19.-24. Juni 2018: Erste Leipziger »Boston-Woche«

Die erste Leipziger »Boston-Woche« findet vom 19. Juni bis 24. Juni 2018 im Gewandhaus statt. Seit im Jahr 2017 die Kooperation mit dem Boston Symphony Orchestra offiziell ins Leben gerufen wurde, bereichert dieses Format nun erstmals den Spielplan des Gewandhausorchesters und bietet in diesem Jahr letztmalig die Möglichkeit, den Gewandhauskomponisten Jörg Widmann zu erleben.

Andris Nelsons ist Leipzigs 21. Gewandhauskapellmeister und gleichzeitig Music Director des Boston Symphony Orchestra (BSO). Diese beiden Engagements haben die Idee entstehen lassen, eine Kooperation der beiden Orchester zu starten. Nelsons sieht in der Allianz des Gewandhausorchesters (GHO) mit dem BSO eine einzigartige Chance für beide Orchester in unterschiedlichsten Bereichen.

Beispielsweise in der Konzertplanung: Neben zahlreichen neuen Kompositionen, die die Orchester gemeinsam in Auftrag geben und uraufführen oder gegenseitigen Gastspielen dies- und jenseits des Atlantiks, bildet die sogenannte »Boston-Woche« zukünftig einen wichtigen Schwerpunkt im Gewandhaus-Spielplan (umgekehrt die »Leipzig Week« in Boston). Kuratiert werden die Wochen von Christoph Wolff, ehemaliger Direktor des Leipziger Bach-Archivs und Professor der Harvard University, Boston.

Im Großen Concert mit dem GHO dirigiert Nelsons am 21./22. Juni 2018 ein Programm, das zum Kernrepertoire des BSO gehört und viel über den amerikanischen Klangkörper verrät. Außerdem ist in diesem Konzert letztmalig der diesjährige Gewandhauskomponist Jörg Widmann zu erleben und zwar als Klarinettenvirtuose in Elliott Carters Klarinettenkonzert.

Die »Boston-Woche« wird am 19. Juni 2018 eröffnet mit einer Kammermusik der Boston Symphony Chamber Players und einem Kurzvortrag von Prof. Wolff, der die wichtige Rolle Leipzigs und des GHO bei der Gründung des BSO beleuchtet. Zu den historischen Verbindungen der beiden Orchester gehört auch der Bau der Boston Symphony Hall. Am 23. Juni erkunden Ken-David Masur, Associate Conductor des BSO, und Christoph Wolff die Bezüge, die an diesem Abend auch visuell verdeutlicht werden.

Die »Boston Woche« endet am 24. Juni mit einem Gemeinschaftskonzert der Boston Symphony Chamber Players und des Gewandhaus-Quartetts sowie mit einer Gesprächsrunde, die den Zuhörern die einflussreichen Auftragskompositionen des BSO und die Uraufführungstradition beider Orchester näherbringt.

Historisches: Ein Blick auf die Geschichte der beiden Klangkörper zeigt, dass die Verbindung tiefreichende Wurzeln hat: Bevor das BSO 1881 sein erstes Konzert spielte, schaute sich sein Gründer Henry Lee Higginson einiges beim bereits 1743 gegründeten Gewandhausorchester ab. So engagierte er Musiker und Dirigenten aus dem Gewandhausorchester und der Leipziger Hochschule und ließ sich durch das damalige zweite Gewandhaus für den Bau der Boston Symphony Hall inspirieren. Auch holte er den legendären Arthur Nikisch von der Leipziger Oper als Chefdirigent und damit direkten Vorgänger von Andris Nelsons nach Boston – um ihn später als Gewandhauskapellmeister wiederum an Leipzig zu verlieren.