Spielplan des Gewandhauses

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Jean Sibelius, César Franck

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Sibelius’ Violinkonzert entstand in einer Phase persönlicher Unsicherheit und zeichnet sich durch dichte motivische Arbeit sowie präzise instrumentale Dialoge aus. Die Solovioline wird in jedem Satz…

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Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Sibelius’ Violinkonzert entstand in einer Phase persönlicher Unsicherheit und zeichnet sich durch dichte motivische Arbeit sowie präzise instrumentale Dialoge aus. Die Solovioline wird in jedem Satz vor neue technische und expressive Herausforderungen gestellt und tritt mit den orchestralen Strukturen in Beziehung, die mit dramatischen Spannungsbögen eine bisweilen filmische Wirkung entfalten. Der Solist Nikolaj Szeps-Znaider zeichnet sich dabei durch seinen bemerkenswerten Umgang mit der Balance zwischen Detail und dramatischem Bogen aus. Francks Sinfonie wiederum spannt ein organisches Motivnetz über vier Sätze hinweg, in dem Themen wieder aufgegriffen, verdichtet und transformiert werden. Beide Werke teilen die Tonart d-Moll als tragenden Rahmen. Sie erkunden darin mit packender Wucht und musikalischem Sog Konflikt, innere Spannung und den Weg zu Auflösung.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Jean Sibelius, César Franck

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Sibelius’ Violinkonzert entstand in einer Phase persönlicher Unsicherheit und zeichnet sich durch dichte motivische Arbeit sowie präzise instrumentale Dialoge aus. Die Solovioline wird in jedem Satz…

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Konzerteinführung mit Niklas Schächner um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

Sibelius’ Violinkonzert entstand in einer Phase persönlicher Unsicherheit und zeichnet sich durch dichte motivische Arbeit sowie präzise instrumentale Dialoge aus. Die Solovioline wird in jedem Satz vor neue technische und expressive Herausforderungen gestellt und tritt mit den orchestralen Strukturen in Beziehung, die mit dramatischen Spannungsbögen eine bisweilen filmische Wirkung entfalten. Der Solist Nikolaj Szeps-Znaider zeichnet sich dabei durch seinen bemerkenswerten Umgang mit der Balance zwischen Detail und dramatischem Bogen aus. Francks Sinfonie wiederum spannt ein organisches Motivnetz über vier Sätze hinweg, in dem Themen wieder aufgegriffen, verdichtet und transformiert werden. Beide Werke teilen die Tonart d-Moll als tragenden Rahmen. Sie erkunden darin mit packender Wucht und musikalischem Sog Konflikt, innere Spannung und den Weg zu Auflösung.

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann

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VOM KONJUNKTIV BEHÜTETHoch droben im Nordosten Schottlands, wo keiner mehr mit menschlichen Lebenszeichen rechnet, lagern in der Bibliothek von Thunderthrole die unkomponierten Werke zu früh…

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VOM KONJUNKTIV BEHÜTET
Hoch droben im Nordosten Schottlands, wo keiner mehr mit menschlichen Lebenszeichen rechnet, lagern in der Bibliothek von Thunderthrole die unkomponierten Werke zu früh verstorbener Komponisten. Sie füllen 96.969 Regalmeter auf drei Etagen des verwinkelten Granitgebäudes aus dem 14. Jahrhundert. Pergolesis Ubi erat Pater lagert hier, Mozarts La Vendetta di Cherubino, Mendelssohns Loreleis Abgrund, oder: Der Fluch der Nachtigall, Schuberts Sturmbeschwörung für Chor, Soli und Gespenster, Schumanns Situationen für stummen Sopran, Posaune, Pauke und Harfe sowie Chopins Grande Sonate Sableuse (Sandsonate). Einen kühlen Saal im Südflügel füllen Rockballaden des Club 27.

DEM POTENZIALIS ENTRISSEN
Ungewöhnliche Umstände führten dazu, dass ein Manuskript 545 Meilen südwärts in Oxfords Bodleian Library seine Heimstatt fand. Mendelssohns älteste Tochter Marie überließ der Bibliothek kryptische Partiturseiten eines ersten Sinfoniesatzes, samt 42 Skizzentakten eines zweiten. Über den Mendelssohn-Forscher R. Larry Todd wurde der finnische Komponist Luukas Hiltunen 2020 auf den Torso aufmerksam, rekonstruierte aus dem dürftigen Material in vierjähriger Arbeit die aufführbare Version einer halben Großen C-Dur- Sinfonie, entfernt erinnernd an Schuberts Pendant und die Ruy-Blas-Ouvertüre.

ZUM IRREALIS ZURÜCKGEBRACHT
1845 hatte Mendelssohn Freunden und Geschwistern erstmals von Entwürfen zu einer neuen Sinfonie berichtet, offenbar veranlasst von Erfolgen in Paris. Die Arbeit zog sich. Dirigier- und Konzertreisen, Leipzig und Berlin, Elias und Christus nahmen ihn in Beschlag, gesundheitliche Probleme bremsten ihn aus. Nach dem Tod seiner Schwester Fanny war an schöpferische Arbeit – zumal an einer strahlenden C-Dur-Sinfonie – kaum zu denken. Was wäre wohl noch gekommen, hätte nicht am 4. November 1847 der Tod Künftiges verhindert? Auf diese schmerzhafte Frage wissen auch die beiden Sätze einer Sechsten keine Antwort. Man suche sie hoch droben im Nordosten Schottlands.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann

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VOM KONJUNKTIV BEHÜTETHoch droben im Nordosten Schottlands, wo keiner mehr mit menschlichen Lebenszeichen rechnet, lagern in der Bibliothek von Thunderthrole die unkomponierten Werke zu früh…

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VOM KONJUNKTIV BEHÜTET
Hoch droben im Nordosten Schottlands, wo keiner mehr mit menschlichen Lebenszeichen rechnet, lagern in der Bibliothek von Thunderthrole die unkomponierten Werke zu früh verstorbener Komponisten. Sie füllen 96.969 Regalmeter auf drei Etagen des verwinkelten Granitgebäudes aus dem 14. Jahrhundert. Pergolesis Ubi erat Pater lagert hier, Mozarts La Vendetta di Cherubino, Mendelssohns Loreleis Abgrund, oder: Der Fluch der Nachtigall, Schuberts Sturmbeschwörung für Chor, Soli und Gespenster, Schumanns Situationen für stummen Sopran, Posaune, Pauke und Harfe sowie Chopins Grande Sonate Sableuse (Sandsonate). Einen kühlen Saal im Südflügel füllen Rockballaden des Club 27.

DEM POTENZIALIS ENTRISSEN
Ungewöhnliche Umstände führten dazu, dass ein Manuskript 545 Meilen südwärts in Oxfords Bodleian Library seine Heimstatt fand. Mendelssohns älteste Tochter Marie überließ der Bibliothek kryptische Partiturseiten eines ersten Sinfoniesatzes, samt 42 Skizzentakten eines zweiten. Über den Mendelssohn-Forscher R. Larry Todd wurde der finnische Komponist Luukas Hiltunen 2020 auf den Torso aufmerksam, rekonstruierte aus dem dürftigen Material in vierjähriger Arbeit die aufführbare Version einer halben Großen C-Dur- Sinfonie, entfernt erinnernd an Schuberts Pendant und die Ruy-Blas-Ouvertüre.

ZUM IRREALIS ZURÜCKGEBRACHT
1845 hatte Mendelssohn Freunden und Geschwistern erstmals von Entwürfen zu einer neuen Sinfonie berichtet, offenbar veranlasst von Erfolgen in Paris. Die Arbeit zog sich. Dirigier- und Konzertreisen, Leipzig und Berlin, Elias und Christus nahmen ihn in Beschlag, gesundheitliche Probleme bremsten ihn aus. Nach dem Tod seiner Schwester Fanny war an schöpferische Arbeit – zumal an einer strahlenden C-Dur-Sinfonie – kaum zu denken. Was wäre wohl noch gekommen, hätte nicht am 4. November 1847 der Tod Künftiges verhindert? Auf diese schmerzhafte Frage wissen auch die beiden Sätze einer Sechsten keine Antwort. Man suche sie hoch droben im Nordosten Schottlands.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Modest Mussorgski, Peter Tschaikowski, Béla Bartók

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SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY ENDEuphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23.…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY END
Euphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23. Juni [1867], dem Vorabend des Johannistages, wurde mit Gottes Hilfe die »Johannisnacht auf dem Kahlen Berge« beendet – ein musikalisches Bild folgenden Inhalts: 1. Versammlung der Hexen, ihr Klatsch und Tratsch, 2. Der Zug des Satans, 3. Heidnische Verherrlichung des Satans und 4. Hexensabbat. Die Partitur ist ohne Skizzen direkt ins Reine geschrieben und Mili Balakirew zugeeignet. Ausgerechnet der vorgesehene Widmungsträger, Mussorgskis Mentor, reagierte mit Ablehnung. Rimski-Korsakow hingegen wurde nach Mussorgskis frühem Tod zum Retter. Seine Bearbeitung verhalf der Tondichtung zum Durchbruch, griff jedoch tief in die Werksubstanz ein. Von Mussorgskis Wurf blieb weder Form noch Instrumentierung, weder Tonartenfolge noch Dramaturgie. Harmonische Härten wurden ausgebügelt, mit denen Mussorgski bewusst provoziert hatte: Dafür würde man mich aus dem Konservatorium jagen! Erhalten blieb, worauf Mussorgski besonders stolz gewesen war: feuriger Charakter ohne Längen.

TASTENDONNER MIT SONNIGEN AUSSICHTEN
Tschaikowskis 1. Klavierkonzert – heute eines der beliebtesten Klavierkonzerte überhaupt – traf ein ähnliches Schicksal. Nachdem es innerhalb weniger November- und Dezemberwochen des Jahres 1874 komponiert und in den Folgemonaten instrumentiert worden war, machte niederschmetternde Kritik von unerwarteter Seite die Freude des Komponisten über seinen Geniestreich zunichte. Wieder kam sie vom vorgesehenen Widmungsträger, hier dem Pianisten und Leiter des Moskauer Konservatoriums Nikolai Rubinstein. Der Solopart sei unspielbar, etliche Passagen abgedroschen und ungeschickt, die Musik insgesamt trivial. Tatsächlich beruhen viele der einprägsamen Themen auf Volksliedern und trugen letztlich zum Erfolg bei. Entscheidend war wiederum ein Retter: Tschaikowski erkor Hans von Bülow zum neuen Widmungsträger, der die Komposition im Zuge seiner unmittelbar bevorstehenden Amerika-Tournee in Boston – 70 Jahre später Premierenschauplatz von Bartóks Konzert für Orchester – zur Uraufführung brachte. Umjubelte Darbietungen in den USA und Europa folgten.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

19.30 Uhr
Großer Saal

Werke von Modest Mussorgski, Peter Tschaikowski, Béla Bartók

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SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY ENDEuphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23.…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SCHAUERMÄRCHEN MIT HAPPY END
Euphorisch berichtet der 28-jährige Modest Mussorgski dem fünf Jahre jüngeren Freund Nikolai Rimski-Korsakow von der Vollendung seines ersten großen Orchesterwerks: Am 23. Juni [1867], dem Vorabend des Johannistages, wurde mit Gottes Hilfe die »Johannisnacht auf dem Kahlen Berge« beendet – ein musikalisches Bild folgenden Inhalts: 1. Versammlung der Hexen, ihr Klatsch und Tratsch, 2. Der Zug des Satans, 3. Heidnische Verherrlichung des Satans und 4. Hexensabbat. Die Partitur ist ohne Skizzen direkt ins Reine geschrieben und Mili Balakirew zugeeignet. Ausgerechnet der vorgesehene Widmungsträger, Mussorgskis Mentor, reagierte mit Ablehnung. Rimski-Korsakow hingegen wurde nach Mussorgskis frühem Tod zum Retter. Seine Bearbeitung verhalf der Tondichtung zum Durchbruch, griff jedoch tief in die Werksubstanz ein. Von Mussorgskis Wurf blieb weder Form noch Instrumentierung, weder Tonartenfolge noch Dramaturgie. Harmonische Härten wurden ausgebügelt, mit denen Mussorgski bewusst provoziert hatte: Dafür würde man mich aus dem Konservatorium jagen! Erhalten blieb, worauf Mussorgski besonders stolz gewesen war: feuriger Charakter ohne Längen.

TASTENDONNER MIT SONNIGEN AUSSICHTEN
Tschaikowskis 1. Klavierkonzert – heute eines der beliebtesten Klavierkonzerte überhaupt – traf ein ähnliches Schicksal. Nachdem es innerhalb weniger November- und Dezemberwochen des Jahres 1874 komponiert und in den Folgemonaten instrumentiert worden war, machte niederschmetternde Kritik von unerwarteter Seite die Freude des Komponisten über seinen Geniestreich zunichte. Wieder kam sie vom vorgesehenen Widmungsträger, hier dem Pianisten und Leiter des Moskauer Konservatoriums Nikolai Rubinstein. Der Solopart sei unspielbar, etliche Passagen abgedroschen und ungeschickt, die Musik insgesamt trivial. Tatsächlich beruhen viele der einprägsamen Themen auf Volksliedern und trugen letztlich zum Erfolg bei. Entscheidend war wiederum ein Retter: Tschaikowski erkor Hans von Bülow zum neuen Widmungsträger, der die Komposition im Zuge seiner unmittelbar bevorstehenden Amerika-Tournee in Boston – 70 Jahre später Premierenschauplatz von Bartóks Konzert für Orchester – zur Uraufführung brachte. Umjubelte Darbietungen in den USA und Europa folgten.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann