Das Gewandhausorchester im Gewandhaus zu Leipzig

Im Gewandhaus spielt das Gewandhausorchester unter der Leitung des 21. Gewandhauskapellmeisters Andris Nelsons und renommierten Gastdirigenten rund 70 Große Concerte und im Sommer Open air - Konzerte. Zahlreiche Kammermusik-Ensembles, die sich aus dem Orchester gegründet haben und die fünf »Gewandhaus-Ensembles« ergänzen den Spielplan des Gewandhauses.

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Do

29. Sep 2022

10 Uhr
Großer Saal

Restkarten (5,00 € p. P.) ab 15.09.2022 über die Musikalienhandlung M. Oelsner (0341-960 5656)

Max Reger — Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132

Do

29. Sep 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Wolfgang Amadeus Mozart , Edward Elgar , Max Reger

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MOZARTS GEIST AUS REGERS HÄNDEN Wenn Mozart, dem musikalische Gedanken nur so zuflogen, eigene Werke aufgriff und neu einrichtete, so geschah dies, weil sie ihm besonders am Herzen lagen. Seine…

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MOZARTS GEIST AUS REGERS HÄNDEN

Wenn Mozart, dem musikalische Gedanken nur so zuflogen, eigene Werke aufgriff und neu einrichtete, so geschah dies, weil sie ihm besonders am Herzen lagen. Seine klanglich kühne, aufwühlende Fuge für zwei Klaviere aus dem Jahr 1783 – einer Zeit, in der Bachs und Händels Musik ihn umtrieb – richtete er für Streicher ein und stellte ein Adagio im barocken Ouvertüren-Duktus voran. Nicht etwa schroffe Klänge des experimentellen Mozart greift Reger für seinen Variationszyklus auf, sondern einen schlichten Klaviersonatensatz. Für ihn ist Mozart der Inbegriff des Schönen: Sehen Sie sich meine Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart an! Man kann nicht immer schweren dunklen Bordeaux trinken – so ein klarer Mosel ist doch auch sehr schön! Wir brauchen nötigst viel, viel Mozart!!!

STILFALT

Zum Siciliano-Charakter des Mozart’schen Themas passt das Gewand des Holzbläsersatzes, in dem es Regers Orchesterpodium betritt. Anhand des stets durchhörbaren Gedankens lotet Reger alle Farben des Instrumentariums und ein breites Spektrum an Emotionen aus, lässt Mozarts Melodie zu erhabenem Pathos schwellen oder verspielt durchs Orchester mäandern, immer umweht von einem Hauch Melancholie, der auch Mozarts Original zu eigen ist. Es klingt paradox: Das klassische Thema inspiriert den Repräsentanten der Moderne zu seinem romantischsten Werk.

NOT UND NÖTCHEN

Die Mozart-Variationen stammen aus den letzten Lebensjahren des vor 150 Jahren geborenen, 1916 in Leipzig verstorbenen Komponisten. Nicht zufällig zählen sie mittlerweile zu seinen meistgespielten Werken: da ist jedes Nötchen genauestens auf Klang berechnet! Fünf Jahre und einen verheerenden Weltkrieg später schuf Edward Elgar ebenfalls eines seiner letzten und zugleich beliebtesten Werke. Das Violoncellokonzert, mit dem sich Valentino Worlitzsch als 1. Solocellist des Gewandhausorchesters im Großen Concert vorstellt, ist kontemplativ und elegisch im Tonfall. Elgar bezeichnete es als Lamento auf eine verlorene Welt – ein Lamento freilich, das auf unbegreifliche Weise diese Welt rettet. Zumindest für ergreifende 30 Minuten.

Fr

30. Sep 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Wolfgang Amadeus Mozart , Edward Elgar , Max Reger

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MOZARTS GEIST AUS REGERS HÄNDEN Wenn Mozart, dem musikalische Gedanken nur so zuflogen, eigene Werke aufgriff und neu einrichtete, so geschah dies, weil sie ihm besonders am Herzen lagen. Seine…

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MOZARTS GEIST AUS REGERS HÄNDEN

Wenn Mozart, dem musikalische Gedanken nur so zuflogen, eigene Werke aufgriff und neu einrichtete, so geschah dies, weil sie ihm besonders am Herzen lagen. Seine klanglich kühne, aufwühlende Fuge für zwei Klaviere aus dem Jahr 1783 – einer Zeit, in der Bachs und Händels Musik ihn umtrieb – richtete er für Streicher ein und stellte ein Adagio im barocken Ouvertüren-Duktus voran. Nicht etwa schroffe Klänge des experimentellen Mozart greift Reger für seinen Variationszyklus auf, sondern einen schlichten Klaviersonatensatz. Für ihn ist Mozart der Inbegriff des Schönen: Sehen Sie sich meine Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart an! Man kann nicht immer schweren dunklen Bordeaux trinken – so ein klarer Mosel ist doch auch sehr schön! Wir brauchen nötigst viel, viel Mozart!!!

STILFALT

Zum Siciliano-Charakter des Mozart’schen Themas passt das Gewand des Holzbläsersatzes, in dem es Regers Orchesterpodium betritt. Anhand des stets durchhörbaren Gedankens lotet Reger alle Farben des Instrumentariums und ein breites Spektrum an Emotionen aus, lässt Mozarts Melodie zu erhabenem Pathos schwellen oder verspielt durchs Orchester mäandern, immer umweht von einem Hauch Melancholie, der auch Mozarts Original zu eigen ist. Es klingt paradox: Das klassische Thema inspiriert den Repräsentanten der Moderne zu seinem romantischsten Werk.

NOT UND NÖTCHEN

Die Mozart-Variationen stammen aus den letzten Lebensjahren des vor 150 Jahren geborenen, 1916 in Leipzig verstorbenen Komponisten. Nicht zufällig zählen sie mittlerweile zu seinen meistgespielten Werken: da ist jedes Nötchen genauestens auf Klang berechnet! Fünf Jahre und einen verheerenden Weltkrieg später schuf Edward Elgar ebenfalls eines seiner letzten und zugleich beliebtesten Werke. Das Violoncellokonzert, mit dem sich Valentino Worlitzsch als 1. Solocellist des Gewandhausorchesters im Großen Concert vorstellt, ist kontemplativ und elegisch im Tonfall. Elgar bezeichnete es als Lamento auf eine verlorene Welt – ein Lamento freilich, das auf unbegreifliche Weise diese Welt rettet. Zumindest für ergreifende 30 Minuten.

Do

06. Okt 2022

20 Uhr
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Robert Schumann — Das Paradies und die Peri op. 50

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ES MÖGE GUTES WIRKEN Den Stoßseufzer der Vollendung dokumentiert das Ehetagebuch: Am 16ten Juni wurde meine Peri ganz fertig nach vielen Tagen angestrengter Arbeit. Das war eine große Freude für das…

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Grosse Concerte

Gewandhausorchester, Philippe Herreweghe Dirigent

Collegium Vocale Gent, Mari Eriksmoen Sopran, Marie-Sophie Pollak Sopran, Anna Lucia Richter Mezzosopran, Werner Güra Tenor, Thomas E. Bauer Bass

Robert Schumann — Das Paradies und die Peri op. 50

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 19.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 73/55/45/34/22/6 EUR
Flexpreise: 80/61/50/37/24/7 EUR
Donnerstag Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie III, VARIO

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

ES MÖGE GUTES WIRKEN

Den Stoßseufzer der Vollendung dokumentiert das Ehetagebuch: Am 16ten Juni wurde meine Peri ganz fertig nach vielen Tagen angestrengter Arbeit. Das war eine große Freude für das Schumann’sche Paar. Es ist der lieben Clara gewidmet und vom Wunsch begleitet, es möge Gutes wirken auf der Welt und mir ein liebendes Andenken bei meinen Kindern sichern – die zweite Tochter war soeben zur Welt gekommen. Die Premiere, bei der Schumann zugleich sein Debüt als Dirigent gab, wurde akribisch vorbereitet. Clara hatte einen Klavierauszug erarbeitet und rettete bravourös über dirigentische Defizite ihres Gatten hinweg.

MADAME DONNERTE DEN KLAVIERAUSZUG

Gewandhaus-Konzertmeister Ferdinand David zeichnet ein lebendiges Bild der denkwürdigen Szene in Leipzigs Inselstraße: Heute haben wir Schumanns Oratorium mit kleinem Chor, Quintettbegleitung und Klavier durchgemacht. Madame donnerte den Klavierauszug und wir winselten so beiläufig mit drein, er dirigierte mit der Lorgnette paradiesische Taktarten, die ich mir nicht ins Irdische übersetzen konnte ... Nach turbulenten Vorbereitungen fügte sich alles zu rundum gelungenen Aufführungen am 4. und 11. Dezember 1843 im Gewandhaus. Das Publikum feierte Schumann mit Lorbeerkranz und reichlich Beifall. Zu Lebzeiten des Komponisten wurde das Oratorium – wie Robert Schumann stolz ermittelte – über 50 Mal aufgeführt, auch an Schauplätzen wie Dublin, New York und Kapstadt.

NICHT FÜR DEN BETSAAL ...

... sondern für heitere Menschen bestimmte Schumann sein weltliches Oratorium nach dem Versepos Lalla Rookh: An Oriental Romance von Thomas Moore (1817). Die Elfe Peri kann nur ins Paradies gelangen, wenn sie des Himmels liebste Gabe darbringt. Drei Mal schweift sie suchend umher. Weder mit dem Blut eines gefallenen Helden, noch mit dem Todesseufzer einer treuen Liebenden hat sie an der Himmelspforte Erfolg. Erst die Reueträne des Verbrechers, der beim Anblick eines unschuldigen Knaben seiner Sündhaftigkeit gewahr wird, öffnet das Tor zum Paradies.

Fr

07. Okt 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Robert Schumann — Das Paradies und die Peri op. 50

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ES MÖGE GUTES WIRKEN Den Stoßseufzer der Vollendung dokumentiert das Ehetagebuch: Am 16ten Juni wurde meine Peri ganz fertig nach vielen Tagen angestrengter Arbeit. Das war eine große Freude für das…

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ES MÖGE GUTES WIRKEN

Den Stoßseufzer der Vollendung dokumentiert das Ehetagebuch: Am 16ten Juni wurde meine Peri ganz fertig nach vielen Tagen angestrengter Arbeit. Das war eine große Freude für das Schumann’sche Paar. Es ist der lieben Clara gewidmet und vom Wunsch begleitet, es möge Gutes wirken auf der Welt und mir ein liebendes Andenken bei meinen Kindern sichern – die zweite Tochter war soeben zur Welt gekommen. Die Premiere, bei der Schumann zugleich sein Debüt als Dirigent gab, wurde akribisch vorbereitet. Clara hatte einen Klavierauszug erarbeitet und rettete bravourös über dirigentische Defizite ihres Gatten hinweg.

MADAME DONNERTE DEN KLAVIERAUSZUG

Gewandhaus-Konzertmeister Ferdinand David zeichnet ein lebendiges Bild der denkwürdigen Szene in Leipzigs Inselstraße: Heute haben wir Schumanns Oratorium mit kleinem Chor, Quintettbegleitung und Klavier durchgemacht. Madame donnerte den Klavierauszug und wir winselten so beiläufig mit drein, er dirigierte mit der Lorgnette paradiesische Taktarten, die ich mir nicht ins Irdische übersetzen konnte ... Nach turbulenten Vorbereitungen fügte sich alles zu rundum gelungenen Aufführungen am 4. und 11. Dezember 1843 im Gewandhaus. Das Publikum feierte Schumann mit Lorbeerkranz und reichlich Beifall. Zu Lebzeiten des Komponisten wurde das Oratorium – wie Robert Schumann stolz ermittelte – über 50 Mal aufgeführt, auch an Schauplätzen wie Dublin, New York und Kapstadt.

NICHT FÜR DEN BETSAAL ...

... sondern für heitere Menschen bestimmte Schumann sein weltliches Oratorium nach dem Versepos Lalla Rookh: An Oriental Romance von Thomas Moore (1817). Die Elfe Peri kann nur ins Paradies gelangen, wenn sie des Himmels liebste Gabe darbringt. Drei Mal schweift sie suchend umher. Weder mit dem Blut eines gefallenen Helden, noch mit dem Todesseufzer einer treuen Liebenden hat sie an der Himmelspforte Erfolg. Erst die Reueträne des Verbrechers, der beim Anblick eines unschuldigen Knaben seiner Sündhaftigkeit gewahr wird, öffnet das Tor zum Paradies.

Ingo Metzmacher, Dirigent
Ingo Metzmacher, Dirigent

Do

13. Okt 2022

20 Uhr
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Werke von Galina Ustwolskaja , Karl Amadeus Hartmann , Dmitri Schostakowitsch

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DAS TRAURIGSTE ENDE DER WELT Das letzte Werk des Münchner Musica-Viva-Gründers Karl Amadeus Hartmann ist eine Gesangsszene für Bariton und Orchester auf ein Exzerpt des düster-pessimistischen Dramas…

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Grosse Concerte

Gewandhausorchester, Ingo Metzmacher Dirigent

Matthias Goerne Bariton

Werke von Galina Ustwolskaja , Karl Amadeus Hartmann , Dmitri Schostakowitsch

Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 19.15 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 73/55/45/34/22/6 EUR
Flexpreise: 80/61/50/37/24/7 EUR
Donnerstag Ermäßigung für Berechtigte
Abos: Serie IV, VARIO

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

DAS TRAURIGSTE ENDE DER WELT

Das letzte Werk des Münchner Musica-Viva-Gründers Karl Amadeus Hartmann ist eine Gesangsszene für Bariton und Orchester auf ein Exzerpt des düster-pessimistischen Dramas Sodom und Gomorrha (1943) von Jean Giraudoux. Die Menschen vernichten sich selbst, denn ihre Sozialkompetenz ist verkümmert hinter technischen Errungenschaften zurückgeblieben: Ihr Körper ist ihr Alibi, sie selbst sind nie da. Der unheilbar krebskranke Komponist erfüllte mit der Vertonung einen Auftrag des Hessischen Rundfunks, der das Werk mit Dietrich Fischer-Dieskau am 12. November 1964 posthum zur Uraufführung brachte. Die letzten, nicht mehr vertonten Sätze werden gesprochen. Verstörend nackt, ohne Musik verkünden sie ein Ende der Welt! Das Traurigste von allen! Bei Giraudoux folgt noch die Regieanweisung: Weltuntergang. Alle werden vom Blitz erschlagen. Die Welt verschwindet. Der Vorhang fällt.

UND SIE DREHT SICH IMMER NOCH

Vorerst verschwinden nur wir. Hartmann starb, bevor er den Weltuntergang vollenden konnte. Ustwolskaja entzog sich der untergehenden Welt schon zu Lebzeiten für und in ihrer Kunst. Der Titel des 1959 in Leningrad uraufgeführten Poems verschwand ebenfalls: Heldentat hätte es heißen und vielleicht sein sollen. Schostakowitsch war einer ihrer Lehrer – und wohl mehr als dies. Das Verhältnis zwischen den beiden war kompliziert. Auch er verschwand ein ums andere Mal: hinter Masken, Kulissen und vorgeschobenen Erklärungen. Die 4. Sinfonie ließ er sicherheitshalber ebenfalls verschwinden. Während der Arbeit daran brauste eine Diffamierungskampagne über ihn hinweg, der Vorzeigekünstler stand unter Beobachtung und lebte in ständiger Angst. Menschen seines Umfelds verschwanden. Schostakowitsch vertrödelte die Fertigstellung der Mahler-inspirierten Sinfonie, die in Besetzung und Format sein bisheriges Schaffen hinter sich lässt. Unter dubiosen Umständen verschwand das 1936 vollendete Werk unmittelbar vor der Premiere und gelangte erst 1961 rekonstruiert in die Öffentlichkeit. Das Verwirr- und Versteckspiel geht weiter. Was Schostakowitsch während der Komposition als Credo meiner schöpferischen Arbeit bezeichnet und dann als Gigantomanie offiziell verworfen hat, sei nun interessanter als alles Nachfolgende.