Home

Fri

11. Oct 2024

19.30
Großer Saal

Verkaufsstart: 15. JUN; für Abonnements & GHO-Card bereits 01. JUN

Musical works of Antonín Dvořák , Hector Berlioz

back

WENN STREICHER STREICHEN Wollen Sie mir ein Violinkonzert schreiben? fragte der Verleger Simrock, und ergänzte, als ob von Dvořák Anderes zu erwarten sei: Recht originell, kantilenenreich und für…

continue reading

Grosse Concerte

Gewandhausorchester, Semyon Bychkov Dirigent

Josef Špaček Violine

Musical works of Antonín Dvořák , Hector Berlioz

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 80/61/49/37/23/6 EUR
Flexpreise: 88/67/54/41/25/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Verkaufsstart: 15. JUN; für Abonnements & GHO-Card bereits 01. JUN
Abos: Serie I, VARIO

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WENN STREICHER STREICHEN

Wollen Sie mir ein Violinkonzert schreiben? fragte der Verleger Simrock, und ergänzte, als ob von Dvořák Anderes zu erwarten sei: Recht originell, kantilenenreich und für gute Geiger? Der gute Geiger war Joseph Joachim. Dem war allerdings das Konzert nicht gut genug. Auch nachdem Dvořák seinen Revisionswünschen entsprochen hatte, war Joachim unzufrieden. Bevor der Druck mit Widmung an ihn erscheinen durfte, strich der Streicher mit Rotstift statt Bogen und spielte sein Konzert nur verstohlen im Berliner Konservatorium. Öffentlich verhalf Dvořáks Freund František Ondříček den originellen und kantilenenreichen Klängen am 14. Oktober 1883 in Prag zum Premierenerfolg, wo Josef Špaček als jüngster Konzertmeister der Tschechischen Philharmonie an der Seite von Semyon Bychkov wirkte, bevor er sich ganz der Solokarriere widmete.

MUSIK ZUM VERRÜCKTWERDEN

Ich habe mich oft gefragt: Beschäftigen sich manche Leute mit Musik, weil sie verrückt sind, oder hat Musik sie verrückt werden lassen? Auch mit Blick auf ihn selbst ist Hector Berlioz’ Frage schwer zu beantworten. Dem Arzt-Sohn war Virtuosität nicht in die Wiege gelegt, er war kein Wunderkind und trat an keinem Instrument konzertreif hervor. Aber Berlioz war ein Feuerkopf, geistsprühend und visionär bis zum Größenwahn. Was Zeitgenossen wie Mendelssohn schockierte, gilt heute als Schlüsselwerk: Ungebrochen provoziert und überwältigt die autobiographisch aufgeladene, Hamlet-infiltrierte Symphonie fantastique mit der radikalen Musikalisierung von Rausch und Traum, mit jähen Stimmungswechseln und einer zukunftsweisenden Kompositionstechnik, mit Ironie und Parodie, Bizarrem und Deformation. Die ideale Einstiegsdroge für Konzertneulinge – macht verrücktund zum Wiederholungshörer.

Verkaufsstart: 15. JUN; für Abonnements & GHO-Card bereits 01. JUN

Fri

11. Oct 2024

21.45
Großer Saal

Ist es wirklich so berauschend, berauscht zu sein, Frau Baudson? In Berlioz’ sinfonischen »Episoden aus dem Leben eines Künstlers« geraten rauschbefeuert Realität und Fiktion, Autobiographik und…

continue reading

Ist es wirklich so berauschend, berauscht zu sein, Frau Baudson?

In Berlioz’ sinfonischen »Episoden aus dem Leben eines Künstlers« geraten rauschbefeuert Realität und Fiktion, Autobiographik und Shakespeare-Stoff gefährlich durcheinander. Berauscht von Berlioz’ experimenteller Musikalisierung von Rausch und Traum fragen wir die Psychologie-Professorin und Literaturwissenschaftlerin Tanja Gabriele Baudson, in welcher Beziehung Drogen und Kreativität stehen. Stimulieren bewusstseinsverändernde Substanzen wirklich die Kreativität? Kann Musik tatsächlich auch in rauschhafte Zustände versetzen, und was geschieht dabei mit uns? Wie lassen sich die Projektionen, die im Umgang mit den Künsten fortwährend stattfinden, aus Sicht der Psychologie erklären? Ein zweiter Forschungsschwerpunkt von Tanja Gabriele Baudson gilt der Hochbegabung, über die Dvořáks Violinkonzert, interpretiert von dem fabelhaften jungen Geiger Josef Špaček, staunen und nachdenken lässt.