19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Modest Mussorgski, Peter Tschaikowski, Béla Bartók

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SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY ENDEuphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23.…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY END
Euphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23. Juni [1867], dem Vorabend des Johannistages, wurde mit Gottes Hilfe die »Johannisnacht auf dem Kahlen Berge« beendet – ein musikalisches Bild folgenden Inhalts: 1. Versammlung der Hexen, ihr Klatsch und Tratsch, 2. Der Zug des Satans, 3. Heidnische Verherrlichung des Satans und 4. Hexensabbat. Die Partitur ist ohne Skizzen direkt ins Reine geschrieben und Mili Balakirew zugeeignet. Ausgerechnet der vorgesehene Widmungsträger, Mussorgskis Mentor, reagierte mit Ablehnung. Rimski-Korsakow hingegen wurde nach Mussorgskis frühem Tod zum Retter. Seine Bearbeitung verhalf der Tondichtung zum Durchbruch, griff jedoch tief in die Werksubstanz ein. Von Mussorgskis Wurf blieb weder Form noch Instrumentierung, weder Tonartenfolge noch Dramaturgie. Harmonische Härten wurden ausgebügelt, mit denen Mussorgski bewusst provoziert hatte: Dafür würde man mich aus dem Konservatorium jagen! Erhalten blieb, worauf Mussorgski besonders stolz gewesen war: feuriger Charakter ohne Längen.

TASTENDONNER MIT SONNIGEN AUSSICHTEN
Tschaikowskis 1. Klavierkonzert – heute eines der beliebtesten Klavierkonzerte überhaupt – traf ein ähnliches Schicksal. Nachdem es innerhalb weniger November- und Dezemberwochen des Jahres 1874 komponiert und in den Folgemonaten instrumentiert worden war, machte niederschmetternde Kritik von unerwarteter Seite die Freude des Komponisten über seinen Geniestreich zunichte. Wieder kam sie vom vorgesehenen Widmungsträger, hier dem Pianisten und Leiter des Moskauer Konservatoriums Nikolai Rubinstein. Der Solopart sei unspielbar, etliche Passagen abgedroschen und ungeschickt, die Musik insgesamt trivial. Tatsächlich beruhen viele der einprägsamen Themen auf Volksliedern und trugen letztlich zum Erfolg bei. Entscheidend war wiederum ein Retter: Tschaikowski erkor Hans von Bülow zum neuen Widmungsträger, der die Komposition im Zuge seiner unmittelbar bevorstehenden Amerika-Tournee in Boston – 70 Jahre später Premierenschauplatz von Bartóks Konzert für Orchester – zur Uraufführung brachte. Umjubelte Darbietungen in den USA und Europa folgten.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.