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30. Sep 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Wolfgang Amadeus Mozart , Edward Elgar , Max Reger

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MOZARTS GEIST AUS REGERS HÄNDEN Wenn Mozart, dem musikalische Gedanken nur so zuflogen, eigene Werke aufgriff und neu einrichtete, so geschah dies, weil sie ihm besonders am Herzen lagen. Seine…

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MOZARTS GEIST AUS REGERS HÄNDEN

Wenn Mozart, dem musikalische Gedanken nur so zuflogen, eigene Werke aufgriff und neu einrichtete, so geschah dies, weil sie ihm besonders am Herzen lagen. Seine klanglich kühne, aufwühlende Fuge für zwei Klaviere aus dem Jahr 1783 – einer Zeit, in der Bachs und Händels Musik ihn umtrieb – richtete er für Streicher ein und stellte ein Adagio im barocken Ouvertüren-Duktus voran. Nicht etwa schroffe Klänge des experimentellen Mozart greift Reger für seinen Variationszyklus auf, sondern einen schlichten Klaviersonatensatz. Für ihn ist Mozart der Inbegriff des Schönen: Sehen Sie sich meine Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart an! Man kann nicht immer schweren dunklen Bordeaux trinken – so ein klarer Mosel ist doch auch sehr schön! Wir brauchen nötigst viel, viel Mozart!!!

STILFALT

Zum Siciliano-Charakter des Mozart’schen Themas passt das Gewand des Holzbläsersatzes, in dem es Regers Orchesterpodium betritt. Anhand des stets durchhörbaren Gedankens lotet Reger alle Farben des Instrumentariums und ein breites Spektrum an Emotionen aus, lässt Mozarts Melodie zu erhabenem Pathos schwellen oder verspielt durchs Orchester mäandern, immer umweht von einem Hauch Melancholie, der auch Mozarts Original zu eigen ist. Es klingt paradox: Das klassische Thema inspiriert den Repräsentanten der Moderne zu seinem romantischsten Werk.

NOT UND NÖTCHEN

Die Mozart-Variationen stammen aus den letzten Lebensjahren des vor 150 Jahren geborenen, 1916 in Leipzig verstorbenen Komponisten. Nicht zufällig zählen sie mittlerweile zu seinen meistgespielten Werken: da ist jedes Nötchen genauestens auf Klang berechnet! Fünf Jahre und einen verheerenden Weltkrieg später schuf Edward Elgar ebenfalls eines seiner letzten und zugleich beliebtesten Werke. Das Violoncellokonzert, mit dem sich Valentino Worlitzsch als 1. Solocellist des Gewandhausorchesters im Großen Concert vorstellt, ist kontemplativ und elegisch im Tonfall. Elgar bezeichnete es als Lamento auf eine verlorene Welt – ein Lamento freilich, das auf unbegreifliche Weise diese Welt rettet. Zumindest für ergreifende 30 Minuten.