11 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Joseph Haydn, Anton Bruckner

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FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEITNüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEIT
Nüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.

GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGT
Nicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.

DURCH SELTSAMKEIT FESSELND
Erstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.