Schulkonzerte

Die Schulkonzerte des Gewandhausorchesters sind seit 1950 ein wichtiger Teil des Leipziger Musiklebens und werden von der Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach« veranstaltet. Das Gewandhausorchester eröffnet jedes Jahr die Schulkonzert-Saison und bildet mit insgesamt vier moderierten Schulkonzerten die Grundlage der bis heute bestehenden Veranstaltungsreihe. Das letzte Schulkonzert in jeder Saison ist immer ein ganz besonderes. Denn hier dürfen Leipziger Schüler selbst ans Mikrofon und ihre Klassenkameraden in die Geheimnisse der klassischen Musik einweihen. Wer Lust hat, schon vor dem Konzert mit Werk und Musikern auf Tuchfühlung zu gehen, kann seine Klasse zur Künstlerstunde anmelden.

  • Empfohlen ab Klassenstufe 10
  • 5 EUR

Karten und Kontakt 
Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach«
Marlies Bandel
T +49 341 1414-281
marlies.bandel@musikschule-leipzig.de

KÜNSTLERSTUNDEN

Musiker des Gewandhausorchesters kennen die Werke, die sie in den Schulkonzerten spielen, noch aus einer ganz anderen Perspektive als Dirigent, Solist oder Moderator. Manche Stücke sind alte Bekannte, andere ganz neu. Zusammen mit einem Musiker kommen sie in eure Klasse oder ihr zu uns. Wir schauen uns das Werk aus dieser Perspektive genauer an, stellen den Alltag eines Berufsmusikers vor und stehen Rede und Antwort. Künstlerstunden werden in der Woche vor jedem Schulkonzert mit dem Gewandhausorchester angeboten und als Vorbereitung empfohlen.

  • individuelle Terminvergabe

Anmeldung
IMPULS-Team

T +49 341 1270-319 oder

impuls@gewandhaus.de

DO 10. OKT 2019 | 10 UHR | GROSSER SAAL
Johannes Brahms: Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102
Gewandhausorchester
Andris Nelsons

Leonidas Kavakos Violine

Gautier Capuçon Violoncello

 

Mit der Komposition des Konzerts für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102 ist die Geschichte der Versöhnung zweier Freunde verbunden. So schrieb es zumindest Clara Schumann nach der ersten Durchspielprobe, die gemeinsam mit Johannes Brahms und dem Geiger Joseph Joachim bei ihr zu Hause stattfand, in ihr Tagebuch. Die beiden Freunde hatten sich entzweit, nachdem Johannes Brahms sich nach der Trennung Joseph Joachims von dessen Frau Amalie auf die Seite der Ehefrau gestellt hatte. Mehrere Jahre schrieben sie sich keine Briefe – bis 1887, als Brahms eine Wiederannäherung unternahm und Joseph Joachim den Entwurf für das Doppelkonzert schickte. Im Werk verstecken sich einige Grußbotschaften an den Freund. Spannend ist besonders der Dialog zwischen den beiden Solostimmen: Es klingt, als spielten nicht zwei verschiedene Instrumente, sondern – wie Brahms einmal kommentierte – ein einziges, achtsaitiges Streichinstrument.

 

 

DO 14. NOV 2019 | 10 UHR | GROSSER SAAL
Arnold Schönberg: Pelleas und Melisande op. 5
Gewandhausorchester
François-Xavier Roth  

Im zweiten Schulkonzert der Saison 2019/2020 erwartet euch ein echter Orchesterkoloss, der bei seiner Uraufführung zunächst auf wenig Gegenliebe beim Publikum stieß. Sei’s drum! Knapp 110 Orchestermusiker werden für euch das Podium im Großen Saal des Gewandhauses füllen und die Figuren des Dramas Pelléas et Melisande zu musikalischem Leben erwecken. Kaum ein literarisches Stück hat jemals so viele Komponisten inspiriert, wie das des belgischen Schriftstellers Maurice Maeterlinck. Arnold Schönberg war 1902/1903 einer von ihnen und brachte seine sinfonische Dichtung 1905 unter eigenem Dirigat zur Aufführung.

 

DO 23. JAN 2020 | 10 UHR | GROSSER SAAL
Dmitri Schostakowitsch : 10. Sinfonie e-Moll op. 93
Gewandhausorchester
Juri Temirkanow 

Düster – aus der Dunkelheit kommend – beginnt sie, die Zehnte von Dmitri Schostakowitsch. Sie durchbrach das langjährige sinfonische Schweigen des Komponisten. Acht Jahre nach der 1945 vollendeten 9. Sinfonie erregte die Ankündigung einer weiteren Sinfonie kurz nach Stalins Tod 1953 in der Sowjetunion viel Aufsehen. Nach außen hin beugte sich Schostakowitsch vielfach musikalisch dem System, aber in seinen Schubladen stapelten sich unveröffentlichte und verbotene Partituren. Was er äußerte, war nicht immer das, was er wirklich dachte. Und was er dachte, durfte er nur selten ohne Bedenken äußern. Seine 10. Sinfonie ist geprägt von ungeheurer Kraft und innerer Zerrissenheit: Die tragischen Momente im ersten Satz, die rhythmischen Ballungen im zweiten – wahrhaft große Klänge vor geschichtlichem Hintergrund.

 

DO 05. MRZ 2020 | 10 UHR | GROSSER SAAL
Sergej Prokofjew: 5. Sinfonie B-Dur op. 100
Gewandhausorchester
Rafael Payare

Die 5. Sinfonie Sergej Prokofjews ist stilistisch in die klassisch-romantische Tradition einzuordnen und unterscheidet sich darin von ihren deutlich avantgardistischeren Vorläufern. Sie ist dem »Triumph des menschlichen Geistes« gewidmet. Prokofjew selbst ließ sich auf eine direkte Deutung des Titels nicht ein, er schrieb dazu: Die fünfte Sinfonie besingt den freien, glücklichen Menschen, seine Kraft, seine Großherzigkeit und die Reinheit seines Geistes. Die Musik hat Humor mit doppeltem Boden: Hinter heiteren Noten klaffen Falltüren, hinter Melodienfassaden öffnen sich Schluchten. Ausgerichtet auf leichte Verständlichkeit, gehört die Sinfonie zu den meist gespielten Werken des Komponisten. Wie viel Bedeutsames, Symbolhaftes erklang da – als sei eine Grenze gefallen, auch für Prokofjew, bekannte der Pianist Swjatoslaw Richter nach der Uraufführung 1945, die in die letzten Kriegsmonate fiel.