19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Maurice Ravel, Paul Hindemith, Igor Strawinsky

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AN COUPERIN GEDACHTAls der eigensinnige Dandy Maurice Ravel das tönende Grabmal komponierte, hatte er einiges in seinem Leben begraben: die Pianistenlaufbahn, das zweimal begonnene und nie vollendete…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Serie II

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

AN COUPERIN GEDACHT
Als der eigensinnige Dandy Maurice Ravel das tönende Grabmal komponierte, hatte er einiges in seinem Leben begraben: die Pianistenlaufbahn, das zweimal begonnene und nie vollendete Studium am Konservatorium, den nach mehreren Anläufen geradezu mutwillig nicht errungenen Rom-Preis, die Illusion soldatischen Heldentums im 1. Weltkrieg und schließlich die eigene Mutter. All dies sublimiert die zwischen 1914 und 1917 entstandene Klaviersuite, die zwar Couperin als barocken Gewährsmann im Titel herbeizitiert, aber viel umfassender verlorene, zu Grabe getragene Schönheit besingt. Vier Teile der sechssätzigen Klaviersuite griff Ravel 1919 in veränderter Reihenfolge zur Orchestrierung auf.

AUF BEETHOVEN GEPOCHT
Die Pauke pocht gleich zu Beginn auf Beethoven. Dessen Violinkonzert spielte Hindemith bereits als Jugendlicher. Dann lässt er die Violine betörend zirpen, singen und spielfreudig ihre Wendigkeit unter Beweis stellen. Sein Konzert will durch Wohlklang gewinnen. Und doch schwingen Dissonanzen mit, die erahnen lassen, wie Hindemith die Entstehungszeit Ende 1939 im Schweizer Exil erlebte. In Deutschland war seine Musik von den Spielplänen verbannt. So hob Konzertmeister Ferdinand Helmann das Konzert am 14. März 1940 mit dem Concertgebouworkest unter Willem Mengelberg in Amsterdam aus der Taufe – wenige Monate bevor deutsche Truppen auch in die Niederlande einmarschierten. Der Komponist hatte aufgrund der Kriegswirren keine Chance, der Premiere beizuwohnen, und suchte Zuflucht in den USA. Dort erlebte er einen Monat später die amerikanische Erstaufführung durch das Boston Symphony Orchestra. Anständig hieß Hindemith sein Konzert, das nun erstmals auf den Pulten des Gewandhausorchesters liegt. Es sei mit gutem Gewissen überall vorzeigbar.

IN DIE PUPPEN GETANZT
Strawinskys Petruschka war für die Pariser Balletsrusses-Saison 1911 in kongenialer Zusammenarbeit mit dem Choreographen Michail Fokine und dem Bühnenbildner Alexandre Benois entstanden. Mehrere Suiten wurden für den Konzertgebrauch zusammengestellt. Wir erleben die revidierte vollständige Ballettmusik. Das russische Jahrmarkttreiben zur Karnevalszeit mit Schaustellern und ihren Attraktionen – Zauberkunststücken, tanzenden Bären, Commedia-dell’Arte-Pantomime und Musik – verbindet sich mit Puppentheater um Petruschka, dessen Widersacher und die geliebte Ballerina. Ein Gaukler erweckt die drei Puppen mit magischen Kräften zum Leben. Schon bald sind Spiel und Ernst, Fantasie und Wirklichkeit nicht mehr zu trennen …

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.