Demokratie-Wochenende

Mit dem Demokratie-Wochenende »Vorzeichen lesen« eröffnet das Gewandhausorchester vom 4. bis 6. September 2026 die neue Spielzeit. Bereits zum fünften Mal verbindet der Saisonauftakt Musik, Diskurs und gesellschaftliche Reflexion – und lädt das Publikum ein, aktuelle Entwicklungen gemeinsam zu befragen, einzuordnen und weiterzudenken.

Aus seiner Geschichte heraus versteht sich das Gewandhausorchester als Ort bürgerschaftlichen Engagements. Mit der 2022 gegründeten Demokratie-Initiative greift es seither jedes Jahr ein gesellschaftlich relevantes Thema auf und beleuchtet es musikalisch wie dialogisch aus unterschiedlichen Perspektiven. »Vorzeichen lesen« nimmt dabei die Deutung der Zeichen unserer Zeit in den Blick – zwischen historischer Erfahrung, wissenschaftlicher Analyse und künstlerischer Sensibilität. Zugleich thematisiert das Wochenende die Risiken von Überinterpretation und vereinfachenden Deutungsmustern, wie sie etwa in Verschwörungserzählungen wirksam werden.

Zum festen Bestandteil gehören die Diskussionsforen im Hauptfoyer, die an die Tradition der »Begegnungen im Gewandhaus« von 1989 anknüpfen. Gäste aus Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft treten hier in offenen Austausch mit dem Publikum.

Ein Höhepunkt ist das Gastspiel des Stegreif Orchesters mit dem Beethoven-Projekt »Free Eroica«, das demokratische Ideale musikalisch erfahrbar macht und historische Revolutionsbewegungen mit gegenwärtigen Fragestellungen verbindet. Ein Workshop mit Stegreif am Sonntag (10 bis 15 Uhr; kostenfrei; Infos und Anmeldung unter impulsnoSpam@gewandhaus.de) sowie das Abschlusskonzert des GewandhausChors unter Gregor Meyer erweitern das Programm um dialogische und gemeinschaftsstiftende Formate. 

Der Leitgedanke des Wochenendes wirkt in die gesamte Spielzeit hinein, unter anderem mit einem von der Hertie-Stiftung veranstalteten Europa-Salon, der Fragen nach europäischer Identität und Verantwortung in den Mittelpunkt stellt.

In Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.
Die Demokratie-Initiative 2026 wird gefördert durch die Krupp Stiftung.

  Demokratie-Initiative  

18.30 Uhr
Mendelssohn-Saal

19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Sergej Rachmaninoff, VORZEICHEN LESEN, Antonín Dvořák

zurück

SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCHAufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee.…

weiterlesen

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCH
Aufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee. Während der Atlantik-Überfahrt studierte er den sagenhaft schweren Solopart auf einer stummen Klaviatur ein. Dank rasanter Tempi mit fast permanent vollgriffigem Spiel gilt dieses Konzert als Rekordhalter einer fragwürdigen Disziplin: Es mutet dem Solisten die meisten Noten pro Sekunde zu. Rachmaninoffs musikalische Ausdrucksgewalt, die aus unendlich vielen Stimmungs- und Klangfarben-Schattierungen sowie enormer dynamischer und agogischer Flexibilität erwächst, jedoch nie aus Athletik, Pose oder sentimentaler Romantisierung, macht quantitative Statistiken und qualitative Klischees gleichermaßen hinfällig. Die Premiere bestritt er in New York unter Leitung von Walter Damrosch, die unmittelbar folgende zweite Aufführung dirigierte Gustav Mahler.

SINNBILD UND SINNSUCHE
Die düstere Tonart d-Moll eint beide Werke. Rachmaninoffs Moll-Faible ist legendär. Dvořáks Sinfonie lockt mit finsterem Raunen der Bässe und Pauke in eine zerfurchte, schroffe Klanglandschaft, durch die freilich jene beseelten Melodien fliegen, die ihn so beliebt machen. Noch das fantastische Finale, strotzend vor vitaler Energie, weiß um gespenstisch-nachttrunkene Gegenwelten. Sind es nicht gerade die dunklen Klangräume, die uns magisch anziehen?

SECHSTER SINN UND SIEBTE IM SINN
Die 7. Sinfonie bescherte Dvořák einen der größten Erfolge seines Lebens. Die London Philharmonic Society hatte ihn eingeladen – eine Ehre, die zuvor Mendelssohn, Berlioz und Wagner zuteil geworden war – und reihte ihn schon beim ersten Aufenthalt nach Liszt, Brahms und Verdi unter ihre Ehrenmitglieder, gefolgt von Grieg, Tschaikowski und Rachmaninoff. Ferner trug man Dvořák die Komposition einer neuen Sinfonie an, deren Uraufführung er am 22. April 1885 im Zuge seines dritten Englandaufenthalts leitete. Mit Feuereifer hatte er daran gearbeitet: Auf Schritt und Tritt habe ich nichts anderes im Sinn als meine Siebte, die so werden soll, dass die Welt aufhorcht. Dvořáks Wunsch ging in Erfüllung. Die Welt horchte auf – insbesondere auch die Neue Welt.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

14 Uhr
Hauptfoyer

19.30 Uhr
Großer Saal

Ludwig van Beethoven: 3. Sinfonie – Rekomposition (Stegreif Orchester)

16 Uhr
Mendelssohn-Saal

Eintritt frei

Eintritt frei

In Kooperation mit der

Gefördert von der

Logo Krupp Stiftung

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Eintritt frei