Fokus: »Tacheles« - Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026

»Tacheles« widmet sich im Jahr 2026 der jüdischen Kultur in Sachsen und eröffnet im Gewandhaus einen weiten musikalischen Raum für Komponisten, deren Biografien und Werke häufig von Verfolgung und Verlust geprägt sind. In den Kammermusiken begegnen sich Pavel Haas, Hans Winterberg, Alexandre Tansman und Ilse Fromm-Michaels. Ihre Stücke spiegeln unterschiedliche Einflüsse wider – von der Nähe zu Janáček über osteuropäische Volksweisen bis hin zu Synagogalgesängen und zeigen die Vielfalt des jüdischen Musikschaffens im 20. Jahrhundert.

Einen wichtigen Akzent setzt außerdem das Gedenken an Alfred Szendrei, der das Leipziger Musikleben der 1920er Jahre maßgeblich prägte, bevor er 1931 aus seinem Amt gedrängt wurde. Ein Konzert widmet sich seinen Klavierliedern, Kammermusikwerken und Auszügen aus seiner Oper »Der türkisenblaue Garten«.

Auch die Großen Concerte greifen das Themenjahr auf. Paul Ben-Haims 1. Sinfonie, die im Exil in Palästina entstand, trifft auf Ernest Blochs »Avodath Hakodesh« und beleuchtet einen zentralen Teil der jüdisch-europäischen Musikgeschichte.

16 Uhr
Mendelssohn-Saal

Salonmusik

Fokus: »Tacheles« – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026

Salonorchester CAPPUCCINO, Albrecht Winter Leitung

Preise: 29/23 EUR
Flexpreise: 32/25 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie I

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

11 Uhr
Großer Saal

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy

Grosse Concerte

Gewandhausorchester, Andris Nelsons Dirigent

MDR-Rundfunkchor, Nikola Hillebrand Sopran, Catriona Morison Alt, Werner Güra Tenor, Matthias Goerne Bariton, Alexander Grassauer Bass

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy

Im Rahmen des Themenjahres »Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026« widmet sich dieses Konzert ganz dem Werk Felix Mendelssohn Bartholdys. Der Enkel des berühmten jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn wurde zwar christlich erzogen, blieb aber zeitlebens eine symbolische Brücke zwischen jüdisch-deutschen Realitäten. In Leipzig prägte er als Gründer des Konservatoriums und Kapellmeister des Gewandhausorchesters das Musikleben entscheidend und ebnete damit auch jüdischen Musikerinnen und Musikern den Weg in die bürgerliche Kunstwelt. Sein Wirken steht exemplarisch für die kulturelle Integration und zugleich die Ambivalenz jüdischer Identität im 19. Jahrhundert.

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 10.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 80/61/49/37/23/6 EUR
Flexpreise: 88/67/54/41/25/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht I

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

11 Uhr
Mendelssohn-Saal

18 Uhr
Mendelssohn-Saal

Werke von Pavel Haas, Ilse Fromm-Michaels, Hans Winterberg, Leoš Janáček

19.30 Uhr
Mendelssohn-Saal

Berlin im Licht – Ein Anti-Liederabend

Klavier

Fokus: »Tacheles« – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026

HK Gruber Gesang/Rezitation, Kirill Gerstein Klavier

Berlin im Licht – Ein Anti-Liederabend

»Anti-Liederabend« nennen Kirill Gerstein und HK Gruber ihre Revue der Songs und Balladen von Kurt Weill und Hanns Eisler auf Texte u. a. von Bertolt Brecht, die kritisch reflektierend den Weg vom Ende einer Katastrophe über die Errichtung einer neuen Gesellschaft erzählen.

Preise: 30 EUR
Flexpreise: 33 EUR
Ermäßigung für Berechtigte

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

15 Uhr
Mendelssohn-Saal

Werke von Alfred Szendrei

zurück

Alfred Szendrei ist eine der vergessenen Persönlichkeiten des Leipziger Musiklebens vor dem Zweiten Weltkrieg: Von 1918 bis 1924 wirkte er als 1. Kapellmeister am Leipziger Opernhaus, wo seine Oper…

weiterlesen

Alfred Szendrei ist eine der vergessenen Persönlichkeiten des Leipziger Musiklebens vor dem Zweiten Weltkrieg: Von 1918 bis 1924 wirkte er als 1. Kapellmeister am Leipziger Opernhaus, wo seine Oper »Der türkisenblaue Garten« erfolgreich zur Uraufführung gelangte. Anschließend war er als Gründungsdirigent des Leipziger Rundfunk-Sinfonieorchesters und -Chores ein visionärer Pionier des neuen Mediums Rundfunk. Szendrei wurde 1931 als ungarisch-stämmiger Jude aus dem Amt gedrängt und emigrierte schließlich in die USA. Das Konzert erinnert an diesen Ausnahmemusiker, der vor 50 Jahren – am 3. März 1976 – in Los Angeles verstarb.