Bronzeplastik in Gedenken an den 85. Todestag von Julius Klengel

Am 17. November 2018 wird die von Steffen Pohle gestiftete Bronzeplastik „Hymnus“ des Leipziger Bildhauers Otto Berndt Steffen im Gewandhaus enthüllt.

Zum 275. Geburtstag des Gewandhausorchesters und in Gedenken an den 85. Todestag von Julius Klengel hat die Stiftergemeinschaft »Gerda Donges & Steffen P.ohle für MUSIK in LEIPZIG« dem Gewandhaus eine Bronzeplastik gestiftet, die am 17. November 2018, 18 Uhr, im Gewandhaus enthüllt wird. Die musikalische Umrahmung übernimmt das Gewandhaus-Quartett.

Der Auftrag für die Plastik erging an den Leipziger Bildhauer Otto Berndt Steffen. Der Name der Skulptur, „Hymnus“, verweist auf eine der wohl berühmtesten Kompositionen von Julius Klengel: „Hymnus für 12 Violoncelli“. Die Stiftung der Skulptur ist eines von mehreren Zielen der Stiftung Pohles. Ein weiteres ist der Kompositionsauftrag an den Leipziger Komponisten Bernd Franke. Ein genaues Datum der Uraufführung durch das Gewandhausorchester mit Michael Wollny als Solist am Klavier steht noch nicht fest. Das neue Werk soll Julius Klengel gewidmet sein.

„Ich möchte mit der Stiftung etwas Nützliches für die Musikstadt Leipzig auf den Gebieten Klassische Musik und Gegenwartsmusik einschließlich Jazz beitragen“, erklärt Steffen Pohle. „Durch meinen Cellounterricht bei der Tochter von Julius Klengel habe ich auf besondere, ich nenne es Klengelsche Weise Zugang zur Musik gefunden, die dann stets eine Lebensfreude vermittelnde Rolle in meinem Leben spielen sollte. Für mich ist Julius Klengel nicht nur eine prägende Gestalt des Gewandhausorchesters und des Leipziger Musiklebens, die heute leider etwas in Vergessenheit geraten ist, sondern zugleich eine vorbildhafte Persönlichkeit, die außergewöhnliche Künstlerschaft mit Lebensnähe, Humor, Bescheidenheit und gesellschaftlichem Engagement in einer kulturvollen Bürgergesellschaft zu verbinden wusste.“

Julius Klengel war von 1876 bis 1924 am Leipziger Gewandhausorchester engagiert und gehört zu den bekanntesten Cellisten seiner Zeit. Seine Komposition „Hymnus für 12 Violoncelli“, die der Bronze ihren Namen leiht, wurde 1920 anlässlich des 25-jährigen Bühnenjubiläums und gleichzeitig des 65. Geburtstages von Arthur Nikisch in Leipzig uraufgeführt. Klengel wurde 1881, mit 22 Jahren, zum Solocellisten des Gewandhausorchesters und gleichzeitig zum Mitglied des Gewandhaus-Quartetts berufen. Im selben Jahr wurde er außerdem Lehrer am Leipziger Konservatorium. Klengel spielte unter drei Gewandhauskapellmeistern: Carl Reinecke, Arthur Nikisch und Wilhelm Furtwängler. Seine Lehrtätigkeit erstreckte sich über mehr als ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tode. Er hatte mehr als tausend Schüler aus allen Erdteilen – darunter spätere Berühmtheiten wie Emanuel Feuermann, Gregor Piatigorsky, Ludwig Hoelscher - und wurde international als renommierter Solist gefeiert. Über achtzig Werke von der Studienliteratur bis zu den vier Konzerten für Cello und Orchester hat Klengel selbst komponiert.

Julius Klengel spielte auf einem Cello, das um 1700 in Mailand gebaut wurde und aus dem Umfeld von Giovanni Baptista Grancino stammt. Das Instrument hat fünfzig Jahre lang den Gewandhausorchester-Klang mitgeprägt. 2006 konnte das wertvolle Instrument dank der Bemühungen von Herbert Blomstedt und der finanziellen Unterstützung der Mitglieder von „The Management Symphony“ wieder ans Gewandhaus zurückgeführt werden. Heute wird das „Klengel-Cello“ von Daniel Pfister, stellvertretender 1. Solo-Cellist des Gewandhausorchesters, gespielt.

Otto Berndt Steffen wurde 1951 in der Nähe von Grimma geboren, absolvierte eine Kunstschmiede-Lehre in Berlin und studierte nach dem Abitur an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden mit dem Abschluss Diplom-Plastiker. Seine Arbeiten finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen in Berlin, Dresden, Leipzig und Magdeburg, wie zum Beispiel im Museum der Bildenden Künste Leipzig, der Kunstsammlung der Sparkasse Leipzig und in der Berliner Nationalgalerie. Plastiken im öffentlichen Raum hat Steffen in Bulgarien, Jugoslawien, Belgien und Deutschland errichtet, unter anderem die 15 Meter und 40 Meter lange Skulptur „Transformation“ auf dem Werksgelände der DOW/BSL Buna SOW Leuna Olefinverbund GmbH in Schkopau.