Do

31. Mär 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Unsuk Chin , Peter Tschaikowski

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Als es still um die Stille wurde Plötzlich, mitten in der Pandemie, brach Panik aus. Nach Klopapier und Schnelltests wurde die Stille knapp! Die hohe Nachfrage in geschlossenen Konzertsälen, Kinos…

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Als es still um die Stille wurde

Plötzlich, mitten in der Pandemie, brach Panik aus. Nach Klopapier und Schnelltests wurde die Stille knapp! Die hohe Nachfrage in geschlossenen Konzertsälen, Kinos und Museen fraß binnen kürzester Zeit letzte Lagerbestände auf. Der internationale Markt war leergefegt, die Wertsteigerung enorm und man riss sich um letzte Bruchstücke und Scherben. Unsuk Chin sammelt sie und vereint sie zum Gefäß, in dem Töne ihre erlösende Wirkung entfalten können. Drei Weltklasseorchester haben sich zusammengetan, um mit Unterstützung der Ernst von Siemens-Stiftung bei der in Südkorea aufgewachsenen Komponistin, die ihr Studium unter anderem bei György Ligeti in Hamburg absolvierte und seit 1988 in Berlin lebt, ein Werk in Auftrag zu geben. Das 2. Violinkonzert Scherben der Stille bezeichnet Unsuk Chin, in deren vielseitigem Werk sich Einflüsse der klassischen Moderne mit prägenden Eindrücken balinesischer Gamelanmusik, elektronischen Klängen und mittelalterlichen Kompositionstechniken verbinden, als subjektives Portrait des Widmungsträgers Leonidas Kavakos, dessen befeuernd intensives und zugleich fokussiertes, technisch überragendes Spiel sie fasziniert. Der von Byron inspirierte Protagonist von Tschaikowskis Manfred-Sinfonie findet reiche Stille-Vorkommen im Gebirge. Nur dem Widerhall der eigenen Worte und Gedanken ausgesetzt und heimgesucht von Visionen irrt er durch überwältigend musikalisierte (Seelen-)Landschaften seinem Ende entgegen.