19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Arvo Pärt, Wolfgang Amadeus Mozart, Peter Tschaikowski

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KLARE LINIEDas Fagott mischt mit – vom Barock bis zur Gegenwart. Es zeichnet Basslinien oder singt ohne jedes Helden-Gebaren im Tenor. Sein Ausdrucksspektrum reicht von ergreifender Melancholie bis…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Serie III

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

KLARE LINIE
Das Fagott mischt mit – vom Barock bis zur Gegenwart. Es zeichnet Basslinien oder singt ohne jedes Helden-Gebaren im Tenor. Sein Ausdrucksspektrum reicht von ergreifender Melancholie bis zum urkomischen Spaßvogelstaccato. Es tritt solistisch auf – Tschaikowski beschenkt es besonders reich –, zieht jedoch sinfonische oder kammermusikalische Einbettung virtuosen Alleingängen vor, wiewohl ihm allein Vivaldi über 30 Konzerte widmete. Mozarts Schüler Hummel, der bläserbeglückende Weber sowie Stamitz, Rosetti, Berwald, Ferdinand David und viele mehr trugen zum konzertanten Fagottrepertoire bei. Doch selbst das bekannteste dieser Werke, das Fagottkonzert des 18-jährigen Mozart, ist nur viermal mit dem Gewandhausorchester erklungen: gleich 1805, dann 1908 unter Nikisch mit Koussevitzky als Kontrabass-Solist, 1981 in der Kongresshalle dank Masurs Mozart- Zyklus und vor 20 Jahren ein erstes und letztes Mal im Neuen Gewandhaus.

LEBENSLINIE
Mozart-Bewunderer Tschaikowski war Intimfreund des Fagotts und legt dem Instrument auch in der 4. Sinfonie unwiderstehliche Liebesbeweise zu Füßen. Pate standen neben Mozart vornehmlich Mendelssohn und Schumann sowie Beethoven, dessen Schicksalssinfonie Tschaikowski als Vorbild seiner Vierten auswies. Er war so zufrieden mit dem Werk, dass er lange vor einer Fünften zurückschreckte – aus Sorge, nicht wieder dieses Niveau zu erreichen. Keine einzige Note fände sich in seiner 4. Sinfonie, die nicht tief empfunden und Widerhall innerster Regungen sei.

SCHLANKE LINIE
Pärts drittes Werk, das den Titel »Sinfonie« trägt, ist zugleich eines der ersten, mit denen er sein Schweigen brach und den neuen Stil erprobte. Weit gespannte Bläsermelodien, farblich fein abgemischt,ranken durch den 20-Minüter. Selbst wo das Orchester geschlossen auftritt, bestimmen Linien das Geschehen. Altes prägt zwar modellhaft Satzmuster und Klanglichkeit, doch das Tamtam wühlt den Wohlklang furchteinflößend auf, die Pauke poltert als Antipode der funkelnden Celesta, und im tiefen Blech rumort Strawinsky. Im zeitübergreifenden Zug sah Pärt die größte Errungenschaft seiner 3. Sinfonie, die am 21. September 1972 in Tallinn unter Widmungsträger Neeme Järvi erstmals erklang: Immer zahlreichere Zellen breiten sich aus, berühren und vereinen sich. Auch der harmonische Verlauf entwickelt sich aus kurzen Kadenzen. Daraus erwächst die polyphone Komplexität. Es war mir gelungen, eine Brücke zwischen einem Gestern, das mehrere Jahrhunderte alt ist, und dem Heute zu schlagen.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.