Gewandhauschor

Der GewandhausChor ist in seiner Geschichte eng mit dem Gewandhausorchester verbunden und kann auf eine Tradition von mehr als 150 Jahren zurückblicken. Berühmte Dirigenten haben mit dem Klangkörper zusammengearbeitet, darunter immer wieder die amtierenden Thomaskantoren und Gewandhauskapellmeister– zuletzt Herbert Blomstedt und Riccardo Chailly. Auch mit dem neuen Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons gibt es regelmäßig Konzerte. Die Leitung des Chores liegt seit der Spielzeit 2007/2008 in den Händen von Gregor Meyer.

Das Repertoire des Ensembles ist vielseitig, erfordert eine hohe Flexibilität der Stimme und die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue programmatische Ansätze einzulassen. Besondere Projekte vergangener Spielzeiten waren unter anderem die Zusammenarbeit mit dem Starposaunisten Nils Landgren, mit Tausendsassa Herbert Feuerstein, den Schauspielerinnen Katharina und Anna Thalbach oder die szenische Aufführung einer eigenen Version von Bachs Markuspassion in barrierefreier Konzeption für Gehörlose. Im Rahmen der Bemühungen um das reiche Oratorienschaffen der Romantik nahm der GewandhausChor zusammen mit der camerata lipsiensis und ausgewählten Solisten am 09.11.2019 die weltweit erste Gesamteinspielung von Adolf Bernhard Marx‘ Oratorium »Mose« auf. Weitere Höhepunkte der Chorarbeit sind Konzertreisen ins Ausland – zuletzt in den Vatikan, zum Festival Luzern, den BBC Proms, nach Indien und Vietnam. Auch in außergewöhnlichen Räumen wie dem Leipziger Bildermuseum, dem Völkerschlachtdenkmal, dem »Theater am Rand«, dem Krematorium auf dem Leipziger Südfriedhof oder der Kölner Kultkneipe »Weißer Holunder« ist der Chor schon aufgetreten. In Arne Birkenstocks erfolgreichem Dokumentarfilm »Sound of Heimat« waren die Sängerinnen und Sänger sogar auf der Kinoleinwand zu erleben. Im Rahmen der Gewandhaus-Reihe »Two Play To Play« arbeitete der GewandhausChor in der Saison 2017/18  mit dem innovativen Piano-Elektro-Künstler Martin Kohlstedt zusammen. Es entstand ein neues Werk, das am 08.06.2018 im Mendelssohn-Saal des Gewandhauses uraufgeführt und am 03.05.2019 unter dem Titel »Ströme« auf CD veröffentlicht wurde. In den Jahren 2019/2020 steht das Werk auf dem Programm einer gemeinsamen Tournee des GewandhausChores und Martin Kohlstedt, die die Künstler nach Hamburg (16.11.2019), Erfurt (17.12.2019), Berlin (18.12.2019), Hannover (08.02.2020) und zurück zum Ort der Uraufführung nach Leipzig (09.02.2020) führt.     

Regelmäßig tritt der GewandhausChor mit dem GewandhausKinderchor, dem Chor der Oper Leipzig, dem MDR-Chor, dem Dresdner Kammerchor sowie mit dem Gewandhausorchester und anderen Instrumentalensembles auf. Auf dem Gebiet der historisch orientierten Aufführungspraxis verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit der camerata lipsiensis. Verschiedene CD-, DVD-, Fernseh- und Radio-Produktionen belegen die vielseitige künstlerische Arbeit des Ensembles – u.a. eine CD mit geistlichen Werken Franz Liszts, Ferdinand Hillers Zerstörung Jerusalems, eine Aufnahme sämtlicher Choralkantaten Max Regers sowie eine CD mit L’art de passage, die sich dem Schaffen Friedrich Silchers in sehr freien Arrangements nähert. Im Jahr 2017 erschien bei querstand eine Aufnahme von Mendelssohns Reformationssinfonie in einer Fassung für Chor, Soli und Orchester. Die jüngste Veröffentlichung des GewandhausChores ist ein Live-Mitschnitt von Friedrich Schneiders Weltgericht, der im Februar 2019 bei cpo erschienen ist.