Spielplan des Gewandhauses

11 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Sergej Rachmaninoff, Antonín Dvořák

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SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCHAufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee.…

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Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCH
Aufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee. Während der Atlantik-Überfahrt studierte er den sagenhaft schweren Solopart auf einer stummen Klaviatur ein. Dank rasanter Tempi mit fast permanent vollgriffigem Spiel gilt dieses Konzert als Rekordhalter einer fragwürdigen Disziplin: Es mutet dem Solisten die meisten Noten pro Sekunde zu. Rachmaninoffs musikalische Ausdrucksgewalt, die aus unendlich vielen Stimmungs- und Klangfarben-Schattierungen sowie enormer dynamischer und agogischer Flexibilität erwächst, jedoch nie aus Athletik, Pose oder sentimentaler Romantisierung, macht quantitative Statistiken und qualitative Klischees gleichermaßen hinfällig. Die Premiere bestritt er in New York unter Leitung von Walter Damrosch, die unmittelbar folgende zweite Aufführung dirigierte Gustav Mahler.

SINNBILD UND SINNSUCHE
Die düstere Tonart d-Moll eint beide Werke. Rachmaninoffs Moll-Faible ist legendär. Dvořáks Sinfonie lockt mit finsterem Raunen der Bässe und Pauke in eine zerfurchte, schroffe Klanglandschaft, durch die freilich jene beseelten Melodien fliegen, die ihn so beliebt machen. Noch das fantastische Finale, strotzend vor vitaler Energie, weiß um gespenstisch-nachttrunkene Gegenwelten. Sind es nicht gerade die dunklen Klangräume, die uns magisch anziehen?

SECHSTER SINN UND SIEBTE IM SINN
Die 7. Sinfonie bescherte Dvořák einen der größten Erfolge seines Lebens. Die London Philharmonic Society hatte ihn eingeladen – eine Ehre, die zuvor Mendelssohn, Berlioz und Wagner zuteil geworden war – und reihte ihn schon beim ersten Aufenthalt nach Liszt, Brahms und Verdi unter ihre Ehrenmitglieder, gefolgt von Grieg, Tschaikowski und Rachmaninoff. Ferner trug man Dvořák die Komposition einer neuen Sinfonie an, deren Uraufführung er am 22. April 1885 im Zuge seines dritten Englandaufenthalts leitete. Mit Feuereifer hatte er daran gearbeitet: Auf Schritt und Tritt habe ich nichts anderes im Sinn als meine Siebte, die so werden soll, dass die Welt aufhorcht. Dvořáks Wunsch ging in Erfüllung. Die Welt horchte auf – insbesondere auch die Neue Welt.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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11 Uhr
Großer Saal

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Werke von Gabriel Fauré, Francis Poulenc, Robert Schumann

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DIE NÄHMASCHINENFABRIKANTENTOCHTER. . .... Winnaretta Singer war 15 Jahre alt, als sie 1880 dem unnachahmlichen Schumann-Spiel eines 20 Jahre älteren Pianisten und Komponisten verfiel: Gabriel Fauré…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

DIE NÄHMASCHINENFABRIKANTENTOCHTER. . .
... Winnaretta Singer war 15 Jahre alt, als sie 1880 dem unnachahmlichen Schumann-Spiel eines 20 Jahre älteren Pianisten und Komponisten verfiel: Gabriel Fauré wurde ihr musikalischer Mentor und lebenslanger Freund. Mehrfach besuchten sie Bayreuth und blieben bis zu seinem Tod 1924 in enger Verbindung. Die 1901 uraufgeführte viersätzige Pelléas et Mélisande-Suite widmete Fauré seiner Gönnerin, wissend, dass sie den Subtext des Maeterlinck-Dramas über tristanesk-todbringende Liebe, die nicht sein darf, verstehen würde. Fauré hatte für eine Londoner Schauspieldarbietung 1898 in Vertretung des gerade an einer Oper zu diesem Stoff arbeitenden Debussy Bühnenmusik zu Pelléas et Mélisande erschaffen. Darauf basieren die vier an eine sinfonische Satzfolge erinnernden Teile, darunter die berühmte Sicilienne mit enigmatisch harfenbegleitetem Flötensolo.

. . . HÄLT DIE FÄDEN IN DER HAND
Zur umfassenden künstlerischen Ausbildung der Mäzenin hatte auch Unterricht im Klavier- und Orgelspiel gehört. Den legendären Salon von Winnaretta und ihrem Ehemann Edmond de Polignac zierte seit 1891 eine Cavaillé-Coll-Orgel. Auf diesem Instrument erklang Francis Poulencs Konzert, das im Auftrag der Princesse de Polignac entstanden war, zum ersten Mal. Da ihr Lieblingsorganist Fauré, der bei der Bestattung ihres Mannes die Orgel gespielt hatte, nicht mehr unter den Lebenden weilte, übernahm im Dezember 1938 Maurice Duruflé den Solopart; es dirigierte Singers Lehrerin Nadia Boulanger. In bester Toccaten-Manier präludiert die Orgel und traf gewiss den Ton der Auftraggeberin, die Bach liebte. Scherzoartige Abschnitte führen Orgel und Orchester zu einer gemeinsamen Sprache, und ein Andante lässt sie beim Vortrag eines innigen Gebets wie zwei Chöre alternieren. Unverzichtbar macht sich die offenbar erst in einem späten Kompositionsstadium hinzugestoßene Pauke, von der alle wichtigen Impulse ausgehen.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

11 Uhr
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Werke von Joseph Haydn, Anton Bruckner

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FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEITNüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
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Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEIT
Nüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.

GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGT
Nicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.

DURCH SELTSAMKEIT FESSELND
Erstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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