Orgelfestivals 2018/2019

Das Orgelfestival zur Reformation eröffnet mit der »Krönung einer Prinzessin«, bei der die neue Kleine Saalorgel eingeweiht wird und mit Werken von Johann Sebastian Bach und seinem Sohn Carl Philipp Emanuel sowie Kirchensonaten von Wolfgang Amadeus Mozart ihren ersten großen Auftritt haben wird. Iveta Apkalna widmet sich bei ihrem Orgelkonzert Bachschen Variationen, während Olivier Latry durch Barock und Romantik mit der Kleinen und der Großen Saalorgel wandert. Mit Konzerten für Orgel und Orchester von Georg Friedrich Händel bilden Michael Schönheit und die Merseburger Hofmusik den Abschluss des Festivals.

Im Juni 2019 steht das  Orgelkonzert zu Pfingsten auf dem Programm, in dem die Originalfassung für Klavier und Harmonium von Rossinis »Petit messe solennelle« in herausragender Besetzung erklingt. Rossinis »Kleine Messe« von 1863 gehört neben dem »Stabat Mater« zu seinen bedeutendsten sakralen Werken und wurde für die Einweihung der Privatkapelle eines wohlhabenden Pariser Adligen geschrieben. Dies erklärt die reduzierte instrumentale Begleitung von zwei Klavieren und Harmonium. Mit einer unverwechselbaren Klangfarbe und typisch Rossinianischer Rhythmik spiegelt das Werk Rossinis Auseinandersetzung mit der Vielschichtigkeit der Glaubensfragen des 19. Jahrhunderts wider.

Die Orgel spielt außerdem im Großen Concert unter der Leitung von Louis Langrée eine tragende Rolle. Der weitgereiste Komponist Joseph Jongen, der bei den Bayreuther Festspielen als Chordirektor gearbeitet, eine Professur am Lütticher und die Leitung des Brüsseler Konservatoriums übernommen hatte, schrieb die »Symphonie Concertante für Orgel und Orchester op. 81« für die Wiedereinweihung der monströsen Wanamaker-Orgel in einem Kaufhaus in Philadelphia 1926. Hierbei sollten alle Potenziale der weltgrößten Orgel möglichst eindrucksvoll zur Darstellung kommen. Das Konzert wurde jedoch aufgrund des unerwarteten Todes von Rodman Wanamaker abgesagt und Jongens Werk musste bis 1928 auf seine Premiere in Brüssel warten.