Fr

20. Jan 2023

20 Uhr
Großer Saal

Ticketverkauf ab 01.07.2022, für Gewandhausorchester-Card-Inhaber ab 15.06.2022 jeweils 10 Uhr

Werke von Walter Braunfels , Anton Bruckner

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IM GEWANDHAUS URAUFGEFÜHRT Walter Braunfels stand am Höhepunkt seiner Karriere, als das Gewandhausorchester sein Orgelkonzert am 23. Februar 1928 zur Uraufführung brachte. Der erfolgreiche…

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Grosse Concerte

Gewandhausorchester, Manfred Honeck Dirigent

GewandhausKinderchor, Michael Schönheit Orgel

Werke von Walter Braunfels , Anton Bruckner

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 19.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 73/55/45/34/22/6 EUR
Flexpreise: 80/61/50/37/24/7 EUR
Ticketverkauf ab 01.07.2022, für Gewandhausorchester-Card-Inhaber ab 15.06.2022 jeweils 10 Uhr
Abos: Serie II, VARIO

Präsentiert von Leipziger Volkszeitung

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

IM GEWANDHAUS URAUFGEFÜHRT

Walter Braunfels stand am Höhepunkt seiner Karriere, als das Gewandhausorchester sein Orgelkonzert am 23. Februar 1928 zur Uraufführung brachte. Der erfolgreiche Opernkomponist eröffnet das Werk mit einer Toccata, lässt einen marianischen Choral folgen und schiebt ein solistisches Interludium der Orgel ein, bevor das Finale als Fuge auf die krönende zweite Strophe des Chorals Wachet auf, ruft uns die Stimme zusteuert (»Zion hört die Wächter singen...«). Dass ich einen Knabenchor verwende, mag auf den ersten Blick befremden, schrieb Braunfels seinem Freund Siegmund von Hausegger. Es geschah vor allem, um dem 2. Satz, dem Mittelpunkt des Werks, der als großes Choralvorspiel aufgebaut ist, durch den von den Knaben am Schluss intonierten Choral die schönste Krönung zu geben, und dann konnte ich es mir nicht versagen, sie am Schluss (3. Satz) der fantastisch aufgetürmten Doppelfuge, die das Finale bildet, als Träger eines weiteren Chorals mitsprechen zu lassen. Gewandhauskapellmeister Wilhelm Furtwängler, der kurz zuvor seine Kündigung zum Spielzeitende eingereicht hatte, leitete die Premiere. Es sang der verstärkte Thomanerchor, an der Orgel saß Thomas- und Gewandhausorganist Günther Ramin, dem das Werk gewidmet ist.

ERGREIFEND

Bruckner und Braunfels eint, dass die künstliche Trennung von »geistlich« und »weltlich« im musikalischen Kunstwerk aufgehoben ist. Als Anton Bruckner ahnte, dass er das Finale seiner 9. Sinfonie nicht mehr würde vollenden können, schlug er sein Te Deum als Schlusssatz vor. Zum Widmungsträger soll er keinen Geringeren als den »lieben Gott« persönlich erkoren haben. Das Adagio, was drinnen vorkommt, soll das schönste sein, das ich geschrieben habe. Mich ergreift es immer, wenn ich es spiele, bekannte der Komponist und notierte den warmtönenden Wagner-Tuben in die Stimmen: Abschied vom Leben.