Amtseinführung Andris Nelsons

Andris Nelsons hat eine wahrhaftige und innige Beziehung zur Musik, zu seinem Orchester und zu seinem Publikum. Musik ist für ihn kein Selbstzweck, sie erfüllt eine Aufgabe, sie entspricht einem Bedürfnis.

Mit seinen bisherigen Konzerten in Leipzig hat sich Andris Nelsons bereits in die Herzen seines Orchesters und seines Publikums musiziert. Er begegnet den Menschen vorbehaltlos und vertrauensvoll und so begegnet er auch der Musik. Er macht sie auf authentische und direkte Weise für den Moment erfahrbar. Wie jeder große Künstler teilt er in seiner Musik etwas von sich mit und lässt uns daran teilhaben.

Für seinen offiziellen Amtsantritt im Frühjahr 2018 hat Andris Nelsons vier Festwochen rund um den Orchestergeburtstag geplant, in dem er Neues mit Altem kombiniert, kontrastiert und versöhnt. Die Reise geht von Mendelssohn zu Berg, von Rihm zu Schostakowitsch, von Mozart zu Tschaikowski, von Widmann zu Bruckner. Für ihn gibt es in diesen so verschiedenen Stilen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Musik wirkt, wenn sie mit Leidenschaft und Überzeugung aufgeführt wird – sie wirkt auf den Menschen, in der ihr eigenen universellen Sprache, die mehr kann, als nur unterhalten. Sie kann berühren, sie kann herausfordern, sie kann betören und verstören – sie kann alles und darf daher nicht nur auf Gefälliges beschränkt bleiben.

Im 275. Jahr der Gewandhausgeschichte beginnt mit Andris Nelsons eine neue Ära. Die große Tradition des Orchesters ist für ihn Geschenk und Verpflichtung zugleich. Aus ihr heraus möchte er das Publikum von heute und morgen auf eine aufregende Reise mitnehmen.