Home

Thu

12. Jan 2023

20.00
Großer Saal

Musical works of Sofia Gubaidulina , Wolfgang Amadeus Mozart , Johannes Brahms

back

EINTRACHT SCHWINGT MIT Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung…

continue reading

EINTRACHT SCHWINGT MIT

Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung gelangte Werk von Sofia Gubaidulina ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Gewandhauskomponistin zu internationalem Ansehen und zu einer neuen künstlerisch-ästhetischen Ausrichtung. Sie flicht Laute der menschlichen Stimme ein, experimentiert mit Vierteltönen und lädt ihre Musik erstmals explizit mit religiöser Bedeutung auf.

SCHEUSAL SPIELT MIT

Auch Mozarts Doppelkonzert fällt in eine Phase des Experimentierens und der Neuorientierung. Auf seiner großen Reise über Mannheim nach Paris hat er die Modegattung des Konzerts mit mehreren Solisten kennengelernt und anschließend in Salzburg in verschiedenen Konstellationen erprobt. Das Doppelkonzert für zwei Klaviere gelangte noch in Salzburg mit Schwester Nannerl zur Aufführung. Doch Mozart hat bereits ein neues Ziel vor Augen: Ihn lockt die »Klavierstadt« Wien, und er spielte das Werk auch dort mehrfach – gemeinsam mit seiner Schülerin Josephine von Auernhammer. Sie ist ein scheusal! spielt aber zum entzücken und quält mich entsezlich wegen dem DopelConcert.

ESEL HÖRT MIT

Johannes Brahms quälte sich bis zu seinem 43. Lebensjahr entsetzlich in der Königsdisziplin der Orchesterwerke. Ich werde nie eine Symphonie komponieren!, klagte er dem Dirigenten Hermann Levi. Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Muthe ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört. Der Riese heißt Beethoven und er rumort in Brahms’ sinfonischem Erstling so lautstark, dass Hans von Bülow das Werk als Beethovens Zehnte bezeichnete. Bedrohlich hallen des Riesen Schritte in der penetrant polternden Pauke wider, und im Finale klingt der Freuden-Hymnus der Neunten in zitatnaher Deutlichkeit. Auf die Ähnlichkeit angesprochen kommentierte Brahms mürrisch, doch bestätigend: Jawohl, und noch merkwürdiger ist, daß es jeder Esel sofort hört.

Fri

13. Jan 2023

20.00
Großer Saal

Musical works of Sofia Gubaidulina , Wolfgang Amadeus Mozart , Johannes Brahms

back

EINTRACHT SCHWINGT MIT Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung…

continue reading

EINTRACHT SCHWINGT MIT

Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung gelangte Werk von Sofia Gubaidulina ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Gewandhauskomponistin zu internationalem Ansehen und zu einer neuen künstlerisch-ästhetischen Ausrichtung. Sie flicht Laute der menschlichen Stimme ein, experimentiert mit Vierteltönen und lädt ihre Musik erstmals explizit mit religiöser Bedeutung auf.

SCHEUSAL SPIELT MIT

Auch Mozarts Doppelkonzert fällt in eine Phase des Experimentierens und der Neuorientierung. Auf seiner großen Reise über Mannheim nach Paris hat er die Modegattung des Konzerts mit mehreren Solisten kennengelernt und anschließend in Salzburg in verschiedenen Konstellationen erprobt. Das Doppelkonzert für zwei Klaviere gelangte noch in Salzburg mit Schwester Nannerl zur Aufführung. Doch Mozart hat bereits ein neues Ziel vor Augen: Ihn lockt die »Klavierstadt« Wien, und er spielte das Werk auch dort mehrfach – gemeinsam mit seiner Schülerin Josephine von Auernhammer. Sie ist ein scheusal! spielt aber zum entzücken und quält mich entsezlich wegen dem DopelConcert.

ESEL HÖRT MIT

Johannes Brahms quälte sich bis zu seinem 43. Lebensjahr entsetzlich in der Königsdisziplin der Orchesterwerke. Ich werde nie eine Symphonie komponieren!, klagte er dem Dirigenten Hermann Levi. Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Muthe ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört. Der Riese heißt Beethoven und er rumort in Brahms’ sinfonischem Erstling so lautstark, dass Hans von Bülow das Werk als Beethovens Zehnte bezeichnete. Bedrohlich hallen des Riesen Schritte in der penetrant polternden Pauke wider, und im Finale klingt der Freuden-Hymnus der Neunten in zitatnaher Deutlichkeit. Auf die Ähnlichkeit angesprochen kommentierte Brahms mürrisch, doch bestätigend: Jawohl, und noch merkwürdiger ist, daß es jeder Esel sofort hört.

Sun

19. Feb 2023

18.00
Mendelssohn-Saal

Musical works of Joseph Haydn , Clara Schumann , Sofia Gubaidulina , Robert Schumann

Thu

02. Mar 2023

20.00
Großer Saal

Musical works of Sofia Gubaidulina , Anton Bruckner

back

DER ALTE ZORN Es schien, als laste ein Fluch auf dem jüngsten Orchesterwerk der Gewandhauskomponistin Sofia Gubaidulina. Darf man ungestraft »Der Zorn Gottes« über ein Musikstück schreiben? Und es…

continue reading

Grosse Concerte

Fokus: Gewandhauskomponistin Sofia Gubaidulina

Gewandhausorchester, Andris Nelsons Dirigent

Musical works of Sofia Gubaidulina , Anton Bruckner

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 19.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 73/55/45/34/22/6 EUR
Flexpreise: 80/61/50/37/24/7 EUR
Donnerstag Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie I, VARIO

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

DER ALTE ZORN

Es schien, als laste ein Fluch auf dem jüngsten Orchesterwerk der Gewandhauskomponistin Sofia Gubaidulina. Darf man ungestraft »Der Zorn Gottes« über ein Musikstück schreiben? Und es dann auch noch »dem großen Beethoven« widmen? Ein ums andere Mal mussten Uraufführungstermine verschoben werden, weil die streng gläubige, gewissenhafte Künstlerin noch mit den Tönen rang und Pandemiewellen über die Menschheit hereinbrachen. Die Premiere fand schließlich – ohne Publikum – in Wien statt. Mittlerweile hat das Gewandhausorchester den Zorn Gottes auf Tonträger gebannt. Doch was wird geschehen, wenn diese gewaltige Musik uns live heimsucht, wenn der Zorn Gottes ohne mäßigenden Lautstärkeregler wütet ...?

DER NEUE BUND

In Anton Bruckner findet Gubaidulina einen vorzeitigen Geistesgenossen, einen gottesfürchtigen Mystiker mit Sinn für erhabene Momente, für heilige Handlungen, für ausgeklügelte Zahlenordnungen, für leises Raunen am Rande des Nichts, für atemberaubende Steigerungen und allgewaltige Klangorgien. Seine Siebte, vom Gewandhausorchester unter Nikisch uraufgeführt und seitdem unverzichtbar auf unserem Spielplan, wird wirken wie nie. Neue Bedeutung wird dem beliebten Werk zuwachsen. Nachdem sich Gottes Zorn entladen hat, sendet sie tönende Zeichen der Versöhnung.

Fri

03. Mar 2023

20.00
Großer Saal

Musical works of Sofia Gubaidulina , Anton Bruckner

back

DER ALTE ZORN Es schien, als laste ein Fluch auf dem jüngsten Orchesterwerk der Gewandhauskomponistin Sofia Gubaidulina. Darf man ungestraft »Der Zorn Gottes« über ein Musikstück schreiben? Und es…

continue reading

Grosse Concerte

Fokus: Gewandhauskomponistin Sofia Gubaidulina

Gewandhausorchester, Andris Nelsons Dirigent

Musical works of Sofia Gubaidulina , Anton Bruckner

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 19.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 73/55/45/34/22/6 EUR
Flexpreise: 80/61/50/37/24/7 EUR
Abos: Serie I, VARIO

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

DER ALTE ZORN

Es schien, als laste ein Fluch auf dem jüngsten Orchesterwerk der Gewandhauskomponistin Sofia Gubaidulina. Darf man ungestraft »Der Zorn Gottes« über ein Musikstück schreiben? Und es dann auch noch »dem großen Beethoven« widmen? Ein ums andere Mal mussten Uraufführungstermine verschoben werden, weil die streng gläubige, gewissenhafte Künstlerin noch mit den Tönen rang und Pandemiewellen über die Menschheit hereinbrachen. Die Premiere fand schließlich – ohne Publikum – in Wien statt. Mittlerweile hat das Gewandhausorchester den Zorn Gottes auf Tonträger gebannt. Doch was wird geschehen, wenn diese gewaltige Musik uns live heimsucht, wenn der Zorn Gottes ohne mäßigenden Lautstärkeregler wütet ...?

DER NEUE BUND

In Anton Bruckner findet Gubaidulina einen vorzeitigen Geistesgenossen, einen gottesfürchtigen Mystiker mit Sinn für erhabene Momente, für heilige Handlungen, für ausgeklügelte Zahlenordnungen, für leises Raunen am Rande des Nichts, für atemberaubende Steigerungen und allgewaltige Klangorgien. Seine Siebte, vom Gewandhausorchester unter Nikisch uraufgeführt und seitdem unverzichtbar auf unserem Spielplan, wird wirken wie nie. Neue Bedeutung wird dem beliebten Werk zuwachsen. Nachdem sich Gottes Zorn entladen hat, sendet sie tönende Zeichen der Versöhnung.