19.30 Uhr
Großer Saal

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.

Werke von Ethel Smyth, Peter Tschaikowski, Antonín Dvořák

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AUS DER ALTEN STADT . . .Leipzig!! Here I am!!, triumphierte Ethel Smyth, als alle Widerstände überwunden waren und sie 1877 zum Studium in der Musikstadt ihrer Träume eintraf. Ganz so traumhaft wie…

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Konzerteinführung mit Ann-Katrin Zimmermann um 18.45 Uhr - Schumann-Eck

Preise: 89/68/54/40/25/6 EUR
Flexpreise: 98/75/59/44/28/7 EUR
Ermäßigung für Berechtigte
Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.
Abos: VARIO, Serie I

Präsentiert von

Veranstalter: Gewandhaus zu Leipzig

AUS DER ALTEN STADT . . .
Leipzig!! Here I am!!, triumphierte Ethel Smyth, als alle Widerstände überwunden waren und sie 1877 zum Studium in der Musikstadt ihrer Träume eintraf. Ganz so traumhaft wie erträumt waren Leipzig und sein Konservatorium nicht. Blitzschnell lernte die Engländerin wesentliche Merkmale deutscher Kultur kennen, schätzen und fürchten – etwa das omnipräsente Schild mit der Aufschrift »VERBOTEN«. Erlaubt war das Studium eines für Frauen sonst verschlossenen Fachs: Komposition. Ergänzender Privatunterricht bei Heinrich von Herzogenberg machte Smyth nicht nur mit Bach- und Schachspiel vertraut, sondern auch mit dessen Frau Elisabeth, die Smyth, Hals über Kopf verliebt, die glücklichsten Jahre ihres Lebens bescherte. Im Salon der Herzogenbergs lernte sie durchreisende Künstler wie Dvořák und Tschaikowski kennen, der von Leipzig zur ersten internationalen Tournee aufbrach.

. . . AUF WILDEM WEG . . .
Tschaikowski blieb die Begegnung in lebhafter Erinnerung: Wir saßen um den Teetisch, als plötzlich ein Bernhardiner-Mischling hereinstürmte und alle freudig begrüßte. »Das bedeutet, dass Miss Smyth jeden Moment eintreffen wird!« riefen alle zugleich, und tatsächlich stand eine große Engländerin in der Tür, die mir als professionelle Kollegin vorgestellt wurde. [Sie hat] Potenzial, eine ernsthafte Komponistin zu werden. Da natürlich keine Engländerin ohne exzentrische Spleens auskommt, setzte Smyth dem Leipziger Premieren- Erfolg ihrer Oper The Wreckers ein jähes Ende, indem sie – über Kürzungen zürnend – bei Nacht und Nebel im Orchestergraben alle Noten samt Partitur von den Pulten einsammelte und sich damit in den nächsten Zug setzte. Günstiger wurde ihr künstlerischer Eigensinn aufgenommen: Sie ist keine Wagnerianerin, sie ist keine Brahmsianerin, sie ist keine Straussianerin [...]. Sie geht ihren eigenen Weg. Den säumen berückende Momente kammermusikalischer Intimität mit Harfen-umgarnten Soli der Bläser ebenso wie machtvolle Gesten und hymnisches Pathos des groß besetzten Orchesters.

. . . IN DIE NEUE WELT
Als die Neue Welt noch nicht alt aussah, lockte sie Dvořák mit dem Auftrag, als Komponist und Lehrkraft Fundamente eines nationalen Tons zu legen. Doch so alt wie die Sinfonie »aus der Neuen Welt« ist die Diskussion, was daran tatsächlich »aus der Neuen Welt« stamme. Für die New Yorker Hörerschaft war der Fall klar: »Dr. Dvoraks American Symphony« war dem Rhythmen- und Melodienschatz der »negros« und »indians« verbunden und darum durch und durch »amerikanisch«. Seinen Landsleuten zuhause war sie böhmisch gefärbter Beweis seiner Heimatverbundenheit. Mit anderen Worten: Die Qualität von Dvořáks scheinbar nationaler Musiksprache liegt in ihrer tatsächlichen Universalität.

Text: Dr. Ann-Katrin Zimmermann

Vorverkauf für Abonnenten und GHO Card Inhaber ab 13. Juni 2026. VVK Start ab 27. Juni 2026.