VORAUSEILENDER RUFSchubert habe besondere Bedeutung für sie, bekennt Joana Mallwitz beharrlich in Interviews. Dass sie seine längste und leipzigste Sinfonie für ihr Debüt beim Gewandhausorchester…
Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck
Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Abos:
Serie III
Präsentiert von
Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig
VORAUSEILENDER RUF Schubert habe besondere Bedeutung für sie, bekennt Joana Mallwitz beharrlich in Interviews. Dass sie seine längste und leipzigste Sinfonie für ihr Debüt beim Gewandhausorchester wählt, kommt nicht von ungefähr und ist nicht ungefährlich. Seit Mendelssohn den Schatz im Gewandhaus gehoben hat, dirigierten sämtliche Kapellmeister – darunter Gade, Reinecke, Nikisch, Walter und Furtwängler – dieses Werk, und die Einspielungen unter Masur und Blomstedt genießen Referenz-Status. Schuberts Große C-Dur zählt zum Tafelsilber des Orchesters, das die Chefs nur erlesenen Gästen wie Busch, Klemperer und Welser-Möst anvertrauen. Einer Debütantin wird diese Ehre nur zuteil, wenn sie dazu Bedeutsames zu sagen hat. Das soll für Mallwitz im wörtlichen wie musikalischen Sinne gelten. Es lohnt sich, genau hinzuhören, wenn die Hörner Schuberts Ruf erschallen lassen, der das Orchester bis zum gewaltigen Schlussappell lenkt.
KEIN VERGLEICH Frei von Konkurrenzdruck können sich »die Jussens« in Martinůs Musik stürzen. Sein Konzert für zwei Klaviere blieb bislang im Gewandhaus unangetastet. Der Komponist war vor den Nationalsozialisten in die USA geflüchtet und hatte dort dank Koussevitzky rasch Fuß gefasst. Sinfonien und Konzerte flossen ihm förmlich aus der Feder und machten ihn rasch berühmt und beliebt in der Neuen Welt, wo sein verspielt nostalgischer Tonfall gut ankam. In seiner neuen Wahlheimat New York brachte Martinů 1943 das zweiklavierige Konzert binnen eines Monats zu Papier und widmete es dem russisch-französischen Duo Luboshutz & Nemenoff. Die Form ist frei an ein barockes Concerto grosso angelehnt, spricht der Schöpfer. Es verlangt virtuose Klaviertechnik, und die Farbe von zwei Klavieren ruft neue Klangwirkungen hervor. Die Musik lotet kontrapunktische Potenziale aus, man hat ihr Einflüsse böhmisch-mährischer Volkslieder abgelauscht, und ihre draufgängerische Energetik ist wie geschaffen fürs Tastentemperament der niederländischen Pianistenbrüder.