275 Jahre Gewandhausorchester - Festwochen

275 Jahre, eine stattliche Zahl – eine verwirrende Zahl? Wir schreiben die 237. Saison im Gewandhaus zu Leipzig, da erst ab 1781 das Gewandhaus die Spielstätte des Orchesters wurde, von dem es seinen Namen erhielt. Die eigentliche Geschichte des Orchesters beginnt aber schon früher, nämlich am 11. März 1743. Für diesen Tag notieren wir die Gründung der Konzertgesellschaft »Großes Concert«, mit der die Geschichte der regelmäßigen Konzerte des Orchesters seinen Anfang nimmt.

Nirgendwo sonst in der Welt haben die Bürger einer Stadt so früh und so selbstbewusst ein öffentlich zugängliches Musikleben geschaffen. Es wurde eine Erfolgsgeschichte, die reich ist an exzellenter Musik, großen Künstlern und beeindruckenden Persönlichkeiten. Von all dem möchten wir Ihnen in dieser Saison erzählen. Mit unseren Konzerten, mit Gesprächen, mit einer Ausstellung, einer neuen Chronik und einer digitalen Bibliothek aller Konzertprogramme.

Dem Gewandhausorchester ist es dabei wichtig, seine lange Tradition mit der Gegenwart in Beziehung zu setzen. Ohne die Neugierde auf Neues verlieren wir die Fähigkeit, das Vertraute mit immer neuem Leben zu füllen. Neue Werke zu beauftragen, ist eine alte Tradition des Gewandhausorchesters und entspricht seiner Rolle, die es als Uraufführungsorchester seit jeher innehat. Der neue Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons hat zu diesem Zwecke selbst vier neue Kompositionen in Auftrag gegeben und mit Jörg Widmann erstmalig einen »Gewandhauskomponisten« berufen.

Zur Geschichte des Orchesters gehört auch seine einmalige Aufgabenfülle in der Stadt als Orchester in Kirche, Oper und Konzertsaal. Folgerichtig ist rund um den eigentlichen Geburtstag am 11. März das Orchester in dichter Abfolge in allen seinen drei Spielstätten zu erleben.

Viele musikalische Wegbegleiter und neue Partner hat das Gewandhausorchester zum Geburtstag eingeladen.