19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Antonín Dvořák, Johannes Brahms

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LAUES LEIPZIGWarum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann?, soll Johannes Brahms ausgerufen haben, als ihm Antonín Dvořák seinen Beitrag vorlegte. Wenn ich das…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: Serie III

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

LAUES LEIPZIG
Warum habe ich nicht gewusst, dass man ein Cellokonzert wie dieses schreiben kann?, soll Johannes Brahms ausgerufen haben, als ihm Antonín Dvořák seinen Beitrag vorlegte. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich längst eines geschrieben! Die Präsentation des Soloinstruments, das lyrischem Ton und tiefen Registern zuneigt, ist im Kontext opulenter Orchesterbesetzung nicht trivial. Dvořák hatte lange damit gerungen, bevor er den Cellisten mit seinem letzten Solokonzert ein Prunkstück ihres Repertoires schenkte. Die zufriedenen Zeilen an seinen Verleger dienten nebenbei dazu, selbstbewusste Honorarforderungen zu unterstreichen: Ich versichere Ihnen, dass dieses Konzert mein Violin- und Klavierkonzert bei Weitem übertrifft. Ich freue mich gewaltig über das Werk und glaube, dass ich mich nicht täusche. Bei der Londoner Uraufführung sprang mit Leo Stern ein junger Virtuos ein, der gerade vom legendären Gewandhauscellisten Julius Klengel letzten Feinschliff erhielt. Publikum und Presse feierten die Premiere in seltener Einmütigkeit, und bereits am 3. Dezember des Uraufführungsjahres 1896 zog das Werk unter Arthur Nikisch ins Gewandhaus ein. Die laue Leipziger Reaktion wertete Stern als Erfolg, galt doch die hiesige Hörerschaft als besonders kritisch.

HITZIGES HÄUSCHEN
Davon konnte Johannes Brahms seit dem Gewandhaus-Fiasko seines 1. Klavierkonzerts ein mehrstrophiges Lied singen. Die 1. Sinfonie wurde am 18. Januar 1877, zwei Monate nach der Karlsruher Uraufführung, in Leipzig mit verhaltenem Wohlwollen empfangen, obwohl laut Presse ein förmliches Brahms-Partei-Meeting hiesiger und auswärtiger Verehrer organisiert worden war. Der Consum in Enthusiasmus war ein ganz enormer, doch aufgrund der Länge des Programms verharrte ein Theil der Zuhörerschaft keineswegs bis zum Schluß. Gewandhauskapellmeister Carl Reinecke überließ dem Komponisten das Dirigierpult: Neu. Manuscript, unter Direction des Componisten vermerkt der Programmzettel. Als Hans von Bülow das Werk fünf Jahre später mit der Meininger Hofkapelle in Leipzig präsentierte, konnten selbst die Leipziger ihre Begeisterung nicht länger verbergen und gerieten ob der Sinfonie ganz aus dem Gewandhäuschen.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

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