Spielplan des Gewandhauses

Oper Leipzig Außenansicht
Oper Leipzig Außenansicht

Fr

07. Apr 2023

17 Uhr
Opernhaus

Georg Friedrich Händel — Giulio Cesare in Egitto / Dramma per musica in drei Akten HWV 17

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Sie hat einen schwierigen Charakter – aber eine schöne Nase! Diese Einschätzung eines kleinen Galliers ist nur eine von vielen Legenden, die sich um die bezaubernde Pharaonin ranken. Dass Kleopatra…

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Sie hat einen schwierigen Charakter – aber eine schöne Nase! Diese Einschätzung eines kleinen Galliers ist nur eine von vielen Legenden, die sich um die bezaubernde Pharaonin ranken. Dass Kleopatra mit ihrem Zinken den Großen ihrer Zeit den Atem raubte, war schon immer ein Geschenk für alle im Entertainment-Business, die ein Näschen für gute Stoffe hatten. Auch wenn Händels unverwüstlicher Kassenschlager den Titel des römischen Diktators trägt, hat die Ägypterin in diesem Juwel des Opern-Repertoires doch meist die Nase vorn. Sie tiriliert, bezirzt, leidet, schluchzt und triumphiert einfach zum Niederknien schön. Natürlich hat der Grand Seigneur der Klang gewordenen Emotionen, sein musikalisches Breitband-Movie vor antiker Kulisse mit allen Gerüchen des barocken Orchesterspektrums ausgestattet und vom rotzfrechen Tolomeo über den pubertierenden Rache-Engel Sesto bis hin zur elegisch schniefenden Cornelia mit großartigen Typen. Der gefeierte Regisseur Damiano Michieletto, der nach seiner bunt-glitzernden Erfolgsproduktion »The Rake’s Progress« mit »Giulio Cesare in Egitto« an die Oper Leipzig zurückkehrt, hat schon in London, Moskau, Mailand und Salzburg bewiesen, dass er einen guten Riecher für packendes Musiktheater hat.

Das Foto zeigt das Gewandhausorchester und den Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Andreas Reize in der Thomaskirche Leipzig.
Das Foto zeigt das Gewandhausorchester und den Thomanerchor Leipzig unter der Leitung von Thomaskantor Andreas Reize in der Thomaskirche Leipzig.

Fr

07. Apr 2023

19 Uhr
Thomaskirche

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Johann Sebastian Bach — Johannes-Passion BWV 245

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HERR, UNSER HERRSCHER Die erste Passionsaufführung des Thomaskantors Johann Sebastian Bach erklang zu Karfreitag, dem 7. April 1724. Kurzfristig wurde der Gottesdienst aus der Thomas- in die…

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HERR, UNSER HERRSCHER

Die erste Passionsaufführung des Thomaskantors Johann Sebastian Bach erklang zu Karfreitag, dem 7. April 1724. Kurzfristig wurde der Gottesdienst aus der Thomas- in die Nikolaikirche verlegt. Was den Leipzigern entgegentönte, ist verstörend: Herr! Herr! Herr!, ruft der Chor in das dunkle g-Moll des aufgewühlten Orchestervorspiels hinein, erst eindringlich auf den Schlag, dann hadernd dagegen, als stemme er sich gegen das unausweichlich Bevorstehende. Mühsam windet sich unser Herrscher als Melisma empor. Vergeblich ringen die Sänger sich die Huldigung ab: dessen Ruhm in allen Landen ist. Kein Herrscherglanz fällt ins Passionsdunkel dieser Musik.

OH MENSCH

Ein Jahr später ersetzte Bach das verzweifelte: Herr, unser Herrscher! durch O Mensch, bewein ... in mildem Es-Dur. Aufsteigende hohe Stimmen treten dem niedersinkenden Bass entgegen, ein Choral verbreitet Ruhe und Beständigkeit und bindet die revidierte Passion in den ersten Choralkantaten-Jahrgang ein. Auch die Schlüsse könnten unterschiedlicher kaum sein. Die zweite Fassung mündet wiederum in eine Choralbearbeitung. Für Christe, Du Lamm Gottes griff Bach auf einen Kantatensatz zurück – schwer seufzende Musik, mehr Klage als Anrufung. Zwar weicht das lähmende Adagio in g-Moll einem helleren Andante, doch ein zuversichtliches, affirmatives Ende bleibt aus. Was so gefasst begann, verliert sich im Ungewissen.

ERHÖRE MICH

In Bachs erster Leipziger Passionsmusik hingegen steht dem dunkel aufgewühlten Eingangsein schlichter, warm leuchtender Schlusschoral entgegen: Ach Herr, lass Dein lieb Engelein ... Tröstliches, zuversichtliches Es-Dur markiert hier den tonartlichen Ziel- und nicht den Ausgangspunkt. Lobpreis hat das letzte Wort, doch die Musik widerspricht nicht mehr wie zu Beginn, sondern unterstreicht, indem alle Instrumente sich den Singstimmen anschließen: Dich will ich preisen ewiglich!

Sa

08. Apr 2023

19 Uhr
Opernhaus

Gaetano Donizetti — L'elisir d'amore (Der Liebestrank)

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»Una furtiva lagrima«, »eine verstohlene Träne« entdeckt Nemorino im Augenwinkel seiner Angebeteten Adina, und sie schenkt ihm Hoffnung, dass die reiche Gutsbesitzerin doch nicht so hartherzig ist,…

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»Una furtiva lagrima«, »eine verstohlene Träne« entdeckt Nemorino im Augenwinkel seiner Angebeteten Adina, und sie schenkt ihm Hoffnung, dass die reiche Gutsbesitzerin doch nicht so hartherzig ist, wie sie sich gibt. Mit seinem letzten Geld kauft er einen Liebestrank, der ihm angeblich unwiderstehlichen Charme verleihen soll. Vielleicht hilft die Medizin und führt zum großen Liebesglück.