Do

10. Nov 2022

20 Uhr
Großer Saal

Ticketverkauf ab 01.07.2022, für Gewandhausorchester-Card-Inhaber ab 15.06.2022 jeweils 10 Uhr

Werke von Franz Schubert , Franz Berwald

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FRANZ & FRANZ Ihre Geburtstage liegen nur ein halbes Jahr auseinander, ihre Geburtsorte Stockholm und Wien gut 1250 km Luftlinie. Ihre Wege kreuzten sich nie – als Berwald 1841 nach Wien kam, war…

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Grosse Concerte

Gewandhausorchester, Herbert Blomstedt Dirigent

Werke von Franz Schubert , Franz Berwald

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 19.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 73/55/45/34/22/6 EUR
Flexpreise: 80/61/50/37/24/7 EUR
Donnerstag Ermäßigung für Berechtigte
Ticketverkauf ab 01.07.2022, für Gewandhausorchester-Card-Inhaber ab 15.06.2022 jeweils 10 Uhr
Abos: Serie III

Präsentiert von LVV Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

FRANZ & FRANZ

Ihre Geburtstage liegen nur ein halbes Jahr auseinander, ihre Geburtsorte Stockholm und Wien gut 1250 km Luftlinie. Ihre Wege kreuzten sich nie – als Berwald 1841 nach Wien kam, war Schubert bereits 13 Jahre tot. Und als Berwald am 3. April 1868 starb, war Schuberts 1815 komponierte 3. Sinfonie noch nie vollständig öffentlich erklungen. Vermutlich konnte der 19-Jährige sein binnen 12 Tagen notiertes Werk immerhin als Bratscher eines gewiss heillos überforderten Liebhaberorchesters mitspielen. Auch Berwalds vier Sinfonien, die in dichter Folge Mitte der 1840er Jahre entstanden, rückten erst im 20. Jahrhundert dank starker Fürsprecher wie Herbert Blomstedt als Initial- und Schlüsselwerke schwedischer Sinfonik ins Bewusstsein.

HINDERNISLEBENSLAUF

Berwald schlug als Spross einer weitverzweigten, in Leipzig verwurzelten Musikerdynastie zwar zielstrebig die Violinisten- und Komponistenlaufbahn ein, stieß mit seiner verblüffend unkonventionellen Musik jedoch auf großes Befremden. Als Betreiber eines orthopädischen Instituts, einer Glashütte und einer Ziegelei konnte er sich vorübergehend ein Auskommen sichern, scheiterte mit allen Unternehmungen jedoch letztlich fulminant. Weder als Musikdirektor der Universität in Uppsala noch als Hofkapellmeister in Stockholm kam er zum Zug. Als er endlich zum Kompositionslehrer ans Konservatorium berufen und mit ehrenvollen Aufträgen bedacht wurde, verstarb er binnen Jahresfrist.

WECHSELHAFT WIE DAS LEBEN

Während Schubert durch ein nobles Portal in seine jugendlich-schwungvolle Dritte geleitet, überrumpelt Berwalds vierte und letzte Sinfonie mit ungestümen Hörnern und Trompeten, um Sekunden später weite Violoncello-Flügel auszuspannen. Typisch Berwald: farbenreich instrumentiert, voller Überraschungen und blitzschnellen Richtungswechseln. Man kann den Vorwurf der Zeitgenossen, Berwalds Musik sei effekthascherisch und extravagant, durchaus nachvollziehen. Nur empfinden wir das heute als Vorzug und freuen uns am Abwechslungsreichtum.