Saison 2026/27

Das Gewandhaus formt seine Spielzeit 2026/27 aus dem Geist der Freiheit

Zentrum der Spielzeit 2026/2027 des Gewandhauses zu Leipzig ist das Beethoven Festival Leipzig 2027, anlässlich seines 200. Todestages. Mit einem Demokratie-Wochenende als Saisonauftakt, profilierten Themenschwerpunkten, prägenden Jubiläen sowie Ur- und Erstaufführungen entfaltet sich von diesem Mittelpunkt aus eine Spielzeit, die Musik als Haltung versteht – als Resonanzraum für Fragen von Freiheit, Verantwortung, Erinnerung und Zukunft.  

Der Vorverkauf für Konzertkarten der im September beginnenden Spielzeit 2026/2027 (inkl. Beethoven- Festival) startet am 27. Juni 2026. Abonnenten und Gewandhauscard-Inhaber können bereits ab 13. Juni 2026 kaufen.   

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BEETHOVEN FESTIVAL LEIPZIG 2027 (9.–23. MAI 2027)

Mit einem Festival von internationaler Strahlkraft blickt die Musikwelt 2027 nach Leipzig. Sämtliche Sinfonien, zentrale Instrumentalkonzerte, eine herausragend besetzte Kammermusikreihe sowie Projekte zwischen Tradition und zeitgenössischer Reflexion zeigen Beethoven nicht als Denkmal, sondern als radikal gegenwärtigen Künstler, dessen Musik bis heute als gesellschaftliche, politische und künstlerische Kraft wirkt. Weltstars wie Lang Lang, Igor Levit und Leonidas Kavakos treffen auf neue Perspektiven aus Jazz, Crossover und experimentellen Formaten. Die 9. Sinfonie erklingt 2027 in mehreren Kontexten: als Open-Air-Ereignis bei Klassik airleben, zum Jahreswechsel, als Neujahrskonzert, in einem Teilhabeprojekt für Leipzig mit dem Stegreif Orchester sowie in einer kammermusikalischen Fassung für Soli, Chor, zwei Klaviere und Pauke. Einen programmatischen Auftakt setzt Beethovens Schauspielmusik zu Goethes Egmont in einer neuen Textfassung von Michael Lentz (Auftragswerk des Gewandhausorchesters), gesprochen von Tobias Moretti. Das Werk über Unterdrückung, Freiheitskampf und die Unbeugsamkeit des Individuums gewinnt vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Spannungen eine besonders dringliche Aktualität. 

»Musik ist ein Spiegel ihrer Zeit – und gleichzeitig ein Fenster in die Zukunft. Was wir heute hören, steht immer in Verbindung mit dem, was gestern entstanden ist. Zwischen Tradition und Innovation entsteht ein lebendiger Dialog, der die Musik ständig verändert.«

SAISONAUFTAKT: DEMOKRATIE-WOCHENENDE »VORZEICHEN LESEN« (4.–6. SEPTEMBER 2026)

Gedanklich greift der Auftakt der Spielzeit bereits zentrale Fragen des Beethoven Festivals auf. Das Demokratie-Wochenende »Vorzeichen lesen« verbindet Musik, Diskurs und gesellschaftliche Reflexion. Es fragt nach der Deutung der Zeichen unserer Zeit und wo Deutung in Überinterpretation, Vereinfachung oder Verschwörungserzählungen kippt. Saša Stanišić hält die »Ansprache zur Demokratie « im Saison-Eröffnungskonzert des Gewandhausorchesters unter der Leitung von Andris Nelsons. Diskussionsforen im Hauptfoyer knüpfen an die Leipziger Tradition der »Begegnungen im Gewandhaus « von 1989 an. Mit dem Projekt »Free roica« des Stegreif Orchesters, das außerdem zu einem Workshop zum gemeinsamen Musizieren einlädt, wird Beethovens Freiheitsidee unmittelbar erfahrbar. 

KÜNSTLERISCHE HALTUNG UND VERMÄCHTNIS: KURT MASUR UND HERBERT BLOMSTEDT ZUM 100. GEBURTSTAG

Zwei Dirigentenpersönlichkeiten, deren Wirken untrennbar mit dem Gewandhaus verbunden ist, stehen exemplarisch für künstlerische Integrität und gesellschaftliche Verantwortung. Das Gedenken an Kurt Masur verbindet musikalisches Erbe mit historischer Verantwortung. Programme mit Werken aus seinem Kernrepertoire, Auftragskompositionen und wiederzuentdeckenden Schätzen zeichnen das Bild eines Dirigenten, der Musik als existenziellen Ausdruck verstand. Ein Symposium im Rahmen des Beethoven-Festivals würdigt Masur als Gestalter, Musiker und prägende Leipziger Persönlichkeit.

Herbert Blomstedt wird mit ausgewählten Konzerten geehrt, die seine lebenslange Auseinandersetzung mit dem sinfonischen Kernrepertoire – insbesondere der Sinfonik Anton Bruckners – widerspiegeln. Am 100. Geburtstag selbst dirigiert er am Pult des Gewandhausorchesters dessen 5. Sinfonie – ein Moment von besonderer Symbolkraft.

FOKUS: GEWANDHAUSKOMPONIST ARVO PÄRT

Mit Arvo Pärt rückt das Gewandhaus einen der einflussreichsten Komponisten unserer Zeit ins Zentrum. Die Spielzeit zeigt die Bandbreite seines Schaffens vom experimentellen Frühwerk bis zum »Tintinnabuli«-Stil. Erstmals erklingt Pärts 3. Sinfonie im Großen Concert; Orchester- und Chorwerke wie Orient & Occident oder die Berliner Messe entfalten eine Klangwelt, in der die Reduktion zur Intensität wird.

FOKUS: »TACHELES« INKLUSIVE MENDELSSOHN-FESTTAGE

Der Beitrag des Gewandhaus-Programms zum »Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen« macht jüdisches musikalisches Erbe in Geschichte und Gegenwart hörbar. Hans Gáls Kantate De profundis (1936 im Exil komponiert) setzt einen zentralen Akzent. Zudem erinnert das Haus an Bruno Walter, den 13. Gewandhauskapellmeister, mit der ersten Aufführung seines selten zu hörenden Klavierquintetts. In dieser Spielzeit sind auch die Mendelssohn-Festtage in den Fokus »Tacheles« integriert. Den Höhepunkt des Themenschwerpunkts bildet Kurt Weills und Bertolt Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny – eine konzertante Aufführung der 1930 im Leipziger Neuen Theater uraufgeführten Oper unter der Leitung von HK Gruber.

NEUE MUSIK & COMMUNITY MUSIC

Uraufführungen und Deutsche Erstaufführungen setzen in der Spielzeit weitere Akzente, darunter Detlev Glanerts Konzert für zwei Violinen und Orchester, neue Auftragswerke von Steffen Schleiermacher (zum 100. Geburtstag von Kurt Masur) und Jörg Widmann (im Rahmen des Beethoven-Festivals) sowie die Deutsche Erstaufführung der vervollständigten 6. Sinfonie C-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy (Ergänzung von Luukas Hiltunen). Mit einer Reihe von Veranstaltungen im Rahmen der Community Music verankert das Gewandhaus Teilhabe-Formate im Profil des Hauses – von der »Bunten Bühnenbande« bis zum Mehrgenerationenclub, der gemeinsam mit dem Stegreif Orchester eine Rekomposition von Beethovens Neunter erarbeitet. In der Spielzeit 2026/27 zeigt sich das Gewandhaus als traditionsbewusster und zugleich hellwacher Ort der Musikstadt Leipzig: Musik ist im Gewandhaus nicht Rückzug, sondern Haltung. Sie ist Dialog, Erinnerung und Entwurf zugleich.

 

19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Sergej Rachmaninoff, VORZEICHEN LESEN, Antonín Dvořák

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SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCHAufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee.…

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Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCH
Aufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee. Während der Atlantik-Überfahrt studierte er den sagenhaft schweren Solopart auf einer stummen Klaviatur ein. Dank rasanter Tempi mit fast permanent vollgriffigem Spiel gilt dieses Konzert als Rekordhalter einer fragwürdigen Disziplin: Es mutet dem Solisten die meisten Noten pro Sekunde zu. Rachmaninoffs musikalische Ausdrucksgewalt, die aus unendlich vielen Stimmungs- und Klangfarben-Schattierungen sowie enormer dynamischer und agogischer Flexibilität erwächst, jedoch nie aus Athletik, Pose oder sentimentaler Romantisierung, macht quantitative Statistiken und qualitative Klischees gleichermaßen hinfällig. Die Premiere bestritt er in New York unter Leitung von Walter Damrosch, die unmittelbar folgende zweite Aufführung dirigierte Gustav Mahler.

SINNBILD UND SINNSUCHE
Die düstere Tonart d-Moll eint beide Werke. Rachmaninoffs Moll-Faible ist legendär. Dvořáks Sinfonie lockt mit finsterem Raunen der Bässe und Pauke in eine zerfurchte, schroffe Klanglandschaft, durch die freilich jene beseelten Melodien fliegen, die ihn so beliebt machen. Noch das fantastische Finale, strotzend vor vitaler Energie, weiß um gespenstisch-nachttrunkene Gegenwelten. Sind es nicht gerade die dunklen Klangräume, die uns magisch anziehen?

SECHSTER SINN UND SIEBTE IM SINN
Die 7. Sinfonie bescherte Dvořák einen der größten Erfolge seines Lebens. Die London Philharmonic Society hatte ihn eingeladen – eine Ehre, die zuvor Mendelssohn, Berlioz und Wagner zuteil geworden war – und reihte ihn schon beim ersten Aufenthalt nach Liszt, Brahms und Verdi unter ihre Ehrenmitglieder, gefolgt von Grieg, Tschaikowski und Rachmaninoff. Ferner trug man Dvořák die Komposition einer neuen Sinfonie an, deren Uraufführung er am 22. April 1885 im Zuge seines dritten Englandaufenthalts leitete. Mit Feuereifer hatte er daran gearbeitet: Auf Schritt und Tritt habe ich nichts anderes im Sinn als meine Siebte, die so werden soll, dass die Welt aufhorcht. Dvořáks Wunsch ging in Erfüllung. Die Welt horchte auf – insbesondere auch die Neue Welt.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

14 Uhr
Hauptfoyer

18 Uhr
Opernhaus

Vorverkauf ab dem 2. Juni 2026

Der krönende Abschluss des Tages der offenen Tür in der Oper Leipzig, der bereits um 11 Uhr beginnt: Genießen Sie in diesem Eröffnungskonzert wunderbare musikalische Ausblicke auf die Neuproduktionen…

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20 € / ermäßigt 10 €
Vorverkauf ab dem 2. Juni 2026

Veranstalter: Oper Leipzig

Der krönende Abschluss des Tages der offenen Tür in der Oper Leipzig, der bereits um 11 Uhr beginnt: Genießen Sie in diesem Eröffnungskonzert wunderbare musikalische Ausblicke auf die Neuproduktionen und Wiederaufnahmen der neuen Spielzeit! Mit dem Opernchor, dem Gewandhausorchester, Mitgliedern des Ensembles und Gastsängerinnen und -sänger, die in dieser Spielzeit regelmäßig in Leipzig singen werden, wie Elbenita Kajtazi, Martin Muehle und Lucio Gallo.

Vorverkauf ab dem 2. Juni 2026

19.30 Uhr
Großer Saal

Ludwig van Beethoven: 3. Sinfonie – Rekomposition (Stegreif Orchester)

11 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Sergej Rachmaninoff, Antonín Dvořák

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SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCHAufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee.…

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Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Sonntags-Anrecht II

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SINNLICHKEIT UND SINNENRAUSCH
Aufbruchsstimmung herrscht im 3. Klavierkonzert: Das Werk begleitete Rachmaninoff in die Neue Welt. Er komponierte es mit Blick auf seine bevorstehende USA-Tournee. Während der Atlantik-Überfahrt studierte er den sagenhaft schweren Solopart auf einer stummen Klaviatur ein. Dank rasanter Tempi mit fast permanent vollgriffigem Spiel gilt dieses Konzert als Rekordhalter einer fragwürdigen Disziplin: Es mutet dem Solisten die meisten Noten pro Sekunde zu. Rachmaninoffs musikalische Ausdrucksgewalt, die aus unendlich vielen Stimmungs- und Klangfarben-Schattierungen sowie enormer dynamischer und agogischer Flexibilität erwächst, jedoch nie aus Athletik, Pose oder sentimentaler Romantisierung, macht quantitative Statistiken und qualitative Klischees gleichermaßen hinfällig. Die Premiere bestritt er in New York unter Leitung von Walter Damrosch, die unmittelbar folgende zweite Aufführung dirigierte Gustav Mahler.

SINNBILD UND SINNSUCHE
Die düstere Tonart d-Moll eint beide Werke. Rachmaninoffs Moll-Faible ist legendär. Dvořáks Sinfonie lockt mit finsterem Raunen der Bässe und Pauke in eine zerfurchte, schroffe Klanglandschaft, durch die freilich jene beseelten Melodien fliegen, die ihn so beliebt machen. Noch das fantastische Finale, strotzend vor vitaler Energie, weiß um gespenstisch-nachttrunkene Gegenwelten. Sind es nicht gerade die dunklen Klangräume, die uns magisch anziehen?

SECHSTER SINN UND SIEBTE IM SINN
Die 7. Sinfonie bescherte Dvořák einen der größten Erfolge seines Lebens. Die London Philharmonic Society hatte ihn eingeladen – eine Ehre, die zuvor Mendelssohn, Berlioz und Wagner zuteil geworden war – und reihte ihn schon beim ersten Aufenthalt nach Liszt, Brahms und Verdi unter ihre Ehrenmitglieder, gefolgt von Grieg, Tschaikowski und Rachmaninoff. Ferner trug man Dvořák die Komposition einer neuen Sinfonie an, deren Uraufführung er am 22. April 1885 im Zuge seines dritten Englandaufenthalts leitete. Mit Feuereifer hatte er daran gearbeitet: Auf Schritt und Tritt habe ich nichts anderes im Sinn als meine Siebte, die so werden soll, dass die Welt aufhorcht. Dvořáks Wunsch ging in Erfüllung. Die Welt horchte auf – insbesondere auch die Neue Welt.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

16 Uhr
Mendelssohn-Saal

Eintritt frei

Eintritt frei

In Kooperation mit der

Gefördert von der

Logo Krupp Stiftung

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Eintritt frei