19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Steffen Schleiermacher, Sergej Prokofjew, Maurice Ravel, Paul Dukas

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MIT DER TÜR INS HAUSIm Mai 1985 führte Kurt Masur mit dem Gewandhausorchester mein Stück »Musik für Pauken und Orchester« auf, berichtet Steffen Schleiermacher. Wie es eigentlich dazu kam, weiß ich…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

MIT DER TÜR INS HAUS
Im Mai 1985 führte Kurt Masur mit dem Gewandhausorchester mein Stück »Musik für Pauken und Orchester« auf, berichtet Steffen Schleiermacher. Wie es eigentlich dazu kam, weiß ich nicht mehr, schließlich war es nicht alltäglich, dass das Prüfungsstück eines Kompositionsstudenten vom Gewandhausorchester uraufgeführt wurde. Aus diesem ersten Zusammentreffen entwickelte sich ein langjähriges freundliches Miteinander. Das Stück »Zerronnenes Licht« – komponiert zum Gedenken an Masur – nimmt einige Elemente dieses 40 Jahre alten Stückes (etwas ironisch) wieder auf, zum Beispiel fällt die Pauke zu Beginn gleich »mit der Tür ins Haus«.

MIT DEM BESEN INS BAD
Die Blechbläser halten die Luft an, die Pauken sind gespannt und die Streicher etwas verstimmt ob des bläserseligen Paradestücks, das Kurt Masur so gerne und oft dirigiert hat. Dann hebt sich auch schon der Zauberstab und zeigt den Auftakt zur tönenden Parabel vom übermütigen Gesellen, der seinem Meister nacheifert, ohne die eigenen Grenzen zu kennen und die Folgen seines Tuns abschätzen zu können. Goethe steuerte die Ballade in freundschaftlichem Dichterwettstreit zu Schillers »Musen-Almanach für das Jahr 1798« bei. Zu jeder Zeit hallt sie wider aus den Wirrungen der Wissen- und Wirtschaft, der Politik und Poesie. Auch privat hat gewiss jeder schon einmal gestöhnt: Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los! Und vielleicht zog Dukas dieses Fazit, als schon zu Lebzeiten sein gesamtes übriges Schaffen in den Fluten des unbeherrschbar erfolgreichen Zauberlehrlings versank. Genau 100 Jahre lag die Entstehung der Ballade zurück, als er die französische Übersetzung für sein Scherzo L’apprenti sorcier aufgriff.

MIT DEM FAGOTT INS VERDERBEN
Nach einer viel zu kurzen Viertelstunde ist der Spuk vorüber: In die Ecke! Besen, Besen, seid’s gewesen! befiehlt der Hexenmeister von seinem Pult, und schon wird das großspurige Thema kleinlaut, die magischen Fagotte verwandeln sich glucksend zurück in grobe Holzklötze mit störrischer Mechanik, und eine Solo-Bratsche seufzt etwas von der Moral der Geschicht’, bis mit energischer Geste Märchenbuch und Partitur wieder zugeschlagen werden.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.