchester und Pauken g-Moll FP 93
Robert Schumann — 3. Sinfonie Es-Dur op. 97 ("Rheinische")
DIE NÄHMASCHINENFABRIKANTENTOCHTER. . .... Winnaretta Singer war 15 Jahre alt, als sie 1880 dem unnachahmlichen Schumann-Spiel eines 20 Jahre älteren Pianisten und Komponisten verfiel: Gabriel Fauré wurde ihr musikalischer Mentor und lebenslanger Freund. Mehrfach besuchten sie Bayreuth und blieben bis zu seinem Tod 1924 in enger Verbindung. Die 1901 uraufgeführte viersätzige Pelléas et Mélisande-Suite widmete Fauré seiner Gönnerin, wissend, dass sie den Subtext des Maeterlinck-Dramas über tristanesk-todbringende Liebe, die nicht sein darf, verstehen würde. Fauré hatte für eine Londoner Schauspieldarbietung 1898 in Vertretung des gerade an einer Oper zu diesem Stoff arbeitenden Debussy Bühnenmusik zu Pelléas et Mélisande erschaffen. Darauf basieren die vier an eine sinfonische Satzfolge erinnernden Teile, darunter die berühmte Sicilienne mit enigmatisch harfenbegleitetem Flötensolo.. . . HÄLT DIE FÄDEN IN DER HANDZur umfassenden künstlerischen Ausbildung der Mäzenin hatte auch Unterricht im Klavier- und Orgelspiel gehört. Den legendären Salon von Winnaretta und ihrem Ehemann Edmond de Polignac zierte seit 1891 eine Cavaillé-Coll-Orgel. Auf diesem Instrument erklang Francis Poulencs Konzert, das im Auftrag der Princesse de Polignac entstanden war, zum ersten Mal. Da ihr Lieblingsorganist Fauré, der bei der Bestattung ihres Mannes die Orgel gespielt hatte, nicht mehr unter den Lebenden weilte, übernahm im Dezember 1938 Maurice Duruflé den Solopart; es dirigierte Singers Lehrerin Nadia Boulanger. In bester Toccaten-Manier präludiert die Orgel und traf gewiss den Ton der Auftraggeberin, die Bach liebte. Scherzoartige Abschnitte führen Orgel und Orchester zu einer gemeinsamen Sprache, und ein Andante lässt sie beim Vortrag eines innigen Gebets wie zwei Chöre alternieren. Unverzichtbar macht sich die offenbar erst in einem späten Kompositionsstadium hinzugestoßene Pauke, von der alle wichtigen Impulse ausgehen.Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann
Werke von Joseph Haydn, Anton Bruckner
FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEITNüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger…
Herbert Blomstedt zum 100. Geburtstag
Gewandhausorchester, Herbert Blomstedt Dirigent
Joseph Haydn — Sinfonie D-Dur Hob. I:104 ("Salomon")
Anton Bruckner — 6. Sinfonie A-Dur WAB 106
FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEITNüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGTNicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.DURCH SELTSAMKEIT FESSELNDErstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.
Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann
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