Grosse Concerte

Die sinfonischen Konzerte mit dem Gewandhausorchester im Gewandhaus heißen »Große Concerte«. Der Name ist eine Hommage an die Gründungsväter des Orchesters, dessen erste Formation von dem 1743 gegründeten Musikverein »Das Große Concert« engagiert wurden. Mitglieder dieser Musikvereinigung waren Adlige und Bürger der Stadt.

19 Uhr
Thomaskirche

Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester-Card

Johann Sebastian Bach — Johannes-Passion BWV 245 (2. Fassung von 1725)

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LUSTVOLLER SCHMERZ Betrachte, meine Seel, mit ängstlichem Vergnügen, mit bittrer Lust… Die Worte des unbekannten Dichters treffen den Wesenskern der Johannes-Passion. Der Bass singt sie, begleitet nur…

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Bitte beachten Sie die Besetzungsänderungen

Anstelle von Franz Xaver Schlecht wird Padraic Rowan singen.

Preise: 80/61/49/37 EUR
Flexpreise: 88/67/54/41 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester-Card

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

LUSTVOLLER SCHMERZ 
Betrachte, meine Seel, mit ängstlichem Vergnügen, mit bittrer Lust… Die Worte des unbekannten Dichters treffen den Wesenskern der Johannes-Passion. Der Bass singt sie, begleitet nur vom Continuo und zwei Streichinstrumenten, die Liebe im Namen führen: Viole d’amore. Zugleich spielt sich eine der grausamsten Szenen der Kreuzigung ab: Das Volk hat die Freigabe Jesu zugunsten des Mörders Barabas abgelehnt, worauf Pilatus seinen Gefangenen geißeln lässt. Bitterste Grausamkeit begegnet entmachtend lustvoller Musik, menschliche Kälte trifft auf göttliche Liebe, sündenbeladene Angst geht auf in erlösend-ergreifenden Klängen.

BEFLÜGELNDER GLAUBE
Wenig später drängt der Bass: Eilt, ihr angefocht’nen Seelen! Streicher stieben auf und die Continuo-Gruppe rennt hektisch umher, ohne Ziel und Richtung. Wohin, wohin?, tönt es aus spitzen Intervallsprüngen schon bevor der Chor die Worte ergänzt. Orientierungslos prallen sie gegen Fermaten und stürzen in Generalpausen. Der Bass weiß Rat: Nehmet an des Glaubens Flügel und lasst Euch tragen vom Heilsgeschehen, das von Golgatha ausgeht.

FRAGENDES HOFFEN
Der Bass leiht auch Christus seine Stimme – bis zum finalen Es ist vollbracht!, das in zwei Arien nachhallt. Die Altistin macht sich eilfertig einen optimistischen Reim darauf: Der Held aus Juda siegt mit Macht!, und die Violinen pflichten in auftrumpfenden Dreiklängen bei. Der Bass hingegen fragt in zögerndem Adagio, nur Continuo-gestützt: Bin ich vom Sterben frei gemacht? Aus dem Chor umfängt ihn die tröstliche letzte von 34 Strophen des Chorals Jesu Leiden, Pein und Tod: Jesu, der du warest tot, lebest nun ohn’ Ende.

Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester-Card

19 Uhr
Thomaskirche

Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester-Card

Johann Sebastian Bach — Johannes-Passion BWV 245 (2. Fassung von 1725)

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LUSTVOLLER SCHMERZ Betrachte, meine Seel, mit ängstlichem Vergnügen, mit bittrer Lust… Die Worte des unbekannten Dichters treffen den Wesenskern der Johannes-Passion. Der Bass singt sie, begleitet nur…

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Bitte beachten Sie die Besetzungsänderungen

Anstelle von Franz Xaver Schlecht wird Padraic Rowan singen.

Preise: 80/61/49/37 EUR
Flexpreise: 88/67/54/41 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester-Card

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

LUSTVOLLER SCHMERZ 
Betrachte, meine Seel, mit ängstlichem Vergnügen, mit bittrer Lust… Die Worte des unbekannten Dichters treffen den Wesenskern der Johannes-Passion. Der Bass singt sie, begleitet nur vom Continuo und zwei Streichinstrumenten, die Liebe im Namen führen: Viole d’amore. Zugleich spielt sich eine der grausamsten Szenen der Kreuzigung ab: Das Volk hat die Freigabe Jesu zugunsten des Mörders Barabas abgelehnt, worauf Pilatus seinen Gefangenen geißeln lässt. Bitterste Grausamkeit begegnet entmachtend lustvoller Musik, menschliche Kälte trifft auf göttliche Liebe, sündenbeladene Angst geht auf in erlösend-ergreifenden Klängen.

BEFLÜGELNDER GLAUBE
Wenig später drängt der Bass: Eilt, ihr angefocht’nen Seelen! Streicher stieben auf und die Continuo-Gruppe rennt hektisch umher, ohne Ziel und Richtung. Wohin, wohin?, tönt es aus spitzen Intervallsprüngen schon bevor der Chor die Worte ergänzt. Orientierungslos prallen sie gegen Fermaten und stürzen in Generalpausen. Der Bass weiß Rat: Nehmet an des Glaubens Flügel und lasst Euch tragen vom Heilsgeschehen, das von Golgatha ausgeht.

FRAGENDES HOFFEN
Der Bass leiht auch Christus seine Stimme – bis zum finalen Es ist vollbracht!, das in zwei Arien nachhallt. Die Altistin macht sich eilfertig einen optimistischen Reim darauf: Der Held aus Juda siegt mit Macht!, und die Violinen pflichten in auftrumpfenden Dreiklängen bei. Der Bass hingegen fragt in zögerndem Adagio, nur Continuo-gestützt: Bin ich vom Sterben frei gemacht? Aus dem Chor umfängt ihn die tröstliche letzte von 34 Strophen des Chorals Jesu Leiden, Pein und Tod: Jesu, der du warest tot, lebest nun ohn’ Ende.

Keine Ermäßigung im Rahmen der Gewandhausorchester-Card

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Alfred Schnittke, Wolfgang Amadeus Mozart, Arthur Honegger

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WAS WIRD Töne, die in Todesnähe entstanden sind, atmen Transzendenz. Oder wird ihnen der besondere Nimbus des Prophetischen nur posthum von den Hinterbliebenen unterstellt? Alfred Schnittke, nach…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 80/61/49/37/23/6 EUR
Flexpreise: 88/67/54/41/25/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAS WIRD 
Töne, die in Todesnähe entstanden sind, atmen Transzendenz. Oder wird ihnen der besondere Nimbus des Prophetischen nur posthum von den Hinterbliebenen unterstellt? Alfred Schnittke, nach kurzzeitigem klinischem Tod ins Leben zurückgekehrt, hatte selbst Gelegenheit, das zu reflektieren. Er attestierte seinem düsteren Bratschenkonzert, an dem er zehn Tage vor seinem ersten Schlaganfall noch feilte, »eine Vorahnung dessen, was kommen sollte«. Den schnellen, von Marsch-, Tanz- und Blaskapellen-Musik verwirbelten Mittelsatz charakterisierte Schnittke als »rastlose Jagd durch das Leben« und das Finale als Rückblick auf das Dasein an der Schwelle zum Tod. Die drei immer länger werdenden Sätze sind durchdrungen von einem Motiv, das aus den Namensbuchstaben des Uraufführungs-Interpreten Yuri Bashmet gewonnen ist. Der Jahrhundertbrascher stellte die Musik am 9. Januar 1989 mit dem Concertgebouworkest der Öffentlichkeit vor. Schnittke trotzte dieweil seinen verbleibenden 13 Lebensjahren, von Schlaganfällen gezeichnet, eine Fülle weiterer Werke ab.

WAS BLEIBT
Auch Mozarts »kleine« g-Moll-Sinfonie, 1773 in Salzburg entstanden, zählt zum Dunkelsten, was ihr Schöpfer geschaffen hat. Gleichwohl ist Mozarts Sturm und Drang – durchzogen von der Klage einsamer Oboen – zwischen zwei derart apokalyptischen Orchesterorgien Balsam für die Seele, insbesondere das sanfte Es-Dur-Adagio mit gedämpften Streichern und einem melancholischen Fagottpaar.

WAS WAR 
Die drei sinfonischen Sätze, die dem Schweizer Arthur Honegger unmittelbar nach Ende des 2. Weltkriegs aus der Feder flossen, tragen die Sequenz der Totenmesse Dies irae, den Bußpsalm Aus der Tiefe rufe ich und die Friedensbitte Dona nobis pacem im Titel, tasten aber deren Melodien nicht an. Das menschliche Entsetzen angesichts des göttlichen Zorns spreche aus den entfesselten Orchester-Urgewalten des ersten Satzes, im intensiven zweiten meditiere die von Gott verlassene Menschheit schmerzgebeugt und der basslastige, eruptive, fatalistische dritte verleihe dem Wunsch der leidgeprüften Menschheit nach Befreiung von alldem Ausdruck, erläuterte Honegger seine erschütternde, tiefschwarze Musik aus einer Welt, der Schönheit und Harmonie erloschen sind. Besonders schwer zu ertragen: die unwirkliche Coda – zu schön um wahr zu sein?

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Alfred Schnittke, Wolfgang Amadeus Mozart, Arthur Honegger

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WAS WIRD Töne, die in Todesnähe entstanden sind, atmen Transzendenz. Oder wird ihnen der besondere Nimbus des Prophetischen nur posthum von den Hinterbliebenen unterstellt? Alfred Schnittke, nach…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 80/61/49/37/23/6 EUR
Flexpreise: 88/67/54/41/25/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAS WIRD 
Töne, die in Todesnähe entstanden sind, atmen Transzendenz. Oder wird ihnen der besondere Nimbus des Prophetischen nur posthum von den Hinterbliebenen unterstellt? Alfred Schnittke, nach kurzzeitigem klinischem Tod ins Leben zurückgekehrt, hatte selbst Gelegenheit, das zu reflektieren. Er attestierte seinem düsteren Bratschenkonzert, an dem er zehn Tage vor seinem ersten Schlaganfall noch feilte, »eine Vorahnung dessen, was kommen sollte«. Den schnellen, von Marsch-, Tanz- und Blaskapellen-Musik verwirbelten Mittelsatz charakterisierte Schnittke als »rastlose Jagd durch das Leben« und das Finale als Rückblick auf das Dasein an der Schwelle zum Tod. Die drei immer länger werdenden Sätze sind durchdrungen von einem Motiv, das aus den Namensbuchstaben des Uraufführungs-Interpreten Yuri Bashmet gewonnen ist. Der Jahrhundertbrascher stellte die Musik am 9. Januar 1989 mit dem Concertgebouworkest der Öffentlichkeit vor. Schnittke trotzte dieweil seinen verbleibenden 13 Lebensjahren, von Schlaganfällen gezeichnet, eine Fülle weiterer Werke ab.

WAS BLEIBT
Auch Mozarts »kleine« g-Moll-Sinfonie, 1773 in Salzburg entstanden, zählt zum Dunkelsten, was ihr Schöpfer geschaffen hat. Gleichwohl ist Mozarts Sturm und Drang – durchzogen von der Klage einsamer Oboen – zwischen zwei derart apokalyptischen Orchesterorgien Balsam für die Seele, insbesondere das sanfte Es-Dur-Adagio mit gedämpften Streichern und einem melancholischen Fagottpaar.

WAS WAR 
Die drei sinfonischen Sätze, die dem Schweizer Arthur Honegger unmittelbar nach Ende des 2. Weltkriegs aus der Feder flossen, tragen die Sequenz der Totenmesse Dies irae, den Bußpsalm Aus der Tiefe rufe ich und die Friedensbitte Dona nobis pacem im Titel, tasten aber deren Melodien nicht an. Das menschliche Entsetzen angesichts des göttlichen Zorns spreche aus den entfesselten Orchester-Urgewalten des ersten Satzes, im intensiven zweiten meditiere die von Gott verlassene Menschheit schmerzgebeugt und der basslastige, eruptive, fatalistische dritte verleihe dem Wunsch der leidgeprüften Menschheit nach Befreiung von alldem Ausdruck, erläuterte Honegger seine erschütternde, tiefschwarze Musik aus einer Welt, der Schönheit und Harmonie erloschen sind. Besonders schwer zu ertragen: die unwirkliche Coda – zu schön um wahr zu sein?

21.45 Uhr
Großer Saal

Das Ticket zum Großen Concert am 10. APR berechtigt zum Besuch der Veranstaltung.

Das Ticket zum Großen Concert am 10. APR berechtigt zum Besuch der Veranstaltung.

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Das Ticket zum Großen Concert am 10. APR berechtigt zum Besuch der Veranstaltung.

19.30 Uhr
Großer Saal

Anton Bruckner — 4. Sinfonie Es-Dur WAB 104 ("Romantische")

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ZYKLISCHES GESTALTEN Im 19. Jahrhundert wird thematische Zyklusbildung in mehrteiligen Werken ausgehend von der Musik der Wiener Klassiker zur wichtigen Maxime. Das kaum wahrnehmbare Detail kann…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 80/61/49/37/23/6 EUR
Flexpreise: 88/67/54/41/25/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie III

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

ZYKLISCHES GESTALTEN 
Im 19. Jahrhundert wird thematische Zyklusbildung in mehrteiligen Werken ausgehend von der Musik der Wiener Klassiker zur wichtigen Maxime. Das kaum wahrnehmbare Detail kann ebenso zum Zusammenhalt beitragen, wie große architektonische Konzepte. Bruckners klar fassliche Themen aus naturgegebenen Intervallen und markanten Rhythmen, eingebunden in verlässliche Formkonzepte, dramaturgische Stringenz und planvolle harmonische Abläufe stiften Einheit im Einzelwerk und verleihen der gesamten Werkgruppe Konsistenz. Seine Hauptthemen, Gesangsperioden und Schlussgruppen tragen in allen Sinfonien vergleichbare Wesensmerkmale. Und doch wahrt jedes seine Einmaligkeit und ist wiederum nur im Kontext der jeweiligen Sinfonie stimmig. Die Kopf-, Adagio-, Scherzo- und Finalsätze folgen ebenfalls verbindenden Maximen – und sind zugleich höchst individuell in ihrer Ausprägung. Starke Gemeinschaft und individuelle Freiheit widersprechen sich nicht, sondern befördern einander. 

ZYKLISCHES DASEIN
Vorbild für menschengemachte Zyklen sind die großen Kreisläufe der Natur – Tages- und Jahreszeiten, Sonnen- und Mond-Zyklen. Ihnen folgen die Festkreise der Kulturen und Religionen, ihr Modell prägt profane und sakrale Feste. An liturgischen Zyklen, die musikalisch ausgestaltet werden, formen sich ästhetische Maximen, die später Lieder und Quartette, Charakterstücke und Sonaten, Sinfonien und Opern zu Paaren, Tetralogien, Sechser- und Zwölfergruppen oder noch größeren Sammlungen bündeln. Gerade Bruckners Vierte, die er selbst seine »Romantische« nannte, offenbart die Bedeutung von Naturphänomenen und menschlichen Lebenswelten für sein schöpferisches Wirken. Sein umfassendes musikalisches Weltbild, das Sinfonik als Gottesdienst begreift und Messen sinfonisch denkt, verleiht der musikalisch-zyklischen Idee neue geistig-geistliche Tragweite.