Spielplan des Gewandhauses

Do

17. Nov 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Sergej Rachmaninoff , Sofia Gubaidulina , Dmitri Schostakowitsch

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IN DER KREIDE Gubaidulinas Märchenpoem entstand für eine Rundfunksendung über das tschechische Märchen Die kleine Kreide zu einer Zeit, da sich die Komponistin mit Film- und Hörspielmusik über Wasser…

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IN DER KREIDE

Gubaidulinas Märchenpoem entstand für eine Rundfunksendung über das tschechische Märchen Die kleine Kreide zu einer Zeit, da sich die Komponistin mit Film- und Hörspielmusik über Wasser hielt. Die Werke, die ihr eigentlich am Herzen lagen, wurden in den 1970er Jahren kaum gespielt. Erkannte sie sich wieder in der Kreide, die davon träumt, prächtige Schlösser zu malen, doch an trivialen Aufgaben wie dem täglichen Tafelanschrieb für Schulkinder unaufhaltsam schrumpft? Von der Diskrepanz großer Visionen und beschränkter Möglichkeiten ließ sich Gubaidulina nie entmutigen. In jeder Kreide kann die Weltformel oder das größte Kunstwerk aller Zeiten stecken. Ihr Märchenpoem verzaubert Konzertsäle weltweit mit magischen Orchesterfarben, betörenden Linien einzelner Instrumente, unwirklichen Trillern, schwebenden Klängen des Vibraphons und geheimnisvoll raunendem Pianissimo.

KLEIN UND GEMEIN

Ein Prachtschloss in Gestalt einer heroischen Sinfonie erhoffte man von Schostakowitsch nach Kriegsende, zumal Tonart Es-Dur und Zahl Nr. 9 seit Beethoven Großes erwarten lassen und Schostakowitsch die Beteiligung von Chor und Solisten ankündigte. Doch was am 3. November 1945 aus dem St. Petersburger Orchester tönte, glich der Kreidekritzelei eines Lausbuben. Klassizistisch, kurz, grotesk, klein besetzt und zu Scherzen aufgelegt, die der Widmung an »unseren großen Sieg« spotten. Heute zählt die Neunte zu Schostakowitschs beliebtesten Werken. Doch damals traf seine Prognose ein: Die Musiker werden sie mit Vergnügen spielen, aber die Kritiker werden sie vernichten.

DER SCHWARZE RIESE

Das Klavier hält mit Rachmaninoffs berühmtem Leitgedanken nicht lange hinterm Berg. Während die tiefen Streicher ihn übernehmen, zerfließt der Solopart in Figurationen, die hochemotional und virtuos aufbrausen. Melancholische Melodik, schwelgerische Harmonik und atemberaubende Pianistik entfalten den Ausdrucksreichtum der Musik, die aus den Tasten gestreichelt, gesungen, feinfingrig eingefangen, mit starker Hand gebändigt, volltönend in den Saal geschleudert und vor allem: leidenschaftlich geliebt werden will.

Fr

18. Nov 2022

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Sergej Rachmaninoff , Sofia Gubaidulina , Dmitri Schostakowitsch

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IN DER KREIDE Gubaidulinas Märchenpoem entstand für eine Rundfunksendung über das tschechische Märchen Die kleine Kreide zu einer Zeit, da sich die Komponistin mit Film- und Hörspielmusik über Wasser…

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IN DER KREIDE

Gubaidulinas Märchenpoem entstand für eine Rundfunksendung über das tschechische Märchen Die kleine Kreide zu einer Zeit, da sich die Komponistin mit Film- und Hörspielmusik über Wasser hielt. Die Werke, die ihr eigentlich am Herzen lagen, wurden in den 1970er Jahren kaum gespielt. Erkannte sie sich wieder in der Kreide, die davon träumt, prächtige Schlösser zu malen, doch an trivialen Aufgaben wie dem täglichen Tafelanschrieb für Schulkinder unaufhaltsam schrumpft? Von der Diskrepanz großer Visionen und beschränkter Möglichkeiten ließ sich Gubaidulina nie entmutigen. In jeder Kreide kann die Weltformel oder das größte Kunstwerk aller Zeiten stecken. Ihr Märchenpoem verzaubert Konzertsäle weltweit mit magischen Orchesterfarben, betörenden Linien einzelner Instrumente, unwirklichen Trillern, schwebenden Klängen des Vibraphons und geheimnisvoll raunendem Pianissimo.

KLEIN UND GEMEIN

Ein Prachtschloss in Gestalt einer heroischen Sinfonie erhoffte man von Schostakowitsch nach Kriegsende, zumal Tonart Es-Dur und Zahl Nr. 9 seit Beethoven Großes erwarten lassen und Schostakowitsch die Beteiligung von Chor und Solisten ankündigte. Doch was am 3. November 1945 aus dem St. Petersburger Orchester tönte, glich der Kreidekritzelei eines Lausbuben. Klassizistisch, kurz, grotesk, klein besetzt und zu Scherzen aufgelegt, die der Widmung an »unseren großen Sieg« spotten. Heute zählt die Neunte zu Schostakowitschs beliebtesten Werken. Doch damals traf seine Prognose ein: Die Musiker werden sie mit Vergnügen spielen, aber die Kritiker werden sie vernichten.

DER SCHWARZE RIESE

Das Klavier hält mit Rachmaninoffs berühmtem Leitgedanken nicht lange hinterm Berg. Während die tiefen Streicher ihn übernehmen, zerfließt der Solopart in Figurationen, die hochemotional und virtuos aufbrausen. Melancholische Melodik, schwelgerische Harmonik und atemberaubende Pianistik entfalten den Ausdrucksreichtum der Musik, die aus den Tasten gestreichelt, gesungen, feinfingrig eingefangen, mit starker Hand gebändigt, volltönend in den Saal geschleudert und vor allem: leidenschaftlich geliebt werden will.

Do

12. Jan 2023

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Sofia Gubaidulina , Wolfgang Amadeus Mozart , Johannes Brahms

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EINTRACHT SCHWINGT MIT Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung…

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EINTRACHT SCHWINGT MIT

Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung gelangte Werk von Sofia Gubaidulina ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Gewandhauskomponistin zu internationalem Ansehen und zu einer neuen künstlerisch-ästhetischen Ausrichtung. Sie flicht Laute der menschlichen Stimme ein, experimentiert mit Vierteltönen und lädt ihre Musik erstmals explizit mit religiöser Bedeutung auf.

SCHEUSAL SPIELT MIT

Auch Mozarts Doppelkonzert fällt in eine Phase des Experimentierens und der Neuorientierung. Auf seiner großen Reise über Mannheim nach Paris hat er die Modegattung des Konzerts mit mehreren Solisten kennengelernt und anschließend in Salzburg in verschiedenen Konstellationen erprobt. Das Doppelkonzert für zwei Klaviere gelangte noch in Salzburg mit Schwester Nannerl zur Aufführung. Doch Mozart hat bereits ein neues Ziel vor Augen: Ihn lockt die »Klavierstadt« Wien, und er spielte das Werk auch dort mehrfach – gemeinsam mit seiner Schülerin Josephine von Auernhammer. Sie ist ein scheusal! spielt aber zum entzücken und quält mich entsezlich wegen dem DopelConcert.

ESEL HÖRT MIT

Johannes Brahms quälte sich bis zu seinem 43. Lebensjahr entsetzlich in der Königsdisziplin der Orchesterwerke. Ich werde nie eine Symphonie komponieren!, klagte er dem Dirigenten Hermann Levi. Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Muthe ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört. Der Riese heißt Beethoven und er rumort in Brahms’ sinfonischem Erstling so lautstark, dass Hans von Bülow das Werk als Beethovens Zehnte bezeichnete. Bedrohlich hallen des Riesen Schritte in der penetrant polternden Pauke wider, und im Finale klingt der Freuden-Hymnus der Neunten in zitatnaher Deutlichkeit. Auf die Ähnlichkeit angesprochen kommentierte Brahms mürrisch, doch bestätigend: Jawohl, und noch merkwürdiger ist, daß es jeder Esel sofort hört.

Fr

13. Jan 2023

20 Uhr
Großer Saal

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Werke von Sofia Gubaidulina , Wolfgang Amadeus Mozart , Johannes Brahms

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EINTRACHT SCHWINGT MIT Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung…

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EINTRACHT SCHWINGT MIT

Ob Concordanza, Konzert oder Symphonie: In vielen musikalischen Titeln schwingt das Miteinander als Charakteristikum des Musizierens mit. Das 1971 in Prag zur Uraufführung gelangte Werk von Sofia Gubaidulina ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Gewandhauskomponistin zu internationalem Ansehen und zu einer neuen künstlerisch-ästhetischen Ausrichtung. Sie flicht Laute der menschlichen Stimme ein, experimentiert mit Vierteltönen und lädt ihre Musik erstmals explizit mit religiöser Bedeutung auf.

SCHEUSAL SPIELT MIT

Auch Mozarts Doppelkonzert fällt in eine Phase des Experimentierens und der Neuorientierung. Auf seiner großen Reise über Mannheim nach Paris hat er die Modegattung des Konzerts mit mehreren Solisten kennengelernt und anschließend in Salzburg in verschiedenen Konstellationen erprobt. Das Doppelkonzert für zwei Klaviere gelangte noch in Salzburg mit Schwester Nannerl zur Aufführung. Doch Mozart hat bereits ein neues Ziel vor Augen: Ihn lockt die »Klavierstadt« Wien, und er spielte das Werk auch dort mehrfach – gemeinsam mit seiner Schülerin Josephine von Auernhammer. Sie ist ein scheusal! spielt aber zum entzücken und quält mich entsezlich wegen dem DopelConcert.

ESEL HÖRT MIT

Johannes Brahms quälte sich bis zu seinem 43. Lebensjahr entsetzlich in der Königsdisziplin der Orchesterwerke. Ich werde nie eine Symphonie komponieren!, klagte er dem Dirigenten Hermann Levi. Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Muthe ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört. Der Riese heißt Beethoven und er rumort in Brahms’ sinfonischem Erstling so lautstark, dass Hans von Bülow das Werk als Beethovens Zehnte bezeichnete. Bedrohlich hallen des Riesen Schritte in der penetrant polternden Pauke wider, und im Finale klingt der Freuden-Hymnus der Neunten in zitatnaher Deutlichkeit. Auf die Ähnlichkeit angesprochen kommentierte Brahms mürrisch, doch bestätigend: Jawohl, und noch merkwürdiger ist, daß es jeder Esel sofort hört.

So

19. Feb 2023

18 Uhr
Mendelssohn-Saal

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Werke von Joseph Haydn , Clara Schumann , Sofia Gubaidulina , Robert Schumann