In Focus: Herbert Blomstedt

Happy Birthday Herbert Blomstedt

The mutual affection between the people of Leipzig and ‘their’ Herbert Blomstedt, and between Blomstedt and ‘his’ people of Leipzig, remains as strong as ever; indeed, it grows even stronger with every encounter. The 19th Gewandhaus Kapellmeister has long been a living legend of the international music world. Yet it is not necessarily how he sees it: his only concern has always been the music. His aim is to keep alive the unique treasures immortalised in the great scores and to rediscover them anew with unflagging curiosity. And so, in his “anniversary season” – which he will crown on his 100th birthday with Bruckner’s monumental Fifth, together with “his” Leipzigers – Herbert Blomstedt devotes himself to a familiar repertoire that, under his baton, becomes a revelation every single time.

19.30
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Anton Bruckner — 8. Sinfonie c-Moll WAB 108 (2. Fassung von 1890, neu herausgegeben von Paul Hawkshaw)

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WAGEMUT UND WANKELMUTEr habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Serie I

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAGEMUT UND WANKELMUT
Er habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene Münchner Kapellmeister Hermann Levi, dem Bruckner 1887 die Premiere seiner 8. Sinfonie antrug, und riet dem Komponisten: Verlieren Sie nicht den Muth, nehmen Sie Ihr Werk noch einmal vor, beraten Sie sich mit Ihren Freunden, vielleicht läßt sich durch eine Umarbeitung viel erreichen. Bruckner war hart getroffen und überarbeitete die Achte grundlegend. Blomstedt legt nun neu ediert Bruckners Zweitfassung aufs Pult. Und resümiert: Das ist eine Wundersinfonie!

ANMUT UND ÜBERMUT
Wir spüren es: hier beginnt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst hebt an, sinnierte August Halm, der erste Musikforscher, der Bruckners Sinfonik zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung machte. Von einem einzigen Ton der Hörner und tremolierenden Violinen expandiert die Achte. Zwei Beckenschläge heben den Höhepunkt im Zentrum des Adagio wie eine heilige Handlung hervor. Zum Ziel wird am Ende des Finales die simultane Vereinigung der zuvor entfalteten Gedanken. In atemberaubender Gleichzeitigkeit ertönen anderthalb Stunden Musik verdichtet zu 15 Sekunden. Nach dem gewaltigsten Sinfoniesatz, den Bruckner je komponiert hat, konzentriert sich die räumliche und zeitliche Weite wieder auf einen Ton und ein gemeinsam vom ganzen Orchester formuliertes Schlussstatement. Wir spüren es: Hier gipfelt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst ist an einen Gipfel gelangt.

DEMUT UND GROSSMUT
Als Mensch war Bruno Walter der feinste. Ich habe ihn bedingungslos bewundert. Herbert Blomstedt zählt den 13. Gewandhauskapellmeister, dessen Geburtstag sich am 15. September zum 150. Mal jährt, zu seinen wichtigsten Vorbildern. Walter hat nicht nur als Mahler-, sondern auch als Bruckner-Dirigent Interpretationsgeschichte geschrieben und Referenzaufnahmen mit amerikanischen Orchestern vorgelegt. Hätte der jüdische Künstler nicht auf politischen Druck viel zu früh aus seinem Leipziger Amt weichen müssen, wäre aus den Aufführungen der Sinfonien 4, 5, 6, 8 und 9 mit dem Gewandhausorchester gewiss ein kompletter Zyklus geworden. Er hat intensiv Musik gemacht, war aber sehr rücksichtvoll gegenüber seinen Mitspielern, berichtet Blomstedt, der Walter persönlich kennenlernte und dessen Haltung teilt: Als Walter 1929 Furtwänglers Nachfolge als Gewandhauskapellmeister antrat, sagte er zum Orchester: »Ich werde es Ihnen musikalisch möglichst schwer machen, aber im Leben möglichst leicht.« Für diese Philosophie braucht man große musikalische Ambitionen, aber auch viel Verständnis und Geduld.

Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

19.30
Großer Saal

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Anton Bruckner — 8. Sinfonie c-Moll WAB 108 (2. Fassung von 1890, neu herausgegeben von Paul Hawkshaw)

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WAGEMUT UND WANKELMUTEr habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene…

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Abos: VARIO, Serie I

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Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAGEMUT UND WANKELMUT
Er habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene Münchner Kapellmeister Hermann Levi, dem Bruckner 1887 die Premiere seiner 8. Sinfonie antrug, und riet dem Komponisten: Verlieren Sie nicht den Muth, nehmen Sie Ihr Werk noch einmal vor, beraten Sie sich mit Ihren Freunden, vielleicht läßt sich durch eine Umarbeitung viel erreichen. Bruckner war hart getroffen und überarbeitete die Achte grundlegend. Blomstedt legt nun neu ediert Bruckners Zweitfassung aufs Pult. Und resümiert: Das ist eine Wundersinfonie!

ANMUT UND ÜBERMUT
Wir spüren es: hier beginnt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst hebt an, sinnierte August Halm, der erste Musikforscher, der Bruckners Sinfonik zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung machte. Von einem einzigen Ton der Hörner und tremolierenden Violinen expandiert die Achte. Zwei Beckenschläge heben den Höhepunkt im Zentrum des Adagio wie eine heilige Handlung hervor. Zum Ziel wird am Ende des Finales die simultane Vereinigung der zuvor entfalteten Gedanken. In atemberaubender Gleichzeitigkeit ertönen anderthalb Stunden Musik verdichtet zu 15 Sekunden. Nach dem gewaltigsten Sinfoniesatz, den Bruckner je komponiert hat, konzentriert sich die räumliche und zeitliche Weite wieder auf einen Ton und ein gemeinsam vom ganzen Orchester formuliertes Schlussstatement. Wir spüren es: Hier gipfelt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst ist an einen Gipfel gelangt.

DEMUT UND GROSSMUT
Als Mensch war Bruno Walter der feinste. Ich habe ihn bedingungslos bewundert. Herbert Blomstedt zählt den 13. Gewandhauskapellmeister, dessen Geburtstag sich am 15. September zum 150. Mal jährt, zu seinen wichtigsten Vorbildern. Walter hat nicht nur als Mahler-, sondern auch als Bruckner-Dirigent Interpretationsgeschichte geschrieben und Referenzaufnahmen mit amerikanischen Orchestern vorgelegt. Hätte der jüdische Künstler nicht auf politischen Druck viel zu früh aus seinem Leipziger Amt weichen müssen, wäre aus den Aufführungen der Sinfonien 4, 5, 6, 8 und 9 mit dem Gewandhausorchester gewiss ein kompletter Zyklus geworden. Er hat intensiv Musik gemacht, war aber sehr rücksichtvoll gegenüber seinen Mitspielern, berichtet Blomstedt, der Walter persönlich kennenlernte und dessen Haltung teilt: Als Walter 1929 Furtwänglers Nachfolge als Gewandhauskapellmeister antrat, sagte er zum Orchester: »Ich werde es Ihnen musikalisch möglichst schwer machen, aber im Leben möglichst leicht.« Für diese Philosophie braucht man große musikalische Ambitionen, aber auch viel Verständnis und Geduld.

Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann

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11.00
Großer Saal

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Anton Bruckner — 8. Sinfonie c-Moll WAB 108 (2. Fassung von 1890, neu herausgegeben von Paul Hawkshaw)

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

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WAGEMUT UND WANKELMUT
Er habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene Münchner Kapellmeister Hermann Levi, dem Bruckner 1887 die Premiere seiner 8. Sinfonie antrug, und riet dem Komponisten: Verlieren Sie nicht den Muth, nehmen Sie Ihr Werk noch einmal vor, beraten Sie sich mit Ihren Freunden, vielleicht läßt sich durch eine Umarbeitung viel erreichen. Bruckner war hart getroffen und überarbeitete die Achte grundlegend. Blomstedt legt nun neu ediert Bruckners Zweitfassung aufs Pult. Und resümiert: Das ist eine Wundersinfonie!

ANMUT UND ÜBERMUT
Wir spüren es: hier beginnt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst hebt an, sinnierte August Halm, der erste Musikforscher, der Bruckners Sinfonik zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung machte. Von einem einzigen Ton der Hörner und tremolierenden Violinen expandiert die Achte. Zwei Beckenschläge heben den Höhepunkt im Zentrum des Adagio wie eine heilige Handlung hervor. Zum Ziel wird am Ende des Finales die simultane Vereinigung der zuvor entfalteten Gedanken. In atemberaubender Gleichzeitigkeit ertönen anderthalb Stunden Musik verdichtet zu 15 Sekunden. Nach dem gewaltigsten Sinfoniesatz, den Bruckner je komponiert hat, konzentriert sich die räumliche und zeitliche Weite wieder auf einen Ton und ein gemeinsam vom ganzen Orchester formuliertes Schlussstatement. Wir spüren es: Hier gipfelt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst ist an einen Gipfel gelangt.

DEMUT UND GROSSMUT
Als Mensch war Bruno Walter der feinste. Ich habe ihn bedingungslos bewundert. Herbert Blomstedt zählt den 13. Gewandhauskapellmeister, dessen Geburtstag sich am 15. September zum 150. Mal jährt, zu seinen wichtigsten Vorbildern. Walter hat nicht nur als Mahler-, sondern auch als Bruckner-Dirigent Interpretationsgeschichte geschrieben und Referenzaufnahmen mit amerikanischen Orchestern vorgelegt. Hätte der jüdische Künstler nicht auf politischen Druck viel zu früh aus seinem Leipziger Amt weichen müssen, wäre aus den Aufführungen der Sinfonien 4, 5, 6, 8 und 9 mit dem Gewandhausorchester gewiss ein kompletter Zyklus geworden. Er hat intensiv Musik gemacht, war aber sehr rücksichtvoll gegenüber seinen Mitspielern, berichtet Blomstedt, der Walter persönlich kennenlernte und dessen Haltung teilt: Als Walter 1929 Furtwänglers Nachfolge als Gewandhauskapellmeister antrat, sagte er zum Orchester: »Ich werde es Ihnen musikalisch möglichst schwer machen, aber im Leben möglichst leicht.« Für diese Philosophie braucht man große musikalische Ambitionen, aber auch viel Verständnis und Geduld.

Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

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Musical works of Joseph Haydn, Anton Bruckner

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FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEITNüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger…

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Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
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Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEIT
Nüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.

GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGT
Nicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.

DURCH SELTSAMKEIT FESSELND
Erstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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Musical works of Joseph Haydn, Anton Bruckner

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FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEIT
Nüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.

GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGT
Nicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.

DURCH SELTSAMKEIT FESSELND
Erstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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11.00
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Musical works of Joseph Haydn, Anton Bruckner

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
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Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

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FAST BIS ZUR FRÖHLICHKEIT
Nüchtern notierte Haydn im Taumel rauschhafter Erfolge die Fertigstellung einer neuen Symphonie in D, und zwar die zwölfte und letzte von den Englischen. Das klingt weniger nach Abschiedsschmerz, als nach zufrieden erreichtem Ziel, zumal die Uraufführung am 4. Mai 1795 im Londoner King’s Theatre zum Saisonhöhepunkt geriet: Die ganze Gesellschaft war äußerst vergnügt und auch ich, konstatierte der Komponist mit amüsiertem Staunen über die sensationellen Einnahmen der »Dr. Haydn’s Night«. Haydns Zeitgenosse und Biograph Georg August Griesinger kannte das Erfolgsgeheimnis: Seine Kompositionen sind darauf angelegt, den Zuhörer durch leichtfertige Wendungen des anscheinenden Ernstes in den höchsten Grad des Komischen zu necken, und fast bis zur ausgelassenen Fröhlichkeit hin zu stimmen.

GUT ERHOLT UND STELLENWEISE VERGNÜGT
Nicht um 100 Gulden möchte ich das nochmal schreiben, stöhnte Bruckner nach der Fünften und ließ sich Zeit. In den sinfoniefreien Jahren vor der Sechsten nahm sein vom Schicksal gebeuteltes Leben glückliche Wendungen: Sein Gehalt als Lektor der Universität stieg auf komfortables Niveau, er wurde zum »wirklichen Mitglied der k. & k. Hofkapelle« ernannt, konnte lästige Ämter abgeben, erlebte mit der Aufführung der d-Moll-Messe einen seiner größten Erfolge und fand nach etlichen Wohnungswechseln in Wien 1877 endlich ein geeignetes Domizil. Zum Dank widmete Bruckner die 6. Sinfonie seinem Vermieter Anton Ölzelt Ritter von Newin.

DURCH SELTSAMKEIT FESSELND
Erstaunlich leicht ging Bruckner die Sechste von der Hand. Größere Revisionen blieben dieser Partitur erspart – was freilich dem Umstand geschuldet ist, dass die 6. Sinfonie zu Bruckners Lebzeiten nie vollständig im Konzert erklang. Den Kopf- und Finalsatz konnte der Komponist nur bei einer Novitätenprobe der Wiener Philharmoniker erleben. Die Mittelsätze eroberten als seine ersten Stücke die Philharmonischen Konzerte und fanden am 11. Februar 1883 in Eduard Hanslick einen scharfzüngigen Feind: Im Ganzen hat der wilde Komponist etwas an Zucht gewonnen, aber an Natur verloren. Beim Adagio hielten Interesse und Befremden einander im Publikum noch die Waage. Bei dem ausschließlich durch Seltsamkeit fesselnden Scherzo trennte sich aber – wie der Sportsmann sagen würde – das Roß vom Reiter. Der Komponist hielt mit kuriosen Superlativen dagegen: Die »Keckste« und »Kühnste« hieß er seine Sechste.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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19.30
Großer Saal

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Anton Bruckner — 5. Sinfonie B-Dur WAB 105

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WAS GEHTMan wird von Alter sprechen, von letzten Werken und Dingen, von Abschied vielleicht, und von Vermächtnis. Man wird die dunklen Abgründe fürchten, die Dissonanzen und dynamischen Zumutungen,…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 130/110/90/70/40/20 EUR
Flexpreise: 143/121/99/77/44/22 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026. Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester Card

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAS GEHT
Man wird von Alter sprechen, von letzten Werken und Dingen, von Abschied vielleicht, und von Vermächtnis. Man wird die dunklen Abgründe fürchten, die Dissonanzen und dynamischen Zumutungen, das Nichts der Generalpausen vielleicht, und die Starre hinter dem letzten Schlussstrich. Doch hat Herbert Blomstedt solches im Sinn? Bewegung und Lebensmut titelte die Presse, als er Bruckners Fünfte mit seinem anderen sächsischen Orchester, der Staatskapelle, zuletzt darbot, und schrieb 2026 von frohem Aufbruch, größter Wachheit und Traumkonstellation, von Gipfelpanorama, Farbe und Glanz des Himmels und natürlich von Begeisterungsstürmen.

WAS KOMMT
Bruckners 5. Sinfonie fängt nicht dort an, wo sonst seine Sinfonien beginnen – diesen Punkt erreichen wir erst nach einigen Minuten. Die Fünfte beginnt schon vorher. Wie in einer Zeitreise geleitet »altehrwürdiger« Kontrapunkt in nicht zu überbietender Komplexität verbunden mit Choral durch die musikalische Vergangenheit in die Gegenwart der Sinfonie. Ihre Schlusstakte werden mit visionärer Ekstase in die Zukunft entsenden. Alles in der 5. Sinfonie zielt auf die überwältigende, erhabene, ehrfurchtgebietende Größe dieser Klänge. Das Höchste – so suggeriert es Bruckners Musik geboren aus Blomstedts Geist – strebt zu Gott, öffnet sich geradewegs in den Kosmos und geht in der wunderbaren Weltordnung des Schöpfers auf.

WAS BLEIBT
Vor der Größe solcher Kunst ändert Zeit ihre Qualität. Was sind Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte vor einer Stunde Bruckner unter Blomstedt? Worin gründen Whitney Houstons »One Moment in Time« und Parsifals »Zum Raum wird hier die Zeit«? Welche Antwort hat Augustinus auf die Frage »Was also ist Zeit?«, wenn ihn niemand fragt? Was bringt Hofmannsthals und Strauss’ Marschallin auf ihre Gedanken zu diesem »sonderbar Ding«, das »gar nichts« ist und doch alles Fühlen und Tun bestimmt? Es ist die Musik. Musik spielt immer auf Zeit, geht mit der Zeit und fällt aus der Zeit. Musik braucht alle Zeit der Welt. Und alle Welt braucht allzeit Musik.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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11.00
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Anton Bruckner — 5. Sinfonie B-Dur WAB 105

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Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAS GEHT
Man wird von Alter sprechen, von letzten Werken und Dingen, von Abschied vielleicht, und von Vermächtnis. Man wird die dunklen Abgründe fürchten, die Dissonanzen und dynamischen Zumutungen, das Nichts der Generalpausen vielleicht, und die Starre hinter dem letzten Schlussstrich. Doch hat Herbert Blomstedt solches im Sinn? Bewegung und Lebensmut titelte die Presse, als er Bruckners Fünfte mit seinem anderen sächsischen Orchester, der Staatskapelle, zuletzt darbot, und schrieb 2026 von frohem Aufbruch, größter Wachheit und Traumkonstellation, von Gipfelpanorama, Farbe und Glanz des Himmels und natürlich von Begeisterungsstürmen.

WAS KOMMT
Bruckners 5. Sinfonie fängt nicht dort an, wo sonst seine Sinfonien beginnen – diesen Punkt erreichen wir erst nach einigen Minuten. Die Fünfte beginnt schon vorher. Wie in einer Zeitreise geleitet »altehrwürdiger« Kontrapunkt in nicht zu überbietender Komplexität verbunden mit Choral durch die musikalische Vergangenheit in die Gegenwart der Sinfonie. Ihre Schlusstakte werden mit visionärer Ekstase in die Zukunft entsenden. Alles in der 5. Sinfonie zielt auf die überwältigende, erhabene, ehrfurchtgebietende Größe dieser Klänge. Das Höchste – so suggeriert es Bruckners Musik geboren aus Blomstedts Geist – strebt zu Gott, öffnet sich geradewegs in den Kosmos und geht in der wunderbaren Weltordnung des Schöpfers auf.

WAS BLEIBT
Vor der Größe solcher Kunst ändert Zeit ihre Qualität. Was sind Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte vor einer Stunde Bruckner unter Blomstedt? Worin gründen Whitney Houstons »One Moment in Time« und Parsifals »Zum Raum wird hier die Zeit«? Welche Antwort hat Augustinus auf die Frage »Was also ist Zeit?«, wenn ihn niemand fragt? Was bringt Hofmannsthals und Strauss’ Marschallin auf ihre Gedanken zu diesem »sonderbar Ding«, das »gar nichts« ist und doch alles Fühlen und Tun bestimmt? Es ist die Musik. Musik spielt immer auf Zeit, geht mit der Zeit und fällt aus der Zeit. Musik braucht alle Zeit der Welt. Und alle Welt braucht allzeit Musik.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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