Fokus: Gewandhauskomponist Arvo Pärt
Mit Arvo Pärt stellt das Gewandhaus eine weitere Spielzeit lang einen der einflussreichsten Komponisten unserer Zeit in den Mittelpunkt – und präsentiert dabei eine außergewöhnliche stilistische und expressive Bandbreite seines Schaffens. Vom experimentellen Frühwerk über sinfonische Verdichtung bis zur radikal reduzierten Klangsprache des »Tintinnabuli« entfaltet sich die Werkschau, die Pärts künstlerische Entwicklung erfahrbar macht.
Nach avantgardistischen Anfängen und einem jahrelangen Rückzug fand Pärt mit dem »Tintinnabuli«-Stils zu einer musikalischen Sprache von großer spiritueller Klarheit. Werke wie Für Alina, das im Klavierrezital intime Schlichtheit und glockenhafte Transparenz entfaltet, markieren diesen Wendepunkt ebenso eindrücklich wie die klangmächtige 3. Sinfonie, die in der kommenden Spielzeit erstmals im Großen Concert erklingt.
Daneben stehen spannungsgeladene Orchesterwerke wie These Words …, die biografisch geprägte Reflexion Orient & Occident sowie das Concerto Piccolo über B-A-C-H, Pärts musikalische Verneigung vor Johann Sebastian Bach. Einen besonderen Schwerpunkt bildet auch seine Chormusik: Werke wie An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten oder die Berliner Messe offenbaren eine reiche Farbigkeit und eine Klangarchitektur von konzentrierter Stille und innerer Leuchtkraft. Der zweijährige Fokus macht deutlich, wie vielgestaltig, konsequent und zeitlos Arvo Pärts Werk ist – und warum es bis heute eine so starke Wirkung entfaltet.