In Focus: Tacheles

The year 2026 has been designated the ‘Year of Jewish Culture’ in the Free State of Saxony. To mark the 100th anniversary of the founding of the first Saxon Regional Association of Jewish Communities, the theme ‘Tacheles’ will run from one Hanukkah to the next, traditionally celebrated in mid-December. The word, which originates from Yiddish and Hebrew, stands for freedom of expression and the resulting dialogue on equal terms.

In the coming season, the Gewandhaus will once again participate in the “Year of Jewish Culture in Saxony”, which, under the motto “Jewish – Saxon – Human”, brings the history and present of Jewish life to the fore. The Gewandhaus is placing the diversity of Jewish musical creativity at the centre of its programme.

A key highlight is the performance of Hans Gál’s cantata De profundis. This large-scale work was composed in exile in 1936 and combines poignant texts from the time of the Thirty Years’ War with a highly concentrated, expressive musical language. De profundis exemplifies an artistic legacy that was interrupted by persecution but not extinguished, and which remains poignantly relevant to this day.

The programme also pays tribute to Bruno Walter, the 13th Gewandhaus Kapellmeister, who was forced out of office in 1933. Alongside his work as a conductor, his rarely heard piano quintet will also be performed for the first time at the Gewandhaus – one of the few examples of his compositional voice.

The highlight of this thematic focus is the concert performance of Kurt Weill and Bertolt Brecht’s The Rise and Fall of the City of Mahagonny, which premiered in Leipzig in 1930. This radical social satire, situated somewhere between opera, jazz and social commentary, is an event that is as unusual as it is impressive when performed in concert. At the podium is HK Gruber, himself a composer, conductor and proven expert on 20th-century music, who brings Weill’s sharp musical language to life with particular stylistic authenticity.

18.00
Mendelssohn-Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026. Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester Card

Musical works of Ludwig van Beethoven, Carl Frühling, Felix Mendelssohn Bartholdy

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026. Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester Card

19.30
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Hans Gál — De profundis op. 50 – Kantate für Soli, Chor und Orchester

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

19.30
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Musical works of Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven

back

DAS A UND OEine leuchtende Dur-Tonart, vitale Rhythmen zwischen Beschwingtheit und Obsession, feuriges Temperament zwischen Lebensfreude und Rausch, Vivace als unaufhaltsames, durchgehend nervös…

continue reading
Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: Serie II

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

DAS A UND O
Eine leuchtende Dur-Tonart, vitale Rhythmen zwischen Beschwingtheit und Obsession, feuriges Temperament zwischen Lebensfreude und Rausch, Vivace als unaufhaltsames, durchgehend nervös vibrierendes Grundtempo, unterbrochen und aufs Schärfste kontrastiert durch intensive Zeitstauung im dunklen Trauermarsch- und Romanzen-Moll, das am Ende Zerfall zelebriert: Die Rede ist von – Beethovens Siebter? Mendelssohns Italienischer? Von dem, was beide verbindet? Von Universalien der Musik, die das Wesen dieser Werke bestimmen?

VON A BIS Z
Der unvermittelte Sprung in den reißenden Strom pulsierender Bewegung – oder eine riesenhafte langsame Einleitung mit behutsamem Übergang ins rasche Tempo? Rhapsodischer Gesang – oder episodischer Gang durch Doppelvariationen? Ein galant-tänzerischer Gegenakzent in der lichten Grundtonart – oder die impulsiv-resolute Antithese im provokant fernen F-Dur? Das erst in letzter Sekunde verhinderte Versiegen im Pianissimo – oder eine Sforzato-Fortissimo-Orgie zum Beschluss? Die Rede ist immer noch von den beiden Werken, im Abstand von 20 Jahren in London und Wien uraufgeführt, die verwandter und unterschiedlicher kaum sein könnten – verbunden und getrennt durch komplementäre Extreme und fundamentale Gemeinsamkeiten. Was auch immer wir in Musik suchen, was auch immer Musik mit uns zu tun haben mag: Hier ist es wirkmächtig und sinnhaft präsent.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

19.30
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Musical works of Felix Mendelssohn Bartholdy, Ludwig van Beethoven

back

DAS A UND OEine leuchtende Dur-Tonart, vitale Rhythmen zwischen Beschwingtheit und Obsession, feuriges Temperament zwischen Lebensfreude und Rausch, Vivace als unaufhaltsames, durchgehend nervös…

continue reading
Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: Serie II

Präsentiert von

Präsentiert von ((LOGO Sparkasse))

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

DAS A UND O
Eine leuchtende Dur-Tonart, vitale Rhythmen zwischen Beschwingtheit und Obsession, feuriges Temperament zwischen Lebensfreude und Rausch, Vivace als unaufhaltsames, durchgehend nervös vibrierendes Grundtempo, unterbrochen und aufs Schärfste kontrastiert durch intensive Zeitstauung im dunklen Trauermarsch- und Romanzen-Moll, das am Ende Zerfall zelebriert: Die Rede ist von – Beethovens Siebter? Mendelssohns Italienischer? Von dem, was beide verbindet? Von Universalien der Musik, die das Wesen dieser Werke bestimmen?

VON A BIS Z
Der unvermittelte Sprung in den reißenden Strom pulsierender Bewegung – oder eine riesenhafte langsame Einleitung mit behutsamem Übergang ins rasche Tempo? Rhapsodischer Gesang – oder episodischer Gang durch Doppelvariationen? Ein galant-tänzerischer Gegenakzent in der lichten Grundtonart – oder die impulsiv-resolute Antithese im provokant fernen F-Dur? Das erst in letzter Sekunde verhinderte Versiegen im Pianissimo – oder eine Sforzato-Fortissimo-Orgie zum Beschluss? Die Rede ist immer noch von den beiden Werken, im Abstand von 20 Jahren in London und Wien uraufgeführt, die verwandter und unterschiedlicher kaum sein könnten – verbunden und getrennt durch komplementäre Extreme und fundamentale Gemeinsamkeiten. Was auch immer wir in Musik suchen, was auch immer Musik mit uns zu tun haben mag: Hier ist es wirkmächtig und sinnhaft präsent.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

19.30
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Kurt Weill — Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny – Oper in drei Akten auf einen Text von Bertolt Brecht

back

»KRACH IN LEIPZIG«titelte der Bericht zur Leipziger Uraufführung: Zwischen der Stadt Leipzig und der Stadt Mahagonny [...] sind Zwistigkeiten entstanden. Leipzig neidet der Stadt Mahagonny den…

continue reading

»KRACH IN LEIPZIG«
titelte der Bericht zur Leipziger Uraufführung: Zwischen der Stadt Leipzig und der Stadt Mahagonny [...] sind Zwistigkeiten entstanden. Leipzig neidet der Stadt Mahagonny den Aufstieg. [...] In Leipzig bekommt man Bücher, Pelze, Fluchtgedanken und zur Messezeit kein Zimmer, in Mahagonny Whiskey, sangbare Ironien, Huren, einschmeichelnd formulierte Hinweise auf die Niederträchtigkeit der menschlichen Natur und Ordnung, sowie Bitterkeiten mit Füllung von verschiedenem Geschmack, der in keinem Fall jener der Leipziger Bürgerschaft ist. 

»DASS MAN HIER ALLES DÜRFEN DARF«?
Mit anderen Worten: Die Leipziger Premiere der Brecht-Weill-Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny am 9. März 1930 unter der Regie von Walther Brügmann und dem Dirigat Gustav Brechers geriet zum größten Theaterskandal der Weimarer Republik, wurde von der Lokalpresse als unverhohlen übelste kommunistische Propaganda diffamiert und löste heftige Stadtratsdebatten aus. Die Tumulte im Zuschauerraum waren von randalierenden NSDAP-Mitgliedern gezielt befeuert worden. Das Haus tobte derart, daß man auf der Bühne vom Orchester buchstäblich nichts mehr zu hören bekam, berichtet ein Korrepetitor. Brecher dirigierte die Oper kalkbleich zu Ende. Drei Jahre später musste der Opernkapellmeister während einer massiv von der SA gestörten Aufführung von Weills Silbersee das Dirigierpodium verlassen und schließlich aus dem Amt weichen. Auf der Flucht nahm sich Gustav Brecher 1940 gemeinsam mit seiner Frau das Leben. Weill, ebenfalls jüdischer Herkunft, emigrierte über Paris und London in die USA.

»VERMEIDEN SIE ANSTÖSSIGE GESÄNGE!«
Im März 1927 hatten sich der 29-jährige Brecht und der zwei Jahre jüngere Weill in Berlin kennengelernt. Das später zur dreiaktigen Oper erweiterte Mahagonny-Songspiel markiert den Beginn ihrer Zusammenarbeit. Verbrecher gründen die Fantasiestadt, in der man alles dürfen darf. Bald stellt die ausschweifende Gesellschaft fest: Schlimm ist der Hurrikan, schlimmer der Taifun, doch am schlimmsten ist der Mensch, verurteilt den Protagonisten wegen des Singens verbotener Lieder bei Hurrikan und ähnlicher Vergehen zum Tode, und torkelt vom Erfolgsrausch in den Katastrophenkater. Die lockere Form aneinandergereihter Sittenbilder des 20. Jahrhunderts fügt sich laut Weill zu einem Gleichnis vom heutigen Leben – ein Heute, das leider nie gestrig wird.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.