Fr

23. Jun 2023

20 Uhr
Großer Saal

Ticketverkauf ab 01.07.2022, für Gewandhausorchester-Card-Inhaber ab 15.06.2022 jeweils 10 Uhr

Werke von Antonín Dvořák , Detlev Glanert

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PRAGER OUVERTÜREN Zwischen Antonín Dvořáks 8. Sinfonie und seiner letzten Aus der Neuen Welt entstand ein Zyklus von drei musikalisch eng miteinander verknüpften Orchesterwerken. Das Thema der…

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PRAGER OUVERTÜREN

Zwischen Antonín Dvořáks 8. Sinfonie und seiner letzten Aus der Neuen Welt entstand ein Zyklus von drei musikalisch eng miteinander verknüpften Orchesterwerken. Das Thema der Konzertouvertüren könnte größer, gewichtiger und bedeutender nicht sein: »Natur, Leben und Liebe«. Die erste greift mit der Tonart F-Dur, großen Klangflächen und reichem Horn- und Holzbläsersatz musikalische Gestaltungselemente auf, die mit Naturvorstellungen und Pastoralem verbunden sind. Das »Leben« der zweiten Ouvertüre konkretisiert sich zum vitalen Karneval, gleicht dem Scherzo einer Sinfonie und steht charakterlich Dvořáks Slawischen Tänzen nahe. Die gedankliche Verbindung der dritten Ouvertüre zu Othello – eine Tragödie über die zerstörerische, vernichtende Gewalt der »Liebe« – legen Shakespeare-Zitate in Dvořáks Partitur offen. Sowohl beim Prager Abschiedskonzert am 28. April 1892 als auch bei seinem Antrittskonzert am 21. Oktober in New York führte Dvořák den Ouvertürenzyklus auf.

PRAGER SINFONIE

ist das dichterische Wort in Dvořáks Ouvertüren unausgesprochen präsent, so werden die literarischmusikalischen Bezüge in Detlev Glanerts 4. Sinfonie explizit. Nicht dramatische Szenen, sondern aphorismenartig pointierte Sentenzen aus Tageund Notizbüchern des gebürtigen Pragers Franz Kafka stellte der Hamburger Komponist für seinen zwölfteiligen Orchesterliederzyklus zusammen. Die andeutungsreichen fragmentarischen Textpassagen lassen den Tönen Raum zur emotionalen Entfaltung, zu Meditation und Konzentration, zu Widerspruch, Grundierung und Überhöhung der Worte. Das 2020 vollendete Werk ist Semyon Bychkov gewidmet, der mit der Tschechischen Philharmonie die Uraufführung bestritt.