Max Reger 100

Die Zeit der Jahrhundertwende ist sehr bewegt: Die Welt steht am Ende eines Zeitalters und taumelt in die erste Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Der Musiker Max Reger (1873–1916) schafft und wirkt in dieser Zeit des ebenso unruhigen musikalischen Wandels. Zwischen Konservativen und Neuerern entbrennt eine hitzige Diskussion rund um die musikalischen Pole Brahms und Wagner.

Auch Reger steht in diesem Spannungsfeld: Seine frühen Werke zeugen noch von seiner Bewunderung für Brahms, die Begegnung mit den Opern Richard Wagners führt ihn später zu einem opulenten Instrumentationsstil. Bei allen Unterschieden bleibt er jedoch seinen strengen Strukturen der Kompositionsweise treu, die ihm das Prädikat des »modernen Bach« einbringen.

Seine unermüdlichen Bemühungen, als Komponist anerkannt zu werden, zerreiben Reger beinahe. Große Krisen von finanzieller und persönlicher Natur schlagen tiefe Narben – aber der gestalterische Wille setzt sich immer wieder durch. 1907 wird sein Jahr: Er etabliert sich als der führende deutsche Komponist neben Richard Strauss und wird als Universitätsmusikdirektor nach Leipzig berufen. Diesen Posten nimmt er nur für ein Jahr wahr, bleibt aber Zeit seines Lebens als Lehrkraft am Leipziger Konservatorium. Reger erliegt im Mai 1916 in Leipzig einem Herzversagen.

Im Mai 2016 gedenkt das Gewandhausorchester diesem Todestag mit Regers Musik. Rund um das Pfingstwochenende werden alle Leipziger Musikeinrichtungen Reger zu ihrem Schwerpunkt machen. Das Gewandhausorchester musiziert unter Herbert Blomstedt das in Leipzig uraufgeführte Klavierkonzert und Gewandhausorganist Michael Schönheit widmet das gesamte Orgelfestival über die Pfingsttage dem Andenken Regers, dem die echte Anerkennung viel zu spät zuteil wurde.