Grosse Concerte

Die sinfonischen Konzerte mit dem Gewandhausorchester im Gewandhaus heißen »Große Concerte«. Der Name ist eine Hommage an die Gründungsväter des Orchesters, dessen erste Formation von dem 1743 gegründeten Musikverein »Das Große Concert« engagiert wurden. Mitglieder dieser Musikvereinigung waren Adlige und Bürger der Stadt.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Sergej Rachmaninoff, VORZEICHEN LESEN, Antonín Dvořák

zurück

Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3.…

weiterlesen

Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert stellt einen ungekrönten Rekord auf. Kein anderes Konzert verlangt dem Solisten so viele Noten pro Sekunde ab. Für den Pianisten Mao Fujita wird das Vorzeichenlesen hier zum mentalen Navigieren durch die Struktur des Stücks, in dem jede Sekunde präzise Orientierung verlangt – harmonisch, rhythmisch und klanglich. Bei Dvořáks 7. Sinfonie bedeutet das Vorzeichenlesen, die feinen harmonischen Wendungen und die unterschwellige Dramatik der Partitur zu antizipieren, um die persönlichen und politischen Spannungen, die Dvořák beim Komponieren umgaben, widerzuspiegeln.

11 Uhr
Großer Saal

Werke von Sergej Rachmaninoff, Antonín Dvořák

zurück

Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3.…

weiterlesen

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Seit fünf Jahren eröffnet das Gewandhausorchester die Saison mit dem Demokratie-Konzert. In diesem Jahr wird die neue Spielzeit 2026/2027 unter dem Motto »Vorzeichen lesen« eröffnet. Rachmaninoffs 3. Klavierkonzert stellt einen ungekrönten Rekord auf. Kein anderes Konzert verlangt dem Solisten so viele Noten pro Sekunde ab. Für den Pianisten Mao Fujita wird das Vorzeichenlesen hier zum mentalen Navigieren durch die Struktur des Stücks, in dem jede Sekunde präzise Orientierung verlangt – harmonisch, rhythmisch und klanglich. Bei Dvořáks 7. Sinfonie bedeutet das Vorzeichenlesen, die feinen harmonischen Wendungen und die unterschwellige Dramatik der Partitur zu antizipieren, um die persönlichen und politischen Spannungen, die Dvořák beim Komponieren umgaben, widerzuspiegeln.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Arvo Pärt, Dmitri Schostakowitsch, Johannes Brahms

zurück

»These words…« des Gewandhauskomponisten Arvo Pärt ist vom kirchenslawischen »Kanon an den heiligen Schutzengel« inspiriert, einer eindringlichen Fürbitte gegen menschliche Schwächen, die sich in…

weiterlesen
Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

»These words…« des Gewandhauskomponisten Arvo Pärt ist vom kirchenslawischen »Kanon an den heiligen Schutzengel« inspiriert, einer eindringlichen Fürbitte gegen menschliche Schwächen, die sich in spannungsvollen, teils dissonanten Klängen widerspiegeln. Der Titel verweist auf Hamlet und beschreibt die erschütternde Kraft von Worten, die auch Pärt beim Komponieren tief bewegten. Ebenso eindringlich entfaltet sich das 2. Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch – ein spätes Werk, entstanden 1966, in dem sich persönliche Erfahrung und leise Ironie, Aufbegehren und Rückzug verschränken. Mit Brahms letzter Sinfonie endet der Abend ähnlich existenziell, aber ohne theologische Erlösung oder triumphalen Abschluss. Der Schluss wird oft als »zwischenmenschliche Tragödie« interpretiert, die trotz intensiver, kämpferischer Energie eine resignative Haltung einnimmt.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Arvo Pärt, Dmitri Schostakowitsch, Johannes Brahms

zurück

»These words…« des Gewandhauskomponisten Arvo Pärt ist vom kirchenslawischen »Kanon an den heiligen Schutzengel« inspiriert, einer eindringlichen Fürbitte gegen menschliche Schwächen, die sich in…

weiterlesen
Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

»These words…« des Gewandhauskomponisten Arvo Pärt ist vom kirchenslawischen »Kanon an den heiligen Schutzengel« inspiriert, einer eindringlichen Fürbitte gegen menschliche Schwächen, die sich in spannungsvollen, teils dissonanten Klängen widerspiegeln. Der Titel verweist auf Hamlet und beschreibt die erschütternde Kraft von Worten, die auch Pärt beim Komponieren tief bewegten. Ebenso eindringlich entfaltet sich das 2. Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch – ein spätes Werk, entstanden 1966, in dem sich persönliche Erfahrung und leise Ironie, Aufbegehren und Rückzug verschränken. Mit Brahms letzter Sinfonie endet der Abend ähnlich existenziell, aber ohne theologische Erlösung oder triumphalen Abschluss. Der Schluss wird oft als »zwischenmenschliche Tragödie« interpretiert, die trotz intensiver, kämpferischer Energie eine resignative Haltung einnimmt.

19.30 Uhr
Großer Saal

Anton Bruckner — 8. Sinfonie c-Moll WAB 108 (2. Fassung von 1890, neu herausgegeben von Paul Hawkshaw)

zurück

WAGEMUT UND WANKELMUTEr habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene…

weiterlesen
Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie I

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAGEMUT UND WANKELMUT
Er habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene Münchner Kapellmeister Hermann Levi, dem Bruckner 1887 die Premiere seiner 8. Sinfonie antrug, und riet dem Komponisten: Verlieren Sie nicht den Muth, nehmen Sie Ihr Werk noch einmal vor, beraten Sie sich mit Ihren Freunden, vielleicht läßt sich durch eine Umarbeitung viel erreichen. Bruckner war hart getroffen und überarbeitete die Achte grundlegend. Blomstedt legt nun neu ediert Bruckners Zweitfassung aufs Pult. Und resümiert: Das ist eine Wundersinfonie!

ANMUT UND ÜBERMUT
Wir spüren es: hier beginnt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst hebt an, sinnierte August Halm, der erste Musikforscher, der Bruckners Sinfonik zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung machte. Von einem einzigen Ton der Hörner und tremolierenden Violinen expandiert die Achte. Zwei Beckenschläge heben den Höhepunkt im Zentrum des Adagio wie eine heilige Handlung hervor. Zum Ziel wird am Ende des Finales die simultane Vereinigung der zuvor entfalteten Gedanken. In atemberaubender Gleichzeitigkeit ertönen anderthalb Stunden Musik verdichtet zu 15 Sekunden. Nach dem gewaltigsten Sinfoniesatz, den Bruckner je komponiert hat, konzentriert sich die räumliche und zeitliche Weite wieder auf einen Ton und ein gemeinsam vom ganzen Orchester formuliertes Schlussstatement. Wir spüren es: Hier gipfelt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst ist an einen Gipfel gelangt.

DEMUT UND GROSSMUT
Als Mensch war Bruno Walter der feinste. Ich habe ihn bedingungslos bewundert. Herbert Blomstedt zählt den 13. Gewandhauskapellmeister, dessen Geburtstag sich am 15. September zum 150. Mal jährt, zu seinen wichtigsten Vorbildern. Walter hat nicht nur als Mahler-, sondern auch als Bruckner-Dirigent Interpretationsgeschichte geschrieben und Referenzaufnahmen mit amerikanischen Orchestern vorgelegt. Hätte der jüdische Künstler nicht auf politischen Druck viel zu früh aus seinem Leipziger Amt weichen müssen, wäre aus den Aufführungen der Sinfonien 4, 5, 6, 8 und 9 mit dem Gewandhausorchester gewiss ein kompletter Zyklus geworden. Er hat intensiv Musik gemacht, war aber sehr rücksichtvoll gegenüber seinen Mitspielern, berichtet Blomstedt, der Walter persönlich kennenlernte und dessen Haltung teilt: Als Walter 1929 Furtwänglers Nachfolge als Gewandhauskapellmeister antrat, sagte er zum Orchester: »Ich werde es Ihnen musikalisch möglichst schwer machen, aber im Leben möglichst leicht.« Für diese Philosophie braucht man große musikalische Ambitionen, aber auch viel Verständnis und Geduld.

Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Anton Bruckner — 8. Sinfonie c-Moll WAB 108 (2. Fassung von 1890, neu herausgegeben von Paul Hawkshaw)

zurück

WAGEMUT UND WANKELMUTEr habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene…

weiterlesen
Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie I

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

WAGEMUT UND WANKELMUT
Er habe nicht den Muth sie aufzuführen. Orchester und Publikum würden, deßen bin ich sicher, den größten Widerstand leisten, bekannte der mit allen Wagner-Wassern gewaschene Münchner Kapellmeister Hermann Levi, dem Bruckner 1887 die Premiere seiner 8. Sinfonie antrug, und riet dem Komponisten: Verlieren Sie nicht den Muth, nehmen Sie Ihr Werk noch einmal vor, beraten Sie sich mit Ihren Freunden, vielleicht läßt sich durch eine Umarbeitung viel erreichen. Bruckner war hart getroffen und überarbeitete die Achte grundlegend. Blomstedt legt nun neu ediert Bruckners Zweitfassung aufs Pult. Und resümiert: Das ist eine Wundersinfonie!

ANMUT UND ÜBERMUT
Wir spüren es: hier beginnt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst hebt an, sinnierte August Halm, der erste Musikforscher, der Bruckners Sinfonik zum Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung machte. Von einem einzigen Ton der Hörner und tremolierenden Violinen expandiert die Achte. Zwei Beckenschläge heben den Höhepunkt im Zentrum des Adagio wie eine heilige Handlung hervor. Zum Ziel wird am Ende des Finales die simultane Vereinigung der zuvor entfalteten Gedanken. In atemberaubender Gleichzeitigkeit ertönen anderthalb Stunden Musik verdichtet zu 15 Sekunden. Nach dem gewaltigsten Sinfoniesatz, den Bruckner je komponiert hat, konzentriert sich die räumliche und zeitliche Weite wieder auf einen Ton und ein gemeinsam vom ganzen Orchester formuliertes Schlussstatement. Wir spüren es: Hier gipfelt nicht ein Musikstück, sondern die Musik selbst ist an einen Gipfel gelangt.

DEMUT UND GROSSMUT
Als Mensch war Bruno Walter der feinste. Ich habe ihn bedingungslos bewundert. Herbert Blomstedt zählt den 13. Gewandhauskapellmeister, dessen Geburtstag sich am 15. September zum 150. Mal jährt, zu seinen wichtigsten Vorbildern. Walter hat nicht nur als Mahler-, sondern auch als Bruckner-Dirigent Interpretationsgeschichte geschrieben und Referenzaufnahmen mit amerikanischen Orchestern vorgelegt. Hätte der jüdische Künstler nicht auf politischen Druck viel zu früh aus seinem Leipziger Amt weichen müssen, wäre aus den Aufführungen der Sinfonien 4, 5, 6, 8 und 9 mit dem Gewandhausorchester gewiss ein kompletter Zyklus geworden. Er hat intensiv Musik gemacht, war aber sehr rücksichtvoll gegenüber seinen Mitspielern, berichtet Blomstedt, der Walter persönlich kennenlernte und dessen Haltung teilt: Als Walter 1929 Furtwänglers Nachfolge als Gewandhauskapellmeister antrat, sagte er zum Orchester: »Ich werde es Ihnen musikalisch möglichst schwer machen, aber im Leben möglichst leicht.« Für diese Philosophie braucht man große musikalische Ambitionen, aber auch viel Verständnis und Geduld.

Text: Dr. Ann-Kathrin Zimmermann