19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Arvo Pärt

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SONNTAGS BACHIch gehe alle Sonntage um 12 uhr zum Baron von Suiten – und da wird nichts gespiellt als Händl und Bach. ich mach mir eben eine Collection von den Bachischen fugen. Als Mozart mit Studien…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Serie IV

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

SONNTAGS BACH
Ich gehe alle Sonntage um 12 uhr zum Baron von Suiten – und da wird nichts gespiellt als Händl und Bach. ich mach mir eben eine Collection von den Bachischen fugen. Als Mozart mit Studien beim Wiener Adel seinen Vater beschwichtigte, der den Sohn bei rauschenden Bällen wähnte, war Bach noch keine 32 Jahre unter der Erde. Leopold las gewiss mit Genugtuung, dass Wolfgang sich in bachbeflissenen Kreisen ernsthaft mit ernster, ja sehr ernster Musik befasste und sogar Geld damit verdiente. Vielleicht verdanken wir dem Bach-Nerd Gottfried van Swieten auch die Baron-Salongerechte Einrichtung der c-Moll-Fuge, welche ich schon lange für 2 klaviere geschrieben habe, samt Erweiterung um ein kurzes Adagio à 2 violini, viola, e Baßo. Dann reiste Mozart nach Leipzig und brachte seine jüngste Sinfonie zur Uraufführung, die zunächst nicht Jupiter, sondern mit der Schlussfuge hieß und auf ihre Weise im Bach gründelt. Der Gewandhaus-Auftritt bot wenig Anlass zur Freude; dafür entlockten Bach-singende Thomaner Mozart den Ausruf: Das ist doch einmal etwas, woraus sich was lernen lässt!

TEMPORÄR TROMPETE
Für viel Trara sorgte hingegen der kaiserlich-königliche Hoftrompeter Hr. Weidinger aus Wien, als er 1802 in Leipzig das Konzert zum Besten gab, das Haydn 1796 für ihn und seine Klappentrompete komponiert hatte. Das Gewandhaus-Publikum staunte, dass Weidinger alle halben Töne, die im Umfang des Instruments liegen, beherrscht, und zwar so, dass er Läufer durch dieselben macht. Die chromatische Wendigkeit des sonst an Naturtöne gebundenen Instruments war teuer erkauft, indem dies Instrument dadurch pompösen Charakter verloren habe. In Mendelssohns feinem Ohr klang die verfluchte Klappentrompete wie ein Trompetencastrat, so matt und unnatürlich. Als mit der Ventiltrompete ein Instrument Verbreitung fand, das tatsächlich großen Tonvorrat und hohe Klangqualität vereinte, war das Schicksal der organisirten Trompete mit Klappen besiegelt. Sie klapperte noch einige Zeit in Militärkapellen und verschwand dann in den Fußnoten zum klassisch-virtuosen Konzertrepertoire, das wir Weidinger verdanken.

PERMANENT PÄRT
Als Pärt vor 33 Jahren mit seinem Latein am Ende war, kam er aufs Italienische zurück und gab seiner B-A-C-H-Collage den neuen Namen Concerto piccolo. Sonst musste er am 30 Jahre alten, 10-tönigen 10-Minüter nicht viel ändern, um 1994 den Auftrag Håkan Hardenbergers und Neeme Järvis für das Göteborger Sinfonieorchester zu erfüllen. Längst war die Trompete mit allen avantgardistischen und jazzidiomatischen Wassern gewaschen und trillert in Hardenbergers Händen mühelos anstelle der Oboe Bachs Sarabande aus Lentolahmen Zehntonclustern heraus. Während sich die Dreiklänge über B-A-C-H stapeln, verleiht sie dem Concerto als Stargast verkaufsfördernden Glamour und gedenkt ihrer Clarinblas-Höhenflüge zur Bachzeit.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.