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31. Dez 2021

17 Uhr
Großer Saal

Ludwig van Beethoven — 9. Sinfonie d-Moll op. 125

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Götterfunken Zum zweiten Mal stellen wir Beethovens Neunte auf die Probe: Kann dieses Werk, geschaffen für die lebendige Gemeinschaft von hunderten Musikern mit tausenden Zuhörern, auch über die…

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Grosse Concerte

Fokus: 40 Jahre Neues Gewandhaus

Gewandhausorchester, Andris Nelsons Dirigent

Chor der Oper Leipzig, GewandhausChor, Christiane Karg Sopran, Mihoko Fujimura Mezzosopran, Werner Güra Tenor, Georg Zeppenfeld Bass

Ludwig van Beethoven — 9. Sinfonie d-Moll op. 125

Das Konzert entfällt, wird jedoch ab 17 Uhr live auf www.gewandhausorchester.de und im Programm des Mitteldeutschen Rundfunks gesendet.

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 15.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 190/160/150/140/130/110 EUR
Flexpreise: 209/176/165/154/143/121 EUR

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Götterfunken

Zum zweiten Mal stellen wir Beethovens Neunte auf die Probe: Kann dieses Werk, geschaffen für die lebendige Gemeinschaft von hunderten Musikern mit tausenden Zuhörern, auch über die Distanz hinweg verbinden? Wir trauen es dieser Musik zu. Darum kramen wir nicht eine »gebrauchte Neunte« aus den Archiven, sondern scheuen keinen Aufwand und wagen eine live-Übertragung. Gerade jetzt wollen wir damit ein Zeichen setzen: Wir sind da, wir spielen für Sie, wir glauben an die verbindende, gemeinschaftsfördernde Kraft dieser Musik.

In diesem Jahr erinnert uns Beethovens Neunte daran, dass unser fabelhafter Konzertsaal vor 40 Jahren mit diesen Klängen eröffnet wurde. Und dass unser vor 100 Jahren verstorbener Gewandhauskapellmeister Arthur Nikisch genau mit diesem Werk und mit der Begründung des Brauchs, es zum Jahreswechsel aufzuführen, ebenfalls ein starkes Zeichen setzte. Nikisch führte Beethovens Neunte mit dem Gewandhausorchester in der Leipziger Alberthalle zum »Friedens- und Freiheits-Konzert« des Arbeiter-Bildungs-Instituts auf – vor tausenden Menschen aller gesellschaftlichen Kreise. Beethoven wäre begeistert: Seine Neunte soll nicht nur einen exklusiven, elitären Zirkel erreichen, sondern alle Menschen. Am besten weltweit. Nehmen wir Schiller und Beethoven beim Wort und beim Ton! Die Neunte kündet mit großer Dicht- und Tonkunst von weltumspannender Gemeinschaft. Sie befreit aus Gegenwartssorgen und beschwört eine freudenvollere Zukunft. Eine Zukunft, so hoffen wir, in der die Künste – allen voran die Klassiker – ihre Wirkung wieder frei entfalten, das Gemüt aufrichten, aber auch ungemütlich Veränderung anstoßen können.

Möge uns diese Neunte nicht nur in ein Neues Jahr, sondern in eine neue Zeit geleiten. Möge sie unseren Horizont, der sich im Angesicht des Übermächtigen und Unbeherrschbaren verengt, wieder weiten für weltumspannende Solidarität. Möge sie Auge, Ohr und Gemeinsinn öffnen für Menschlichkeit und für Göttliches unter und über dem Sternenzelt.